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Es knirscht im Homeoffice

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Heimarbeit mit holprigem Netz - Es knirscht im Homeoffice

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Telekom-Provider geben zwar Entwarnung: Das Internet sei stabil. Doch im Homeoffice hat es in der vergangenen Woche an vielen Ecken geholpert.

Aufgrund der Corona-Epidemie müssen unzählige Eltern ihren Job im Homeoffice erledigen und gleichzeitig ihre Kinder betreuen. Das stellt sie sowohl vor logistische als auch vor psychologische Herausforderungen.

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Die Zahlen sehen insgesamt ganz gut aus: Beim größten deutschen Internetknotenpunkt Decix in Frankfurt am Main ist das durchgeschleuste Datenvolumen um ein knappes Terabit in der Corona-Krise pro Sekunde gewachsen. "Wir haben noch viel Luft nach oben", meint Technik-Chef Thomas King.

Provider sehen sich gut für die Corona-Krise gerüstet

Auch bei der Deutschen Telekom AG lehnt man sich entspannt zurück. Ein Telekom-Sprecher teilte der Deutschen Presse-Agentur mit:

Aus jetziger Sicht werden die Netzkapazitäten nicht an ihre Grenzen geraten.
Sprecher der Telekom

Vodafone stimmt in den Chor mit ein. "Wir sind gut gerüstet, insbesondere bei den klassischen Anwendungen", urteilt ein Unternehmenssprecher.

Klassische Büroanwendungen begnügen sich in der Tat mit einer relativ bescheidenen Reichweite. "Homeoffice benötigt zwischen zwei und acht Megabit Bandbreite", meint der Informatiker Manuel Atug.

Arbeitende und Schüler - alle im Homeoffice. Was bedeutet diese Datenlast für unsere Breitbandverbindungen?

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Heimarbeiter beklagen langsames Internet seit Corona

Dennoch beklagten sich viele Heimarbeiter über lahme Internet-Leitungen und lange Wartezeiten am Firmenserver. Das klingt auf den ersten Blick paradox.

Doch der zweite Blick enthüllt, dass die Engpässe bei den virtuellen privaten Netzwerken der Unternehmen, beim häuslichen WLAN und bei den völlig vernachlässigten DSL-Anschlüssen auf dem Lande liegen.

Wenn zudem für das unternehmenseigene Intranet zum Beispiel nur 200 Lizenzen aktiv geschaltet waren, dann mussten die Kollegen vom Einkauf und die Systemadministratoren schnell noch mal so viel vom Hersteller der Fernzugriffssoftware ordern. In deren Warteschleifen war dann auch vor einer Woche erheblicher Stau angesagt.

Stau in der Lizenzabteilung

Inzwischen hört man aus den meisten Betrieben, dass die Lizenzsituation sich nach zwei bis drei Tagen entspannt habe. Geblieben sind aber in einigen Fällen äußerst schwachbrüstige Server fürs virtuelle private Netzwerk, deren Nachrüstung auch noch einige Tage in Anspruch nehmen wird.

Ein weiterer eilends installierter VPN-Server sorgte dann in einigen Fällen für schnelle Entlastung, brachte aber auch neue Probleme mit sich. Die Übergänge zwischen den Teilnetzen klappten nicht immer.

Die Nutzung von Backup-Leitungen und eilends eingerichteten Mobilfunkzugängen konnte die Situation in vielen Fällen in den Ballungsgebieten entspannen. An der Front hat sich die Situation also merklich beruhigt. Doch einige Probleme können nur im Homeoffice behoben werden. Wenn die Videokonferenz ruckelt, liegt es nicht selten am häuslichen WLAN.

Üblicherweise sind Mitbewohner mit zeitgleich laufenden sehr datenintensiven Anwendungen die Ursache.

Drahtlos macht ratlos

Mitunter hilft es, den Abstand zum Router zu verringern. Fast immer hilft ein LAN-Anschluss per Ethernetkabel an den Router. Denn darüber werden Gigabit-Verbindungen möglich, die auch zum facetimen und skypen ausreichen, wenn die wenigen Megabit per WLAN schon längst nicht mehr ausreichen.

Wer sein Homeoffice auf dem Lande betreibt und keinen Glasfaseranschluss sein Eigen nennen kann, hat oft damit zu kämpfen, dass sein DSL-Anschluss einfach zu wenig Bandbreite fürs Homeoffice hat.

Zwei Megabit pro Sekunde gelten als Mindestvoraussetzung fürs Homeoffice. Doch bei den dort noch oft vorhandenen älteren Anschlüssen hat der Provider die Sendebandbreite in vielen Fällen auf 1,1 Megabit pro Sekunde begrenzt.

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LTE-Ausbau auf dem Land

Der eine oder andere Provider hat in der vergangenen Woche darauf aufmerksam gemacht, dass er in Zeiten des Homeoffice auch bei diesen älteren Anschlüssen die Bandbreite auf bis zu 12 Megabit pro Sekunde hochgesetzt habe.

Das klingt gut, hat aber die Probleme der Heimarbeiter nicht gelöst. Denn heraufgesetzt wurde in solchen Fällen lediglich der Download. Das hilft beim Streaming, aber nicht beim Homeoffice.

Der Umstieg auf eine Mobilfunkverbindung hat da in der vergangenen Woche auch nur in wenigen Fällen geholfen. Denn breitbandige LTE-Strecken sind auf dem Lande eher Mangelware. Immerhin aber gewinnt der LTE-Ausbau dort an Dringlichkeit.

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