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Heiße Diskussion in Coronakrise - Zulassung von Heizpilzen gefordert

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Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) setzt sich für eine bundesweite Zulassung der in vielen Kommunen verbotenen Heizpilze in den Außenbereichen von Gaststätten ein.

Archiv: Gäste vor dem Restaurant - Etienne - am Kollwitzplatz in Berlin-Prenzlauer Berg während der ersten Sonnenstrahlen
Gäste sitzten unter Heizpilzen vor einem Restaurant (Archivbild)
Quelle: imago

Die extremen Hitzegrade scheinen für dieses Jahr vorbei. In den nächsten Wochen sind solch hohe Temperaturen nicht mehr zu erwarten, sagen die Meteorologen. Es wird also kühler. Und da werden viele Gastronomen unruhig, denn sie bewirten ihre Gäste auch in den Außenbereichen vor dem Lokal auf den sogenannten Freischankflächen.

Daher fordert der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) die Zulassung von Heizpilzen im Außenbereich.

Mit diesen zusätzlichen Kapazitäten vor den Lokalen möchten die Gastwirte ihre Verluste durch Corona mindern. Wegen der Corona-Abstandsregeln dürfen sich im Lokal oder Restaurant weniger Personen aufhalten als sonst.

Die Kommunen, die derzeit ein Verbot von Heizpilzen haben, sollten es in diesem Herbst und Winter aussetzen.
Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin Dehoga

Wirte, die keine andere Möglichkeit hätten, sollten in diesem Winter Gas-Heizpilze und Elektro-Wärmestrahler verwenden dürfen, so Hartges weiter. Viele Städte wie zum Beispiel München, Berlin, Köln oder Stuttgart haben die Nutzung von Heizpilzen verboten, wenn die Außenbereiche der Lokale auf öffentlichem Grund stehen.

Mit dem Rauchverbot kamen die Heizpilze

Heizpilze wurden erst mit dem Rauchverbot in Gaststätten großes Thema. Die Wirte wollten nicht, dass ihre Gäste beim Rauchen draußen frieren.

Studien haben aber gezeigt, dass gasbetriebene Heizpilze nicht sehr umweltfreundlich sind. Sie geben sehr viel Kohlendioxid in die Luft ab. Und da wurden vor allem in den Großstädten und dort in den Vierteln mit vielen Gaststätten schon mal bis zu 100 Heizpilze auf verhältnismäßig kleinem Raum gezählt.

Dies hat in diesen Stadtteilen zu einer massiven Belastung mit Kohlendioxid geführt. Viele Betriebe setzen daher auch auf elektrische Heizstrahler. Doch die sind für die Gastwirte wesentlich teurer als gasbetriebene Heizpilze.

Auf privaten Flächen der Gaststätten, also zum Beispiel kleine Biergärten, oder auch von Privatpersonen bei einer Gartenparty genutzte Heizpilze sind von diesen Verboten und Regelungen nicht betroffen.

Rückkehr der Heizpilze in München?

In München wird derzeit darüber diskutiert, ob man wegen Corona das Heizpilz-Verbot aussetzen sollte. Die CSU ist dafür, die Grünen dagegen. Eine endgültige Entscheidung dazu wird der Münchner Stadtrat voraussichtlich nach der Sommerpause treffen. Auch die FDP fordert, den Gastwirten entgegen zu kommen:

Heizpilze sind umweltpolitisch problematisch, einen verantwortlichen Einsatz in diesem Ausnahmejahr 2020 sollten wir aber zulassen.
Marcel Klinge, Tourismusexperte der FDP-Bundestagsfraktion

Noch können die Gastronomen auf einen milden Herbst hoffen, spätestens im Winter muss die der Streit um die Heizpilze aber geklärt sein.

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