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Handhygiene - "Wir tun alles dafür, Engpässe zu vermeiden"

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Die Nachfrage nach Hygienetüchern für Krankenhäuser ist sprunghaft gestiegen. Über eine Produktion unter Vollgas spricht Essity-Werksleiter Thorsten Becherer im heute.de-Interview.

Archiv: Ein Mädchen wäscht sich die Hände mit Wasser und Seife.
In der Corona-Krise ist richtige Handhygiene ein wichtiger Schutz vor Ansteckung. (Archiv)
Quelle: DPA

heute.de: Sie stellen Hygieneprodukte her, die aktuell besonders in Kliniken und Arztpraxen vonnöten sind. Gibt es unter Ihren professionellen Kunden auch "Hamsterkäufer"?

Thorsten Becherer: Wir spüren tatsächlich eine sprunghaft gestiegene Nachfrage. Wir produzieren in unserem Werk zum Beispiel Handtücher, Wischtücher und Reinigungstücher, die in Krankenhäusern, aber auch in Senioren- und Pflegeheimen zum Einsatz kommen – und dort ist Handhygiene aktuell ein noch größeres Thema als sonst. Wir haben deshalb die Produktion richtig hochgefahren, machen Überstunden, produzieren rund um die Uhr und tun alles dafür, Engpässe zu vermeiden – und das können wir auch.

heute.de: Welche Sicherheitsmaßnahmen haben Sie veranlasst, damit das neuartige Coronavirus die Produktion nicht in Gefahr bringt?

Becherer: Wir tun alles, um sicherzustellen, dass die Gefahr nicht von außen ins Werk eindringt und haben deshalb schon vor Wochen damit begonnen, Vorkehrungen zu treffen, um unsere Mitarbeiter vor dem Virus zu schützen und somit auch die Versorgung unserer Kunden sicherzustellen. Handhygiene ist im Gesundheitsbetrieb das A und O und muss unbedingt aufrechterhalten werden.

Bei uns gibt es deshalb spezielle Zutrittskontrollen. Ins Werk kommt zum Beispiel nur, wer nicht innerhalb der letzten 14 Tage in einem vom Robert-Koch-Institut definierten Risikogebiet war. Auch Kontaktpersonen von Corona-Patienten haben keinen Zutritt. Lieferanten, also LKW-Fahrer, die in ganz Europa herumkommen, haben derzeit keinen direkten Kontakt zu unseren Mitarbeitern. Auch zwischen unseren Leuten gilt natürlich: Distanz halten!

heute.de: Wer überwacht die Vorgaben?

Becherer: Wir haben einen Gesundheitsausschuss, der da genau draufschaut, über Vorsorgemaßnahmen berät und mögliche Szenarien durchgeht. Normalerweise tagt der zweimal im Jahr – jetzt aber täglich. Wir haben auch eine Werksärztin, die uns sehr kompetent berät. Wir versuchen, gerade jetzt in der angespannten Situation immer drei bis vier Schritte vorauszudenken, um alles am Laufen zu halten.

heute.de: Homeoffice dürfte für das Gros der Belegschaft nicht in Frage kommen…

Becherer: Richtig. Zwar arbeiten derzeit von den 550 Kolleginnen und Kollegen ungefähr 50 von daheim aus, aber ganz viele Leute brauchen wir hier im Werk: Wir können unsere Maschinen nicht aus der Ferne betreiben und Instand halten.

heute.de: Viele Menschen haben derzeit große Sorgen. Wie nehmen Sie die Stimmung im Werk wahr?

Becherer: Sorge herrscht hier natürlich auch, aber in der Summe habe ich den Eindruck, dass die Stimmung trotzdem sehr gut ist. Ich denke einerseits, weil wir seit vielen Wochen Aufklärung betrieben haben zu dem Thema – und andererseits, weil die Leute ihre Verantwortung spüren, wie viele Menschen aktuell auf unsere Arbeit besonders angewiesen sind, und das motiviert natürlich.

Das Interview führte Marcel Burkhardt.

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