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Google und Apple profitieren - Homeschooling: Der Einfluss großer Firmen

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Im Schnelldurchlauf soll die Schule digitalisiert werden. Weil der Staat kein Konzept hat, stehen Tech-Konzerne parat. Das Coronavirus könnte zum Trojanischen Pferd werden.

Archiv: Ein Schüler tippt auf einem Tablet.
Zum digitalen Lernen in Corona-Zeiten bieten große Internetfirmen entsprechende Angebote - Experten fürchten Einflussnahme.
Quelle: DPA

"Nach mehreren Wochen Homeschooling ist der Druck auf die Bildungspolitik immens", meint Tim Engartner, Professor für Didaktik der Sozialwissenschaften an der Uni Frankfurt/Main. Engartner ist auch Direktor der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung. Weil es an den meisten Schulen nicht nur an Laptops und PC's, sondern auch an einer IT-Infrastruktur fehlt, "springen die Technologiekonzerne jetzt in die Bresche."

Clouds, Apps und Tools sind ein "Türöffner" in die Schule

"Einmal Fuß gefasst, werden sie so schnell nicht wieder aus den Klassenzimmern weichen", fürchtet Bildungsforscher Engartner, der im Mai eine Studie zur Einflussnahme der Digitalkonzerne auf Schulen vorlegen wird.

Die Lehrergewerkschaft GEW sieht das ähnlich: Die Corona-Krise sei für viele private Anbieter von Clouds, Apps, Tools und Unterrichtsmaterialien ein Türöffner zur Schule. Und bedauerlicherweise fehle gerade jetzt die Zeit, genau hinzuschauen, beklagt die GEW.

Bei Apple, Google und Microsoft ist das Lehrercoaching inklusive

Digitalkonzerne wie Apple, Google und Microsoft stellen nicht nur die Geräte und die entsprechende Software, sie coachen dabei auch noch die Lehrkräfte, wie aus der Studie von Tim Engartner hervorgeht.

Die Abi-Prüfungen sollen nach der Corona-Schul-Pause stattfinden - das bereitet vielen Schülern Sorge. Sie fühlen sich nicht ausreichend vorbereitet.

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Beispiel Google: Seit 2017 unterhält das Unternehmen in Berlin, München und Hamburg "Zukunftswerkstätten", in denen sich nach Auskunft von Google jeder kostenlos weiterbilden lassen kann. Gemeinsam mit Partnern wie etwa dem Fraunhofer Institut IAIS schult Google zudem auch Lehrer und unterstützt Kinder beim Lernen.

Google sagt, es gehe um die nächste Generation

Gegenüber ZDFheute erklärt Google, dass es bei diesen nicht-kommerziellen Angeboten ausschließlich darum ginge, die nächste Generation fit zu machen für die Herausforderungen der Digitalisierung.

Solche Angebote sieht Bildungsforscher Engartner anders: "Tatsächlich geht es um die Prägung von Einstellungen, die Unterrichtsinhalte sind vielfach selektiv und tendenziös." Die Botschaften der amerikanischen Tech-Konzerne seien immer allgemeinwohlorientiert und uneigennützig. Wie wenig das aber zutreffe, zeige sich alleine daran, dass sie ihre Steuerlast in den EU-Staaten in den einstelligen Prozentbereich gedrückt hätten.

Digitalstrategie für Schulen fehlt bisher

Bildungsforscher Engartner kritisiert, dass es zur angestrebten Digitalisierung von Schulen keine politische Strategie in Deutschland gebe:

5,5 Milliarden Euro für den 'DigitalPakt Schule', aber keine Konzepte, wie die Mittel ausgegeben werden, hier mal zwei PCs und dort ein Notebook.
Tim Engartner

Die Lehrergewerkschaft findet es insbesondere jetzt in Corona-Zeiten wichtig, Kinder und Jugendliche vor Kommerz und Lobbyismus zu schützen. Das sei allerdings nicht leicht, weil sich privatwirtschaftliche Interessen häufig hinter "einer neutral wirkenden Oberfläche" verbärgen.

Die GEW appelliert daher an Lehrerinnen und Lehrer, alle digitalen Angebote zu hinterfragen und Rücksprache mit Schulleitung, Schulämtern und Verbänden zu halten.

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