ZDFheute

Corona-Impfstoff: Die wichtigsten Fakten

Sie sind hier:

Kampf gegen Sars-CoV-2 - Corona-Impfstoff: Die wichtigsten Fakten

Datum:

Russland und die USA prahlen mit der schnellen Entwicklung eines Corona-Impfstoffs. Wie weit ist Deutschland bei der Impfstoff-Entwicklung? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Eine indonesische Beamtin trägt Schutzkleidung, während sie einem Freiwilligen während der COVID-19-Immunisierungssimulation in Depok, West-Java, Indonesien, eine Injektion durchführt.
Kommt mit einem Impfstoff gegen das Coronavirus die Normalität zurück? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Quelle: epa

Wann könnte ein Impfstoff zur Verfügung stehen?

Die Bundesregierung bleibt offiziell bei ihrer Ansage: Im ersten Quartal des kommenden Jahres könnte es mit ersten Impfungen gegen das Coronavirus losgehen. Es könne aber immer auch Rückschläge bei der Forschung geben, heißt es.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) soll nach einem "Bild"-Bericht in einer Schalte mit seinen Länderkollegen Anfang der Woche erklärt haben, die Zulassung eines Impfstoffs könnte sogar noch vor Ende des Jahres passieren. Bestätigt wird diese Äußerung nicht.

Die erklärte Devise der deutschen Regierung ist: Wir wollen nicht per se die Ersten sein. Der Impfstoff muss ausreichend getestet und sicher sein, sonst haben die Leute kein Vertrauen. Das Robert Koch-Institut (RKI) rechnet 2021 mit der Zulassung eines Impfstoffs.

Forscher laufen auf eine Zielgerade zu, hinter der eine Spritze steht, die den Corona-Impfstoff symbolisiert.u

Wettlauf um Corona-Schutz -
Diese Firmen liegen im Impfstoff-Rennen vorn
 

Die Impfstoff-Suche hat den wohl größten Wettlauf ausgelöst, den die Wissenschaft je gesehen hat. Am Ausgang des Rennens entscheidet sich, wer den Corona-Schutz zuerst bekommt.

von Simon Haas

Wer kommt zuerst dran?

Schon aus Kapazitätsgründen muss eine Auswahl stattfinden: Es werden nicht auf einen Schlag ausreichend Impfdosen für alle Bürger zur Verfügung stehen. Kriterien für eine Priorisierung erarbeiten momentan der Deutsche Ethikrat, die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und die am RKI angesiedelte Ständige Impfkommission.

Bis Ende nächster Woche sollen Vorschläge dazu vorliegen. Wahrscheinlich werden Impfungen zuerst für Bevölkerungsgruppen angeboten, die ein höheres Risiko haben, sich anzustecken oder schwer zu erkranken. Das sind zum Beispiel Beschäftigte im Gesundheitswesen, Ältere und Kranke sowie Menschen mit Vorerkrankungen.

Ab Mitte nächsten Jahres könnten dann breite Teile der Bevölkerung geimpft werden, heißt es bisher von der Regierung.

Menschenmasse in Piktogrammen - in der Mitte eine Spritze.

Nachrichten | Politik -
Corona: Wen zuerst impfen?
 

Sind die nächsten Sommerferien also gerettet?

Sprunghaft zurück zum gewohnten Vor-Corona-Alltag wird es wohl nicht gehen. Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hatte Anfang des Monats im "Spiegel" sehr vorsichtig davon gesprochen, dass mit einem Impfstoff die Hoffnung bestehe, "dass wir im nächsten Jahr schrittweise den Alltag normalisieren können".

Nach Einschätzung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung wird es noch bis Ende 2022 dauern, bis regelmäßig und wirksam geimpft werden kann, so dass die Gesellschaft im Ganzen geschützt ist.

Werden sich überhaupt genug Leute impfen lassen?

Um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, müssten sich in Deutschland nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums 55 bis 65 Prozent der Bürger eine Impfung abholen. Ist diese Bereitschaft vorhanden?

Infektiologin Prof. Maria Vehreschild von der Universitätsklinik Frankfurt im Gespräch bei corona nachgehakt. Im neuen phoenix-Format "corona nachgehakt" stellen Wissenschaftler und Ärzte neueste Forschungsergebnisse vor.

Beitragslänge:
14 min
Datum:

Eine Befragung des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) im September hatte eine Impfbereitschaft von etwas mehr als 50 Prozent festgestellt. Einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Appinio von Anfang Oktober zufolge würden sich 63 Prozent eher bis sehr wahrscheinlich impfen lassen, sobald ein Impfstoff bereitsteht.

Wird es eine Impfpflicht geben?

Die Frage wird dem Gesundheitsminister seit Monaten immer wieder gestellt und Spahn gibt immer dieselbe Antwort: Nein. "Es wird keine Impfpflicht geben." Überzählige Impfdosen gegen das Coronavirus will er demnach auch an andere Länder weitergeben.

Wir sichern uns deutlich mehr Impfstoff, als wir brauchen werden.
Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister

Wie wirksam kann oder wird ein Impfstoff überhaupt sein?

Bei der Wirksamkeit gehe es darum, dass die Impfstoffe in der Lage seien, die schwere Covid-19-Krankheit zu verhindern. Das seien die primären Ziele, hatte der Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, im September gesagt.

Eine Impfung wird in einer Arztpraxis vorbereitet. Archivbild

Gesundheitsministerium -
Corona-Impfungen ab Frühjahr 2021
 

Könnten schon vor Ende 2020 in Deutschland die ersten Menschen gegen das Coronavirus geimpft werden? Das Gesundheitsministerium hält das weiterhin für unwahrscheinlich.

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

Sachsen, Leipzig: Der geschmückte Weihnachtsbaum steht auf dem Leipziger Marktplatz.

Opposition zu Länder-Papier -
Kritik an Shutdown II: Zu viel, zu wenig
 

Den einen ist es zu wenig, den anderen viel zu viel: Die Opposition ist mit dem Corona-Papier der Länder …

von Kristina Hofmann, Berlin
Videolänge
1 min
Qantas plant Corona-Impfpflicht für Fluggäste

Auf Interkontinantalflügen -
Qantas plant Corona-Impfpflicht
 

Die australische Fluggesellschaft Qantas will nach der Zulassung eines Corona-Impfstoffs nur noch geimpfte …

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.