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Wie geht Deutschland in den Corona-Herbst?

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Steigende Zahlen, neue Mahnungen - Wie geht Deutschland in den Corona-Herbst?

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Für den Herbst erwarten Behörden und Mediziner weiter steigende Corona-Infektionszahlen. Was bedeutet das für die Menschen und wie wird gegengesteuert?

Geht Deutschland im Kampf gegen das Corona-Virus gut vorbereitet in den Herbst? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht im Interview unter anderem über Fieberambulanzen.

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Jeder Ort kann zum Corona-Hotspot werden - wie jetzt Bad Königshofen in Unterfranken, Sulzdorf in Hohenlohe oder Remscheid in Nordrhein-Westfalen. Und in den Großstädten mit ihren Bars, vollen Parks und Bürgersteigen können die Menschen dem Virus erst recht nicht so einfach aus dem Weg gehen. In Frankreich gingen die Zahlen zuletzt stark hoch. Für Deutschlands östlichen Nachbarn Tschechien könnte wegen steigender Zahlen sogar eine Reisewarnung fürs ganze Land ausgesprochen werden. Wie geht es für Deutschland weiter?

Was steht den Menschen bevor?

Behörden und Mediziner stellen sich seit längerem darauf ein, dass sich das Virus wieder rascher ausbreiten könnte und auch gefährdeten Menschen wie Älteren und Kranken näher kommt - daher gibt es immer wieder Appelle zu Abstand und Hygiene. Politik und Bürger hätten es in der Hand, "ob sich die Infektionszahlen wieder unkontrolliert ausbreiten", lautet die Ansage der Bundesregierung. Der generelle Krisenmechanismus ist zwischen Bund und Ländern klar vereinbart: Toppt eine Region die Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche, soll direkt vor Ort gegengesteuert werden. An manchen Orten werden bereits jetzt wieder Maßnahmen verschärft.

In Nordrhein-Westfalen und Bayern übersteigen in einigen Regionen die Corona-Neuinfektionen die kritischen Werte. Deshalb werden die Maßnahmen für die Hotspots wieder strenger.

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Warum könnten die Zahlen im Herbst weiter steigen?

Wenn das warme Sommerwetter endet, ist es nicht mehr so einfach, in geschlossenen Räumen Abstand zu halten. Vor allem wenn sich Leute weiterhin treffen möchten, wie sie es im Sommer draußen gewohnt waren. Ohnehin warnen Ärzte seit Wochen vor einem Zusammentreffen von Pandemie und Grippesaison. Immer wichtiger wird das Lüften - doch in Gebäuden ohne große Fenster sind die Menschen auf Klimaanlagen angewiesen. Aufmerken lässt da der Hinweis in einer Regierungsempfehlung: Notfalls sollten Filter oder Vorrichtungen zur Desinfektion in Klimaanlagen eingebaut werden - aber gar nicht jede Anlage lasse sich so rasch nachrüsten.

Was tut die Politik?

Mahnen und Maßnahmen koordinieren. Bayerns Ministerpräsident Söder etwa sagt:

Die Zahl derer, die über Leichtsinn sich infizieren, wächst.
Markus Söder, Ministerpräsident Bayerns

Der Abstimmung des weiteren Kurses sollen Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel und der Ministerpräsidenten am kommenden Dienstag dienen. Offen ist der Umgang mit Großveranstaltungen. Rückkehrer aus Risikogebieten sollen sich einer möglichen Quarantäne nicht mehr so einfach durch falsche Angaben entziehen können - hier soll die Bundespolizei kontrollieren.

Was sagen Virologen?

Der Charité-Professor Christian Drosten hilft nach eigenen Angaben derzeit, Corona-Schnelltests im Herbst auf die Straße zu kriegen. "Ich würde mir wünschen, dass so wie jetzt die Masken in den Pfützen schwimmen, im Spätherbst die Teststreifen der Schnelltests dort liegen, sie also so verbreitet wären, dass sie direkt zur Kontrolle der Epidemie beitragen können", sagt er dem "Tagesspiegel". Auch bei der Bundesregierung steht das im Fokus - Schnelltests und verstärkt Tests bei Risikogruppen und im Gesundheitswesen. Auch spezielle Sprechstunden und regionale "Fieberambulanzen" sollen helfen, bei Tests Infektionsrisiken zu minimieren.

Virologin Ulrike Protzer -
"Müssen durch diesen Winter durch"
 

Virologin Ulrike Protzer schätzt die Corona-Lage in Deutschland als moderat ein. Ziel müsse es sein, die Zahlen weiter niedrig zu halten, um gut durch Herbst und Winter zu kommen.

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28 min

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

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