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Biontech und Pfizer - Welche Fragen zum Corona-Impfstoff offen sind

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Biontech und Pfizer wollen die Zulassung ihres Corona-Impfstoffs in den USA beantragen. Die EU hat schon einen Liefervertrag fertig. Noch sind viele Fragen offen - ein Überblick.

Impfstoff gegen Covid-19
Wirkt der Biontech-Impfstoff auch bei Risikogruppen effizient? Noch ist das nicht geklärt.
Quelle: reuters

Die Zulassung eines Impfstoffes gegen Covid-19 scheint nicht mehr allzu fern zu sein. Doch einige Fragen sind noch nicht endgültig geklärt. Wie steht es um...

... die Wirksamkeit eines Impfstoffes gegen Covid-19?

Die Unternehmen Biontech und Pfizer geben an, dass ihr gemeinsam entwickelter Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 bietet. Das ist allerdings nur ein erstes Zwischenergebnis aus der für eine Zulassung entscheidenden Studienphase.

Bislang fehlen zum Beispiel noch Daten zum Schutzeffekt der Impfung für bestimmte Gruppen. Es sei unklar, ob der Impfstoff bei Risikogruppen wie älteren Menschen effizient wirkt, sagte der Leiter der Forschungsgruppe Infektionsimmunologie und Impfstoffforschung an der Berliner Charité, Leif-Erik Sander.

Sollte sich die hohe Wirksamkeit von mehr als 90 Prozent bestätigen, "wäre dies eine unerwartet hohe Impfeffizienz", sagte Sander. Viele eingesetzte Impfstoffe wie etwa gegen Influenza erreichten keine so hohen Werte.

Die Virologin Ulrike Protzer gibt bei ZDFheute live zudem zu bedenken, dass die Daten bislang nicht aus einer wissenschaftlichen Publikation stammen, sondern aus einer Pressemitteilung.

... die Verfügbarkeit des Corona-Impfstoffes?

Damit der Impfstoff von Biontech und Pfizer nach einer Zulassung schnell in der Europäischen Union zur Verfügung steht, hat die EU-Kommission einen Vertrag zur Lieferung ausgehandelt. Dieser wurde laut Kommissionskreisen am Dienstag geschlossen - nachdem man bereits seit Monaten verhandelt hatte.

Deutschland möchte bis zu 100 Millionen Dosen erhalten. Damit sei die Bundesregierung in den Gesprächen in der EU angetreten, teilte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit. In der EU haben allerdings alle 27 Länder gleichzeitig Zugriff auf erste Lieferungen. Sie sollen nach Bevölkerungsstärke verteilt werden. Deutschland hat hier einen Anteil von rund 19 Prozent.

... die Verteilung der Impfstoffdosen?

Ein aktuelles Positionspapier des Deutschen Ethikrats, der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina und der Ständigen Impfkommission (Stiko) gibt eine grobe Richtung vor: Ältere Menschen mit Vorerkrankungen sowie Mitarbeiter in Krankenhäusern und Pflegeheimen sollen bevorzugt geimpft werden.

Außerdem Menschen in gesellschaftlichen Schlüsselstellungen - etwa Mitarbeiter von Gesundheitsämtern und Sicherheitsbehörden, Polizisten, Feuerwehrleute, Lehrer und Erzieher. Innerhalb der nächsten Wochen sollen die Empfehlungen konkreter werden.

... die praktische Umsetzung?

Geimpft werden soll in Zentren sowie durch mobile Impftrupps. Der Aufbau dieser Impfzentren solle nach und nach in den nächsten sechs, acht, zehn Wochen erfolgen, so Gesundheitsminister Spahn. Das reiche zeitlich aus.

Der Transport und die Lagerung des Impfstoffes könnten indes eine Herausforderung darstellen: Er soll grundsätzlich bei einer Temperatur von rund minus 70 Grad aufbewahrt werden. Pfizer wies allerdings in einer Mitteilung im September darauf hin, man habe neue Daten, die nahelegten, dass der Impfstoff auch bei normaler Kühlschrank-Temperatur bis zu fünf Tage stabil bleibe.

Biontech-Chef Sahin rechnet damit, dass dieses Jahr 50 Millionen Dosen Impfstoff hergestellt werden könnten. Diese würden an Länder verteilt, wo es eine Genehmigung gebe.

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... eine anhaltende Immunität?

Dass eine Impf-Immunisierung gegen Corona ein ganzes Leben lang halten wird, scheint unwahrscheinlich. Fachleute gehen bisher davon aus, dass man sie wie bei der Grippe-Schutzimpfung regelmäßig wiederholen muss.

Eine wichtige Frage ist zudem, ob Menschen nach einer Impfung das Virus weitertragen können. Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) sagte, man wisse noch nicht, ob die, die geimpft seien, sich weiter mit dem Coronavirus infizieren und für andere Menschen ansteckend sein könnten. Das wäre vor allem für den Gesundheitsbereich problematisch.

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von Marion Geiger

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