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Verstimmung an der Grenze

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Kontrollen in Corona-Krise - Verstimmung an der Grenze

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Schikanen an der Grenze - auch das gehört zum Corona-Alltag. Die Maßnahmen dürften nicht ein geeintes Europa gefährden, mahnt Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn.

Bei Saarbrücken ist die deutsch-französische Grenze dicht, die Bundespolizei kontrolliert. In Vorpommern fehlen viele der 3000 polnischen Arbeitskräfte, nachdem Polen seine Grenzen geschlossen hat. Weiter offen ist die Grenze in die Niederlande.

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Grenzkontrollen in der Corona-Krise bedeuten auch: Kein direktes Durchkommen zur Arbeit oder zum Arzt. Dass sie nun im Dreiländereck verlängert wurden, macht viele Bürger wütend.

Bürger schimpfen über "Unsinn für Pendler"

Frühmorgens ist besonders viel los am Grenzübergang "Goldene Bremm" bei Saarbrücken. Auch wenn es nach einem Monat bei den Grenzkontrollen eine gewisse Routine gibt. "Viele französische Bürger halten ihren Beschäftigungsnachweis hoch. Am zweiten Tag kennt man sie, dann können die so durchfahren", sagt Karsten Eberhardt von der Bundespolizei. Am Montag wird ein weiterer Grenzübergang nach Frankreich aufgemacht.

Die Kontrollen wurden erstmal verlängert, sie sind diplomatisches Dauerthema im Grenzgebiet. Wütende Briefe und Mails erreichen die Bürgermeister. Meist wird geschimpft über den Unsinn für Pendler. Von 35 Grenzübergängen sind 29 ganz geschlossen. Barrieren versperren die Straßen und damit den direkten Weg zur Arbeit oder zum Arzt.

Im Video: NRW lässt Grenze zu Niederlanden offen:

Während andere Bundesländer sich sogar für innerdeutsche Grenzschließungen entschieden haben, bleibt die Grenze von NRW zu den Niederlanden offen.

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In Corona-Zeiten: Das geteilte Dorf

Im kleinen Dorf Leidingen konnten keine Barrikaden aufgestellt werden, hier verläuft die Grenze in der Mitte der "neutralen Straße", hier kontrolliert die Polizei. Leidingen hat einen deutschen und einen französischen Ortsteil, entsprechend auch zwei Ortsvorsteher, Barthélémy Lemal in Frankreich, Wolfgang Schmitt in Deutschland. Lemal wurde von der Grenzschließung völlig überrascht. Plötzlich Polizei an den Ortsgrenzen. Deutschland hatte die französische Region nicht informiert, das sorgte für große Verstimmungen.

"Außerdem geht damit ja auch eine Stigmatisierung einher, da wird Angst geschürt", sagt sein Kollege Wolfgang Schmitt und berichtet von der Frau, die wegen ihres französischen Kennzeichens in Deutschland beschimpft wurde. Andere Bürgermeister berichten von ähnlichen Fällen, sogar von Beleidigungen und Anfeindungen. Ein französisches Fahrzeug wurde offenbar mit Eiern beworfen.

Die ersten Strategien für einen Exit aus dem Lockdown zeigt dieses ZDF spezial:

Bundeskanzlerin Merkel hat in Abstimmung mit den Ministerpräsidenten erste Lockerungsmaßnahmen in der Corona-Krise beschlossen.

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Politik entschuldigt sich

Die saarländische Vize-Ministerpräsidentin Anke Rehlinger entschuldigte sich nach Bekanntwerden der Schmähfälle umgehend: "Ich entschuldige mich für diese Einzelfälle, ich entschuldige mich dafür bei unseren französischen Freunden, sie stehen nicht für das Saarland mitten in Europa, die Saarländerinnen und Saarländer."

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"Schengen is alive"

Das Problem: Die Grenzschließungen wurden in Berlin beschlossen. Ein Alleingang, der die direkten Nachbarn brüskiert hat. Auch der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn stellt den Sinn der Maßnahme in Frage:

All das ist unnötige Schikanierung der Menschen, ich würde vorschlagen, dass das sehr schnell endet, denn wenn es nicht schnell endet, wird etwas kaputt gemacht, und die Menschen glauben nicht mehr an das Europa, was ja in Schengen entstanden ist.
Jean Asselborn, Außenminister Luxemburg

Dort trafen sich letzte Woche die Bürgermeister mehrerer Grenzgemeinden aus Deutschland, Frankreich und Luxemburg. "Schengen is alive" haben sie ihre Aktion genannt. Die Botschaft nach Berlin ist klar: Ein Virus lässt sich an Grenzen nicht aufhalten. Gute nachbarschaftliche Beziehungen schon.

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