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Muss ich gegen meinen Willen ins Homeoffice?

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Fachanwältin Bürger erklärt - Muss ich gegen meinen Willen ins Homeoffice?

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In der Corona-Krise werden viele Arbeitnehmer ins Homeoffice verbannt. Ist das überhaupt rechtens? Eine Anwältin beantwortet im ZDF-Interview die wichtigsten Fragen.

Viele Beschäftigte arbeiten derzeit im Homeoffice - doch vielen ist die Rechtssituation dabei unklar. Die Fachanwältin Kathrin Bürger klärt für uns wichtige Fragen.

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Deutschland meldet wieder einen Rekordwert an Corona-Neuinfektionen. Viele Arbeitgeber gehen deshalb auf Nummer sicher und schicken ihre Mitarbeiter vorsichtshalber ins Homeoffice. Aber welche Rechte und Pflichten habe ich als Arbeitnehmer?

Habe ich als Arbeitnehmer in der Corona-Pandemie einen Anspruch auf Homeoffice?

Mitarbeiter hätten nach jetzigem Stand keinen Anspruch auf Homeoffice, stellt Kathrin Bürger, Fachanwältin für Arbeitsrecht, im ZDF klar. Wenn man sich jedoch mit dem Arbeitgeber einige, könnten Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt werden. Wenn dies der Arbeitgeber allerdings nicht möchte, müsste der Mitarbeiter seine Tätigkeit im Betrieb verrichten.

Kann ich als Arbeitnehmer ins Homeoffice geschickt werden?

Wenn der Arbeitgeber die Hygienestandards nicht einhalten könne oder der Mitarbeiter zur Risikogruppe gehöre, könnte man ins Homeoffice "verbannt" werden, so Kathrin Bürger, Fachanwältin für Arbeitsrecht. Ansonsten könne man den Arbeitnehmer jedoch nicht gegen seinen Willen ins Homeoffice schicken.

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Wie verhalte ich mich bei Symptomen oder einem positiven Corona-Test?

"Es ist die gleiche Dokumentation, als würde ein Arbeitsunfall im Betrieb passieren", erklärt Kathrin Bürger. "Also ich nehme den Namen auf, dessen, der sich verletzt hat. Das bin dann wahrscheinlich ich selbst. Dann schreibe ich auf, wann und was genau passiert ist: also den Unfallhergang. Die Zeit, soweit ein Zeuge von zu Hause noch dabei war, dann nehme ich auch dessen Namen auf. Und wenn ein Ersthelfer noch vor Ort war, dann auch dessen Namen. Und dann melde ich alles an den Arbeitgeber. Der gibt es dann entsprechend weiter."  

Bin ich während der Pandemie zu Dienstreisen verpflichtet?

"Das kommt auf den Einzelfall an", erklärt die Fachanwältin für Arbeitsrecht. Grundsätzlich könne der Arbeitgeber sehr wohl weiterhin Dienstreisen anordnen. Da komme dann das sogenannte "billige Ermessen" in Betracht - also eine Abwägung zwischen dem Interesse zur Durchführung der Dienstreise und dem Infektionsrisiko des Arbeitnehmers.

"Geht die Abwägung zugunsten des Unternehmens aus, dann ist der Arbeitnehmer verpflichtet, die Dienstreise durchzuführen", so Bürger. Weigere sich der Arbeitnehmer, könne das tatsächlich auch Sanktionsmaßnahmen nach sich ziehen.  

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Ich gehöre einer Risikogruppe an - habe ich besondere Rechte?

Die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gegenüber seinen Mitarbeitern erhöhe sich, wenn der Mitarbeiter zur Risikogruppe gehöre, erklärt Bürger.

"Das heißt, ich kann dann gegebenenfalls auch Ansprüche gegen den Arbeitgeber geltend machen, die normale Arbeitnehmer, die eben nicht zur Risikogruppe gehören, nicht haben", erklärt sie. Beispiele sind die Beanspruchung eines Einzelbüros oder der Anspruch auf Homeoffice.

Man sieht verschiedene Menschengruppen, also Cluster, die mit dem Corona-Virus (symbolisch) infiziert sind.

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