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"Nehmen keine riskanten Abkürzungen"

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Corona-Impfstoff - "Nehmen keine riskanten Abkürzungen"

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Drei deutsche Unternehmen sollen bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes mit insgesamt 750 Millionen Euro unterstützt werden. Die Bundesregieurng setzt dabei auf Sicherheit.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Wissenschafts- und Bildungsministerin Anja Karliczek
Jens Spahn und Anja Karliczek.
Quelle: dpa

Die Bundesregierung will drei deutsche Pharmaunternehmen bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus finanziell unterstützen. Wie Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) in Berlin mitteilte, sind die Verhandlungen mit zwei Firmen bereits mit einer Förderzusage abgeschlossen. Demnach wird das Mainzer Unternehmen Biontech 375 Millionen Euro Förderung erhalten.

Das Tübinger Unternehmen Curevac erhält 230 Millionen Euro für die Forschung an einem Covid-19-Impfstoff. Karliczek zufolge soll außerdem das in Dessau-Roßlau ansässige Unternehmen IDT Biologika Förderung erhalten. Die Verhandlungen laufen nach ihren Worten aber noch.

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Förderung bis Abschluss der Phase 3

Die anderen beiden Unternehmen haben laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bereits die Förderbescheide erhalten. Bei Bedarf ist eine Erhöhung möglich. Beide Ministerien waren an den Verhandlungen beteiligt. Die fachliche Einschätzung kam vom Paul-Ehrlich-Institut, das Arzneimittel zulässt und für die Genehmigung klinischer Studien zuständig ist.

Karliczek sagte, die Förderung solle dazu beitragen, dass sich die Unternehmen bei der Suche nach einem Impfstoff breiter aufstellen können und eine Prüfung möglicher Impfstoffe beschleunigt werden kann. Die Förderung umfasst nach ihren Angaben auch die klinischen Studien bis zum Abschluss der sogenannten Phase 3.

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Das mehrstufige Verfahren soll zur Sicherheit der Impfstoffe beitragen, etwa auch seltene Nebenwirkungen offenlegen. Spahn und Karliczek betonten, dass die Sicherheit des Impfstoffs höchste Priorität habe. "Auch wenn die Welt auf einem Impfstoff wartet, riskante Abkürzungen werden wir nicht nehmen", sagte Karliczek.

Phase 3 entscheidend für Zulassung

Gleichzeitig betonte die Ministerin, Impfstoffe seien "der entscheidende Schlüssel, um die Pandemie zu überwinden". Bei den Verhandlungen mit den Unternehmen habe auch eine Rolle gespielt, dass ein möglicher Impfstoff bedarfsgerecht der Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden kann.

Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, betonte, der Verlauf der Phase 3 sei entscheidend für die Zulassung eines Impfstoffs. Er sei optimistisch, dass es schon im nächsten Jahr zur Zulassung eines Covid-Impfstoffes komme könne. Das müsse aber nicht so sein.

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Spahn betont Freiwilligkeit der Impfung

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