ZDFheute

Welche Orte Corona-Ausbreitungen befördern

Sie sind hier:

Eng, geschlossen, wenig Luft - Welche Orte Corona-Ausbreitungen befördern

Datum:

Nach Ausbrüchen in Hochhäusern und Schlachthöfen ist eine Debatte um Corona-Hotspots entstanden. Welche räumlichen Faktoren begünstigen eine Ausbreitung? Ein Überblick.

Schüler mit Schutzmasken in Düsseldorf
Ein Hauptübertragungsweg des Coronavirus sind Aerosole: Diese sind so fein, dass sie selbst durch Masken durchgehen.
Quelle: picture alliance/imageBROKER

Hochhauskomplexe in Göttingen, Schlachthöfe in Gütersloh: Immer wieder wird von sogenannten Corona-Hotspots berichtet, in denen es zu massenhaften Infektionen kommt. In den Wohnkomplexen wurde die Ausbreitung etwa durch nicht eingehaltene Abstandsregeln, aber auch zu viele Menschen, die auf zu engem Raum lebten, befördert.

In den Schlachtbetrieben wirkten sich neben den Sammelunterkünften, in denen viele der Arbeiter auf engstem Raum wohnen, wohl auch kühle Temperatur günstig auf das Infektionsgeschehen aus.

Im Kreis Gütersloh wurden fast 700 Mitarbeiter der Fleischfabrik Tönnies positiv auf das Coronavirus getestet. Die lokalen Schulen und Kitas bleiben nun vorerst geschlossen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Welche räumlichen Faktoren begünstigen also eine Ausbreitung? Ein Überblick.

Was sind noch einmal Aerosole?

Eine wichtige Rolle bei der Infektion mit dem neuartigen Coronavirus spielen nach Einschätzung von Experten sogenannte Aerosole. Das sind sehr kleine Schwebeteilchen, in denen sich das Virus befinden kann. Anders als Tröpfchen, die zu Boden fallen, können die kleineren und leichteren Aerosole noch längere Zeit in der Luft stehen und ansteckend sein.

Aerosole - winzige, unsichtbare Partikel. Wie gefährlich sind sie? Wie groß ist ihr Anteil an der Verbreitung der Coronaviren? Ein großangelegter Versuch will Klarheit bringen.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Warum ist Corona-Risiko in Innenräumen größer als draußen?

In geschlossenen und engen Räumen können sich in der Luft schwebende Aerosole besonders gut verteilen, heißt es etwa vom Robert-Koch-Institut. Wichtig ist es daher, Räume regelmäßig zu lüften, damit es einen Luftaustausch geben kann.

Solange man die Abstandsregeln wahre, sei eine Übertragungswahrscheinlichkeit im Freien hingegen sehr gering, so das RKI. Erste Untersuchungen der weltweiten Corona-Fälle deuten darauf hin, dass es bislang überwiegend in Innenräumen zu Corona-Übertragungen gekommen ist.

Vor einem Liniendiagramm steht der Großbuchstabe R. Im Hintergrund sind zwei große, gezeichnete Viren zu sehen.

Nachrichten | Panorama -
Corona-Daten einfach erklärt
 

Was sind die wichtigsten Zahlen zur Pandemie und was bedeuten sie?

Aktuell wirkt sich - zumindest auf der Nordhalbkugel - ein weiterer Faktor positiv auf den Übertragungsweg im Freien aus: das warme Klima. Vermutungen von Forschern legen nahe, dass Speicheltröpfchen, durch die das Virus weitergegeben wird, bei kaltem Wetter länger in der Luft bleiben und das Immunsystem durch Kälte geschwächt wird.

Wie gefährlich sind öffentliche Toiletten?

Eine chinesische Studie ist zu dem Schluss gekommen, dass Aerosole auch durch Spülgänge auf der Toilette übertragen werden können. Denn dabei könnten Wirbel erzeugt werden, die sich in Form von Aerosol-Wolken über der Schüssel fortsetzen - bis auf eine Höhe von knapp einem Meter, wo sie eingeatmet werden oder sich auf Oberflächen absetzen könnten.

Man kann davon ausgehen, dass diese Geschwindigkeit noch höher ist, wenn eine Toilette häufig benutzt wird, so etwa bei einer Familientoilette oder einer öffentlichen Toilette in einem dicht besiedelten Raum.
Ji-Xiang Wang, Co-Autor der Studie

Das Virus konnte bereits im Magen-Darm-Trakt und Stuhl von Menschen nachgewiesen werden: In den allermeisten Fällen wurde aber nur totes Virenmaterial ausgeschieden, das nicht ansteckend ist. Die Gefahr durch Klospülungen ist also vergleichsweise gering.

