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Ethikrat zu Corona-Impfungen - "Es ist eine Priorisierung auf Zeit"

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Risikogruppen und Heimbewohner: Der Deutsche Ethikrat hat vorgeschlagen, welche Menschen als erstes gegen Covid-19 geimpft werden sollen. Die Vorsitzende Alena Buyx im Interview.

Dem Wunsch, dass es im kommenden Jahr einen wirksamen Impfstoff gegen Covid-19 geben soll, sind die Pharmafirmen Biontech und Pfizer heute einen Schritt näher gekommen.

Sie wollen noch im November den Zulassungsantrag für ihren Corona-Impfstoff in den USA stellen. Sie rechnen damit, noch in diesem Jahr weltweit bis zu 50 Millionen Impfstoff-Dosen bereitstellen zu können, im kommenden Jahr kalkulieren sie mit bis zu 1,3 Milliarden Dosen.

Doch fest steht auch: Das reicht nicht für alle. Deshalb lautet die Frage, die unweigerlich mit weiteren Impfstoff-Fortschritten verbunden ist: Wer soll zuerst geimpft werden?

Der Deutsche Ethikrat hat dazu zusammen mit der Wissenschaftsakademie Leopoldina und den Experten der Impfkommission eine Strategie erarbeitet. In dem Papier empfehlen Sie, dass zuerst Beschäftigte des Gesundheitswesens, ältere Menschen sowie Menschen anderer Risikogruppen geimpft werden sollten.

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates Alena Buyx erläutert, ...

... wie entschieden werden soll, wer zu einer Risikogruppe gehört:

"Das wird aufgrund von vorliegenden Daten errechnet. Es gibt beispielsweise Menschen, die mit bestimmten Vorerkrankungen in sehr hohem Alter in Pflegeheimen leben. Die haben ganz deutlich erhöhte Risiken für schwere Verläufe und den Tod. Das wäre eine Gruppe, die zuerst geimpft würde."

... wie die Impfaktion ablaufen soll:

"Wir werden das anders machen, als das sonst ist. Das wird nicht auf den Schultern der Hausärztinnen und Hausärzte liegen, diese Art von Verteilung vorzunehmen, sondern es wird Impfzentren geben.

Aber die Impfung muss zu bestimmten Gruppen auch kommen. Die kann man ja nicht einfach so in den Bus setzen und dann in ein Impfzentrum fahren. Das heißt, er wird es mobile Impflösungen geben müssen, die zu diesen Menschen beispielsweise in Pflegeheime oder in Einrichtungen der Langzeitpflege fahren und dort impfen."

... wie es weiter geht, wenn die bevorzugten Gruppen geimpft wurden:

"Es ist eine Priorisierung auf Zeit, das hoffen wir alle. Und wir hoffen, dass im nächsten Jahr dann bald für alle auch Impfstoff da ist. Und da ist es sicher sehr klug, sich beim Hausarzt oder bei der Hausärztin regelmäßig zu informieren. Aber auch bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Also die Information wird, glaube ich, an der Bevölkerung nicht vorbeigehen, wenn dann sozusagen alle zum Zuge kommen können."

Man sieht verschiedene Menschengruppen, also Cluster, die mit dem Corona-Virus (symbolisch) infiziert sind.

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