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Corona und Grippe: Was bringen die Maßnahmen?

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Vor Influenza-Saison - Corona und Grippe: Was bringen die Maßnahmen?

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In vielen Teilen der Welt ist durch Corona-Maßnahmen die Grippewelle deutlich abgemildert worden. Ist dies auch für den Winter in Deutschland zu erwarten? Es liegt wohl an uns.

Ein medizinischer Mundnasenschutz hängt am Rückspiegel eines im Regen parkenden Autos.
Weltweit gehen Atemwegs- und Influenzaerkrankungen zurück. Der Grund: die Corona-Maßnahmen. Wird auch in Deutschland der Grippe-Winter unauffällig?
Quelle: dpa

Die harten Einschränkungen durch die Corona-Krise im Frühling hatten die Ausbreitung des Virus in Deutschland und anderen Teilen der Welt vorerst einmal gebremst.

Aber auch andere Infektionskrankheiten wurden durch Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln eingedämmt. Lässt sich dadurch in diesem Winter auch eine Grippewelle verhindern?

Atemwegserkrankungen auf niedrigstem Niveau seit Erfassung

"Unsere Influenzasaison wurde im März abrupt beendet", twitterte der Virologe Christian Drosten am Wochenende zu dem Thema. Ähnlich wird es in den Wochenberichten des Robert-Koch-Instituts ausgewiesen, die seit Beginn der Maßnahmen einen starken Rückgang an Infizierten beschreiben.

Ein Abflachen der Häufigkeit von Atemwegserkrankungen ist im Frühling und Sommer durchaus normal, doch wurden selbst dort deutlich weniger Fälle registriert, als in den Jahren zuvor. Seit der 13. Kalenderwoche wurden Werte erreicht, "die in keinem anderen Jahr zuvor beobachtet wurden", so das RKI und sieht direkte Zusammenhänge mit den Corona-Maßnahmen.

"maybrit illner“ mit dem Thema "Der Sommer geht, Corona bleibt – wird der Herbst zum Risiko?" vom 24. September 2020.

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Corona-Maßnahmen dämmen auch andere Krankheiten ein

"Klar ist, dass die Maßnahmen, die wir jetzt haben, auch Einfluss auf die Häufigkeit anderer Infektions- und Atemwegserkrankungen haben", erklärt Bodo Plachter, stellvertretender Direktor des Instituts für Virologie an der Universitätsmedizin Mainz. Das gelte für die Grippe aber auch für andere Krankheiten.

"Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Kontaktbeschränkungen die Ausbreitung der Influenza effizient unterdrückt haben und damit dieser milde Verlauf sehr gut zu erklären ist", stimmt der Direktor des Virologischen Instituts am Universitätsklinikum Erlangen, Klaus Überla, den Aussagen seines Kollegen zu.

Kann Grippewelle durch Corona aufgehalten werden?

War in Deutschland die eigentliche Influenza-Saison schon so gut wie vorbei, als die Corona-Maßnahmen griffen, haben auch in anderen Teilen der Welt Abstandsregeln und Maskenpflicht zu einer abgemilderten Grippesaison geführt. Auf der Südhalbkugel, wo der Winter parallel zum deutschen Sommer seinen Höhepunkt erreicht, "ist die Influenza-Saison fast ausgefallen", so Drosten.

Können wir also auch von einer milden Grippesaison in diesem Winter ausgehen? "Für die kommende Saison kann man begründet vermuten, dass auch bei uns die Grippesaison sehr schwach verlaufen wird", erklärt der Virologe Überla.

Im Vergleich zu den europäischen Nachbarn steigt die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland bislang kaum. Aber bleibt das so? Der Virologe Christian Drosten über die Corona-Lage.

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Lässt Nachlässigkeit bei Corona auch andere Krankheiten wieder aufkommen?

Mittlerweile zeichnet sich in Deutschland jedoch wieder ein Anstieg der Atemwegserkrankungen ab. Dieser ist beim Wechsel von Sommer zu Herbst erwartbar, und die für das RKI wichtigen Raten sind wieder ungefähr auf dem Niveau der Vorjahre. Ein Zeichen dafür, dass die Corona-Maßnahmen nicht mehr so strikt eingehalten werden?

"Das halte ich durchaus für plausibel", erklärt Überla. Er habe schon den Eindruck, dass in den letzten zwei Monaten weniger Kontakreduktionsmaßnahmen durchgeführt wurden und dass dies dann zu einem normalen Auftreten von Atemwegserkrankungen geführt habe.

Erkältung, Influenza und Corona kaum zu unterscheiden

Von einem Trendwechsel zu sprechen, hält der Virologe Plachter aber für verfrüht, da die Grippesaison erst im Oktober und November richtig losgehe und ihren Höhepunkt meistens zu Beginn eines Jahres erreiche. Wichtig ist laut dem Mainzer Virologen weiterhin, sich an die gängigen Vorsichtsmaßnahmen zu halten und vor allem eins: niedrigschwelliges Testen.

Denn die Grippe- und Erkältungssymptome ähneln denen des Coronavirus sehr. Allein anhand der Symptomatik könne man nicht zwischen Influenza, Atemwegserkrankungen und Covid-19 unterscheiden, so Überla. "Das wird sicherlich eine Belastung für das Gesundheitssystem und wird vermutlich zu einem starken Anstieg der Untersuchungen führen."

Es bleibt also dabei: Um gut durch den Corona-Winter zu kommen, ist weiterhin Disziplin in der Bevölkerung gefragt. Dann kann sogar auch eine parallele Grippewelle abgemildert werden.

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