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Corona-Forscher im Visier russischer Hacker?

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Suche nach Impfstoff - Corona-Forscher im Visier russischer Hacker?

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Die Suche nach einem Corona-Impfstoff ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Will Russland deshalb Erkenntnisse westlicher Forscher stehlen? Großbritannien erhebt noch weitere Vorwürfe.

Ein Mitarbeiter arbeitet am 12.03.2020 an einem Impfstoff gegen das Coronavirus.
Russische Hacker sollen angeblich Corona-Impfforscher ausspähen.
Quelle: Reuters

Britische Behörden werfen Hackern vor, im Auftrag Moskaus weltweit Cyber-Spionage bei Impfstoff-Forschern zu betreiben. Das geht aus einer Mitteilung des britischen Zentrums für Cyber-Sicherheit NCSC (National Cyber Security Centre) von Donnerstag hervor.

Demnach versucht eine Hacker-Gruppe, die unter dem Namen "APT29" oder auch "Cozy Bear" und "The Dukes" bekannt ist, seit Beginn der Coronavirus-Pandemie unter anderem von Organisationen in der Forschung und Entwicklung von Impfstoffen "wertvolle Daten" zu stehlen. Die Gruppe operiere "beinahe sicher" als Teil von russischen Geheimdiensten, hieß es in einer NCSC-Mitteilung. Diese Einschätzung werde auch von Behörden in den USA und Kanada geteilt.

In China, USA und in Europa sind erste Studien zu Corona-Impfstoffen angelaufen – mit Tests an Probanden, auch an der Uniklinik in Tübingen. Für Fachleute geht es derzeit schnell voran – mit Versuchen in einem bisher nie gekannten Ausmaß.

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2 min
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Russland bestreitet die Vorwürfe

Der britische Außenminister Dominic Raab verurteilte die angeblichen Cyber-Attacken. "Es ist vollkommen inakzeptabel, dass russische Geheimdienste diejenigen angreifen, die daran arbeiten, die Coronavirus-Pandemie zu bekämpfen", sagte Raab einer Mitteilung zufolge. Er rief Moskau auf, die Spionageaktivitäten zu beenden.

Russland wies die "ohne Beweise" vorgebrachten Anschuldigungen als "Propaganda" zurück. Russland beteilige sich international aktiv am Kampf gegen das Coronavirus, auch an den Initiativen Großbritanniens, teilte die russische Botschaft in London mit. "Als Antwort bekommen wir Anschuldigungen, dass wir versucht haben sollen, Informationen über einen Impfstoff zu stehlen."

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Vorwurf der Einmischung in britische Parlamentswahl

Nach Angaben der britischen Regierung versuchten "russische Akteure" außerdem, sich in die Parlamentswahl in Großbritannien im vergangenen Jahr einzumischen. Außenminister Raab erklärte, die Regierung erachte es als "praktisch gesichert", dass von russischer Seite versucht wurde, Einfluss auf die Wahl zu nehmen. Dies sei über die massenweise Verbreitung von illegal beschafften Regierungsdokumenten im Internet geschehen. Die Dokumente bezogen sich nach Angaben des Ministers auf Handelsfragen zwischen London und Washington.

Es gibt zwar keine Beweise für eine breit angelegte russische Kampagne gegen die Parlamentswahlen, aber jeder Versuch, sich in unsere demokratischen Prozesse einzumischen, ist völlig inakzeptabel
Britischer Außenminister Dominic Raab

Nähere Einzelheiten könne er wegen der laufenden strafrechtlichen Untersuchung nicht nennen. Der Kreml dementierte auch diese Vorwürfe.

In den kommenden Tagen will der Geheimdienstausschuss des Parlaments überdies seinen Bericht zu dem Verdacht der russischen Einmischung in das Brexit-Votum vom Juni 2016 veröffentlichen. Die Briten hatten sich damals mit knapper Mehrheit für den Austritt aus der Europäischen Union entschieden. So wie auch bei der Präsidentenwahl im selben Jahr in den USA besteht der Verdacht, dass Russland die Abstimmung manipuliert haben könnte.

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