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Quarantäne in Göttingen - Bewohner bewerfen und verletzen Polizisten

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In Göttingen steht ein Wohnkomplex mit 700 Menschen unter Quarantäne. Die Nerven scheinen blank zu liegen. Bewohner bewerfen Polizisten mit Gegenständen und verletzen mehrere.

Unter Quarantäne stehende Bewohner attackieren am 20.06.2020 die Polizei in Göttingen
Quarantäne in Göttingen: Der Unmut bei den Bewohnern wächst
Quelle: dpa

Seit Donnerstag dürfen etwa 700 Menschen nach einem Corona-Ausbruch einen Wohnkomplex in Göttingen nicht verlassen. Bewohner haben am Samstagnachmittag Polizisten mit Gegenständen attackiert und mehrere von ihnen verletzt.

Polizeisprecherin: Missmut angestiegen

Nach ersten Erkenntnissen war der Missmut bei den Bewohnern über die Quarantänemaßnahmen angestiegen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Seit Donnerstag waren bei knapp 120 Menschen Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt worden. Der Gebäudekomplex wurde unter Quarantäne gestellt.

Am Samstagnachmittag hatten schließlich mehrere Bewohner versucht, das Gelände zu verlassen. Polizeiangaben zufolge wollten manche von ihnen Zäune überwinden, die stellenweise aufgestellt worden waren.

Zudem seien die eingesetzten Polizisten aus dem Gebäude heraus mit Gegenständen beworfen worden. Um welche Gegenstände es sich handelte, blieb zunächst unklar. Mehrere Beamte wurden dabei verletzt, eine genaue Anzahl nannte die Behörde nicht.

Göttingen kämpft mit einem neuen Corona-Ausbruch. Ein Wohnkomplex mit etwa 700 Bewohnern steht unter Quarantäne.

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Nahezu direkt vor der Wohnanlage fand am Samstagnachmittag zudem eine Demonstration gegen zu hohe Mieten statt. Diese hätte eigentlich an einem anderen Ort in der Stadt stattfinden sollen, war aber kurzfristig verlegt worden, wie der Stadtsprecher bestätigte. Wie viele Menschen an der Demo teilgenommen hatten, war zunächst ebenfalls nicht bekannt.

Lage am Abend in Göttingen beruhigt

Am frühen Abend hatte sich die Lage laut Polizei und Augenzeugen zunächst wieder beruhigt. Zwischenzeitlich war auch der Göttinger Oberbürgermeister Rolf-Georg-Köhler (SPD) vor Ort und hatte mit den Bewohnern das Gespräch gesucht.

Ursprünglich sollten am Samstagnachmittag diejenigen Bewohner des Wohnkomplexes erneut untersucht werden, die bei einer ersten großen Testaktion ein negatives Ergebnis hatten. In der Wohnanlage leben nach Angaben der Stadt mehr als 200 Kinder und Jugendliche in prekären Wohnverhältnissen.

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von M. Hörz, R. Meyer, M. Zajonz

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