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"Deutschland-Barometer" - Studie: Corona-Krise verstärkt Depressionen

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Das aktuelle "Deutschland-Barometer Depression" zeigt, wie sehr die Corona-Krise Menschen mit Depressionen belastet. Viele Betroffene greifen mittlerweile aber zu digitaler Hilfe.

Menschen mit Depressionen haben häufig viel mehr mit medizinischen sozialen Folgen der Corona-Krise zu kämpfen. Angst vor Ansteckung haben depressiv Erkrankte (43 Prozent) und die Allgemeinbevölkerung (42 Prozent) in etwa dem gleichen Maß.

Das hat die Langzeit-Studie "Deutschland-Barometer Depression" der Stiftung Deutsche Depressionshilfe ergeben. Vor große Herausforderungen stellt die Pandemie an Depressionen erkrankte Menschen demnach in Zusammenhang mt ihrer medizinischen Versorgung.

Fehlende Tagesstruktur belastet Betroffene

Mehr Zeit in der Natur, mehr Zeit für die Familie oder für Projekte, die man schon länger in Anrgriff nehmen wollte: Dass der Shutdown im Frühjahr den Alltag verändert hat, hatte für die Mehrheit der Bevölkerung auch positive Aspekte. Depressiv Erkrankte hingegen konnten der Krise weniger Positives abgewinnen. Sie fühlten sich schwer belastet durch die Situation.

Besonders die fehlende Tagesstruktur stellte für viele Betroffene eine Herausforderung dar: In der ersten Coronawelle

  • gaben 75 Prozent der Betroffenen an, darunter zu leiden.
  • Das sind fast doppelt so viele Menschen wie in der Gesamtbevölkerung (39 Prozent).

Auch Monate später war dies der Fall. Die Situation empfanden

  • im Juli 68 Prozent der depressiv Erkrankten als bedrückend.
  • In der Gesamtbevölkerung waren es 36 Prozent.

"Teufelskreis" für depressiv Erkrankte

Diese Belastung kann schwerwiegende Folgen haben. "Menschen in einer Depression sind hoffnungslos und erschöpft. Eine fehlende Tagesstruktur erhöht das Risiko, dass sich Betroffene grübelnd ins Bett zurückziehen", erklärt Professor Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

Das zeigt sich vor allem an diesen Zahlen:

  • 48 Prozent an Depressionen leidende Menschen verbrachten ihre Tage während des Lockdowns im Bett.
  • In der Gesamtbevölkerung waren es 21 Prozent.

Tagsüber im Bett zu bleiben kann schwere Folgen haben, wie Hegerl weiter erklärt. Lange Bettzeiten könnten die Depression "weiter verstärken", sagte er. "Ein Teufelskreis beginnt."

Behandlungstermine in der Corona-Krise abgesagt

Eine besonders große Herausforderung für depressiv Erkrankte waren die Einschnitte in die psychische Krankenversorgung. Die Studie zeigt, dass jeder zweite depressiv Erkrankte davon betroffen war, dass Arzttermine oder Termine beim Psychotherapeuten abgesagt wurden. 13 Prozent gaben zudem an, ihre Behandlungstermine selbst abgesagt zu haben, weil sie Angst vor einer Corona-Infektion hatten.

Dass die Behandlung von depressiv Erkrankten in der Corona-Krise nur eingeschränkt möglich war, sieht Hegerl als großes Problem. "Depression ist eine schwere, oft lebensbedrohliche behandlungsbedürftige Erkrankung", so Hegerl.

Video- und Telefonbehandlung im Aufschwung

Eine Alternative stellten telefonische und digitale Behandlungsangebote von Ärzten und Psychotherapeuten dar. Die neuen Möglichkeiten in Form von Videosprechstunden oder telefonischen Behandlungen nutzten 14 Prozent der depressiv Erkrankten. Dabei zeigten sich über 80 Prozent von ihnen sehr zufrieden mit dem Angebot.

Die Corona-Krise hat diese Fern-Behandlungsangebote insgesamt beliebter gemacht. 55 Prozent aller depressiv Erkrankten sehen diese Methoden nun als "hilfreiche Unterstützung". Zuvor waren es nur 40 Prozent gewesen.

Der Autorin auf Twitter folgen: @carolineleicht.

Man sieht verschiedene Menschengruppen, also Cluster, die mit dem Corona-Virus (symbolisch) infiziert sind.

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