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Die tägliche Gewalt gegen Frauen und Kinder

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Nicht nur in Corona-Zeiten - Die tägliche Gewalt gegen Frauen und Kinder

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Ein Drittel aller Frauen macht in ihrem Leben Erfahrungen mit häuslicher Gewalt, die Corona-Krise hat das Problem verschärft. Dunja Hayali hat in Hamburg ein Frauenhaus besucht.

Ein Mann erhebt die Faust gegen ein auf einem Sofa kauerndes Mädchen (Symbolbild).
Häusliche Gewalt nimmt seit Beginn der Corona-Krise zu. Symbolbild
Quelle: dpa

Bunte Bauklötze auf einem flauschigen Teppich. Helles Licht aus großen Fenstern. Ein Stückchen Ruhe und Frieden als "Schutzzone" in einem Hamburger Frauenhaus.

Hier treffe ich Dana (Name von der Redaktion geändert). Bis zur Hochzeit verlief ihr Leben in geordneten Bahnen. Dann wurde es zum Horrorfilm. Sie und ihr Kind erlebten brutale Gewalt von ihrem Mann - bis sie im Frauenhaus Zuflucht fanden.

Jede dritte Frau in Deutschland ist mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Dunja Hayali spricht mit einer Betroffenen.

Beitragslänge:
3 min
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Der gefährlichste Ort: das eigene Zuhause

Wie Dana ergeht es vielen Frauen und Kindern in Deutschland. Jede dritte Frau in Deutschland ist laut Bundesfamilienministerium mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen.

Die Täter sind meist im engsten Lebensumfeld zu finden - häufig ist es der eigene Partner. Betroffen sind Frauen aus unterschiedlichsten Millieus.

Von den Angriffen des Partners überrascht

So wie Dana werden viele Frauen von der Gewalt ihres Partners überrascht:

Ich habe nie Streit zwischen meinen Eltern gesehen und dann erlebe ich so was - man denkt, es trifft immer andere Leute.
Dana

Dana wirkt stark, als sie mir ihre Geschichte erzählt. Alkohol habe bei ihrem Mann eine Rolle gespielt, immer wieder schlug er sie.

Als auch ihr Säugling immer mehr in Gefahr geriet, suchte Dana Hilfe im Frauenhaus. Dort lebte sie anderthalb Jahre lang, inzwischen hat sie einen neuen Partner.

Die gesamte Sendung vom 13. August.

Beitragslänge:
60 min
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Zuhause: Der statistisch gefährlichste Ort

In ihrer schwersten Zeit half ihr Anika Ziemba, eine Mitarbeiterin des Frauenhauses in Hamburg. "Das eigene Zuhause, die eigenen vier Wände, sind statistisch gesehen der allergefährlichste Ort auf der Welt für eine Frau", erklärt sie mir.

Verstärkt werde das Problem durch Corona. "Wenn der Täter, der Vater in der Regel, die ganze Zeit zu Hause ist und sich Sorgen macht um Arbeit und Familie, dann gibt er seinen Frust weiter an Frau und Kinder."

Durch Corona fällt das Frühwarnsystem weg

Anika Ziemba warnt aber auch vor der Annahme, dass mit Corona das Phänomen häuslicher Gewalt verschwindet. Unabhängig von der Krise fordert sie deshalb "einen wirksamen Schutz von Mutter und Kindern".

Eine Maßnahme: Der Umgang der Väter mit den betroffenen Kindern soll länger ausgesetzt werden, um sie zu schützen. Immer wieder beobachtet sie: "Frauen und Kinder sind schnell wieder in Kontakt mit dem Vater. Der Vater hat aber sein Verhalten gar nicht groß verändert."

Sorge um den sechsjährigen Sohn

Die Gedanken von Dana gehen in dieselbe Richtung. Ihr selbst gehe es heute "super", sagt sie. Sorgen macht sie sich eher um ihren sechsjährigen Sohn, der seinen Vater alle zwei Wochen trifft.

Der Besuch im Frauenhaus macht mich nachdenklich. Wie viel spielt sich wohl noch im Verborgenen ab?

Das Kinderhaus Bolle ist für bedürftige Kinder normalerweise ein Zufluchtsort. Wegen Covid-19 und der Kontaktsperre ist die Einrichtung geschlossen. Nun sorgen sich die Sozialarbeiter um das Wohl der Kinder. Die Krise könnte tiefe Wunden hinterlassen.

Beitragslänge:
2 min
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Verletzungen bleiben jetzt häufig unentdeckt

Zur Zeit des teilweisen Lockdowns gab es in Kindergärten und Schulen kaum Möglichkeiten, Verletzungen bei Kindern durch häusliche Gewalt zu entdecken. Umso wichtiger sind Einrichtungen wie die Kinderschutzambulanz der DRK Kliniken Berlin, die ich besuche.

Die Mediziner versuchen hier, Fälle von sogenannter Kindeswohlgefährdung früh zu erkennen. "Wir sehen alle Verletzungen, die wir bei verunfallten Kindern auch sehen", sagt Kinderschutzmedizinerin Sarah Moser.

Der Wahrheit auf den Grund gehen

"Aber der Kontext ist bei uns die Frage. Ist das so, wie es erzählt wird? Oder wie kann das gewesen sein?" Das zu erkennen sei eine große Herausforderung. Keine leichte Aufgabe. Aber eine unglaublich wichtige.

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