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Corona-Angst ist im Kreißsaal angekommen

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Schwangerschaft in Krisenzeiten - Corona-Angst ist im Kreißsaal angekommen

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Viele werdende Mütter leben derzeit nicht uneingeschränkt in einer Glücksblase. Schwangerschaften in der Corona-Krise sind von vielen Unsicherheiten geprägt.

Den Hebammen fehlt es massiv an Schutzkleidung und –masken. Die Schwangeren haben Angst, dass sie – und die Babys – sich infizieren. Hinzu kommt: Zahlreiche Kliniken haben Väter und Angehörige bereits aus Kreißsaal und Wochenstation verbannt.

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Eigentlich sollte die Schwangerschaft eine unbeschwerte Zeit sein. Eine Zeit der Vorfreude und des Glücks. Aber "eigentlich" gilt dieser Tage nicht. Besonders Frauen, die kurz vor der Geburt stehen, machen sich Sorgen.

Das Coronavirus hat die ganze Gesellschaft fest im Griff. Die Wirtschaft steht still. Die persönlichen Kontakte sind stark reduziert. Nähe explizit ausgeschlossen. Im direkten Gegensatz dazu steht das Wunder der Geburt - ein Moment der Intimität, Vertrautheit und vor allem Nähe.

Coronavirus: Geburtsvorbereitung in Krisenzeiten

Denisia Incorvaia aus Renchen ist bereits Mutter einer Dreijährigen und aktuell in der 37. Woche schwanger. Ihr zweites Kind soll Ende April im Ortenau Klinikum in Achern zur Welt kommen. Mit ihrer Hebamme steht die junge Frau in regelmäßigem Whatsapp-Kontakt. "Zuletzt sprachen wir darüber, ob es Einwände gibt, dass ich gleich nach der Geburt wieder nach Hause kann", erklärt die 29-Jährige.

Die Pandemie hat auch ihre Vorsorgetermine durcheinandergewirbelt: "Ich war mehrfach erkältet und die Ärzte hatten Angst, dass es keine normale Erkältung ist, sondern Corona und so wurden meine Vorsorgetermine einfach verschoben. Obwohl ich keine spezifischen Symptome hatte".

Rolle des Vaters im Kreißsaal

Aline Müller aus Offenburg ist derzeit mit ihrem dritten Kind schwanger und leidet unter starker Schwangerschaftsübelkeit. "Die Rezepte für die Tabletten bekomme ich mittlerweile ganz unkompliziert per Post zugeschickt", erklärt die junge Frau. Bezüglich der Geburt im Juni ist sie entspannt, gibt aber zu:

Wenn mein Mann bei der Geburt unseres dritten Kindes nicht dabei sein dürfte, wäre das furchtbar.
Aline Müller

Für das Ortenau Klinikum und seine fünf Standorte gilt derzeit weitgehend ein striktes Besuchsverbot, auch auf der Wochenstation. "Aber im Kreißsaal darf der werdende Papa dabei sein", betont Andreas Brandt, Chefarzt der Frauenklinik in Offenburg. Das ist dem Mediziner auch wichtig:

Der Vater ist die wichtigste Bezugsperson der Schwangeren.
Andreas Brandt, Chefarzt der Frauenklinik in Offenburg

Zudem sei es wissenschaftlich erwiesen, dass der Schmerzmittelverbrauch sowie die Kaiserschnittrate sinken, wenn eine Begleitperson dabei ist. "Für uns waren das triftige Gründe, warum wir gesagt haben, der Papa darf mit", so der Frauenarzt.

Verunsicherung vor der Geburt in der Corona-Krise

Dr. Martha Tews lebt mit ihrer Familie in Mainz. Im Juni kommt ihr zweites Kind zur Welt. Ob ihr Mann bei der Geburt dabei sein kann, weiß sie aktuell noch nicht, denn "irgendjemand muss auf unseren Sohn aufpassen und je nachdem wie spontan die Wehen einsetzen, kann es passieren, dass ich alleine ins Krankenhaus fahren muss".

Ein Gedanke, der der jungen Frau durchaus Sorge bereitet, da ihr Mann bei der ersten Geburt eine große Stütze war: "Ohne ihn hätte ich das damals nicht durchgestanden".

Werdende Väter dürfen im Katholischen Klinikum im Mainz derzeit bei der Geburt anwesend sein, sofern sie drei Fragen zu Corona wahrheitsgemäß mit "Nein" beantworten können. Nach der Geburt darf der frischgebackene Vater noch zwei Stunden bleiben. Weitere Besuche sind hingegen nicht erlaubt.

Das Klinikum Fichtelgebirge lässt noch immer keine Väter bei der Geburt zu. Aus gutem Grund, wie Geschäftsführer Martin Schmid erklärt: "Der Landkreis Tirschenreuth ist eine Hot-Spot-Region, deshalb sind unsere Maßnahmen etwas schärfer, da wir nicht das Risiko einer Ansteckung auf der Geburtenstation eingehen wollen". Selbst wenn es zu einer Lockerung kommen sollte, würde diese nur für die Geburt selbst gelten, aber nicht für die Wochenstation.

Das generelle Besuchsverbot bleibt bestehen.
Martin Schmid, Geschäftsführer Klinikum Fichtelgebirge

Zu einer einheitlichen Regelung wird es deutschlandweit nicht kommen. Die Entscheidungen der Kliniken werden basierend auf dem Wohl der werdenden Mütter sowie der Neugeborenen getroffen und angepasst.

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