So oder so, für das Kloproblem gibt es - zumindest in privaten Haushalten - oft eine einfache Lösung: den Klodeckel vor dem Spülen zu schließen.

Was ist mit Klimaanlagen und dem Coronavirus?

Eine Studie, die das Virusgeschehen in einem fensterlosen, chinesischen Restaurant untersuchte, kam zu dem Ergebnis, dass Klimaanlagen eine Übertragung durchaus fördern können. Laut Umweltbundesamt bestehe aber kein Risiko, wenn die Luftführung konsequent getrennt voneinander erfolgt. Wichtig sei eine regelmäßige Wartung und Kontrolle.

Flugzeugbauer verweisen darauf, dass ihre Klimaanlagen grundsätzlich gegen Viren gewappnet seien. Sie verweisen auf Schwebstofffilter (Hepa-Filter) in den Klimaanlagen, die 99,97 Prozent der Aerosole herausfilterten und in allen Flugzeugen Standard seien.

Welche Corona-Regeln wo gelten - Tipps für heimische Urlaubsregionen

Beitragslänge:
15 min
Datum:

Die Deutsche Bahn hat keine solche Hepa-Filter. Solange die Klimaanlage in den Zügen funktioniert, ist das Übertragungsrisiko aber geringer, als wenn die Luft stehen würde. Ein Bahn-Sprecher erklärte auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa:

Eine Übertragung solcher Tröpfchen über die Klimaanlagen eines Zuges ist aufgrund der sehr langen Lüftungswege, der Trocknung der Luft und der vorhandenen Filter äußerst unwahrscheinlich.

Zur Frage der Aerosole machte das Unternehmen bisher keine Angaben.

Entscheidend ist bei Zug- und Bahnfahrten aktuell aber vor allem eines: Dass - neben einer Maskenpflicht - die notwendigen Abstände zwischen den Passagieren eingehalten werden, um das Risiko einer Übertragung zu verringern.

Diesen Regionen droht erneut der Lockdown

Obergrenze überschritten -
Corona-Obergrenze: Wo Verschärfungen drohen
 

Ob Corona-Maßnahmen gelockert oder verschärft werden, hängt von der Zahl der Neuinfektionen ab. Eine aktuelle Karte zeigt, ob die Obergrenze in Ihrer Region eingehalten wird.

von Simon Haas

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

"ZDF.reportage: Mit Maske nach Mallorca - Das neue Urlaubsgefühl": Ein Strand mit Urlaubern. Einige sitzen am Strand, andere sind im Meer.

Nachrichten | heute 19:00 Uhr -
Mallorca gehört zum Risikogebiet
 

Nachdem sich die Corona-Zahlen in Spanien entspannt hatten, scheint dort nun eine zweite Welle angekommen zu …

von Anna Feist
Videolänge:
1 min
Der Leiter des Gesundheitsamts Trier-Saarburg Harald Michels

Gesundheitsamt Trier-Saarburg -
Probleme bei Reiserückkehrern
 

Reiserückkehrer stellen Gesundheitsämter vor Herausforderungen: Der Leiter des Gesundheitsamts …

Videolänge:
1 min
Eine Blutprobe für einen Antikörpertest. Archivbild

Nachrichten | heute -
Corona-Studie in Kupferzell
 

Das Robert-Koch-Institut hat eine hohe Dunkelziffer nicht erfasster Corona-Fälle in Kupferzell ermittelt. In …

von Petra Otto
Videolänge:
1 min
Ein Zettel für die Gäste-Regstrierung liegt in einem Restaurant auf einem Tisch.

Nachrichten | heute -
Datenschutz in Corona-Zeiten
 

Wegen der Corona-Pandemie werden vielerorts persönliche Daten hinterlassen – zum Beispiel im Restaurant oder …

von Elisabeth Schmidt
Videolänge:
2 min
Tourismus auf Mallorca (Symbolbil/Archiv)

Nachrichten | heute -
Wird Mallorca zum Risikogebiet?
 

Überall in Europa gibt es wieder mehr Corona-Neuinfektionen. In Spanien wächst die Sorge, dass auch Mallorca …

von Anna Feist
Videolänge:
1 min
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.