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Corona-Impfstoff: Wo Forscher ansetzen

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Kampf gegen Covid-19 - Corona-Impfstoff: Wo Forscher ansetzen

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Die Suche nach einem Impfstoff gegen Corona läuft auf Hochtouren. Noch ist unklar, wann es ihn geben wird. Ein Überblick über wichtige Ansätze, die Forscher derzeit verfolgen.

Doku: Weltweit arbeiten Wissenschaftler an der Entwicklung eines Impfstoffes.

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Zwar überfluten hin und wieder Meldungen die Öffentlichkeit, die einen Durchbruch bei der Impfstoff-Entwicklung verheißen und Glauben machen, der Impfstoff sei zum Greifen nah. Oft steckt dahinter aber nur ein Produkt, das sich im Laborexperiment als vielversprechend erwiesen hat, sich im echten Leben aber noch bewähren muss.

Tests mit genbasierten Impfstoffen

Einen völlig neuen Ansatz verfolgen Wissenschaftler mit genbasierten Impfstoffen. Dazu analysieren sie die Erbsubstanz des Erregers und picken sich jenen Abschnitt heraus, der für die Produktion eines bestimmten Oberflächen-Eiweißes, des Spike-Proteins, verantwortlich ist. Geimpft wird nicht das Eiweiß, sondern der betreffende Abschnitt der Erbsubstanz.

Der Plan: Der Körper des Geimpften produziert das Eiweiß selbst. Sein Immunsystem erkennt es als fremd und rüstet auf. Bei Kontakt mit dem Erreger steht seine Immunabwehr schon bereit.

Bislang hat es ein solcher Impfstoff noch nicht auf den Markt geschafft. Die deutschen Unternehmen BioNTech und CureVac, die beide mit diesem Impfstoff-Konzept arbeiten, sind dennoch zuversichtlich. BioNTech hat bereits mit Tests an freiwilligen Probanden begonnen, CureVac steht nach eigenen Angaben kurz davor.

Serum auf Verdacht: Vektor-Impfstoff

Während vielerorts die Tierexperimente und klinischen Studien noch am Laufen sind, hat der weltgrößte Impfstoffproduzent Serum Institute of India bereits begonnen, ein Serum auf Verdacht herzustellen. Das Präparat wurde an der Universität von Oxford entwickelt und wird gerade noch getestet.

Es basiert auf dem Prinzip eines sogenannten Vektor-Impfstoffs. Dabei wird ein bekanntes, harmloses Virus genetisch so modifiziert, dass es an seiner Oberfläche das Spike-Protein des Sars-CoV-2 ausbildet. Das Immunsystem des Geimpften reagiert darauf, der Betreffende ist vor einer echten Infektion geschützt.

In Deutschland arbeiten verschiedene Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung an einem Impfstoff, der sich dieses Prinzip zunutze macht.  

Ohne Impfstoff gegen das Coronavirus ist eine Rückkehr zur Normalität derzeit kaum denkbar. Forscherteams aus aller Welt arbeiten unter Hochdruck daran - und könnten schon sehr viel weiter sein.

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8 min
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Körpereigene Abwehrraketen gegen Covid-19

Ein anderer Ansatz setzt auf so genannte neutralisierende Antikörper. Die sind gewissermaßen die Abwehrraketen unseres Immunsystems. Sie binden Krankheitserreger und verhindern damit deren Eindringen in die Zellen.

Normalerweise bildet der Körper infolge einer Infektion passgenaue Antikörper, um den Eindringling abzuwehren. Gelegentlich passiert dies aber zu spät. Dann können Antikörper, die dem Infizierten von außen zugeführt werden, helfen, einen schlimmen Krankheitsverlauf von Covid-19 zu verhindern. Genau genommen handelt es sich dabei nicht um eine Impfung, sondern um eine Immuntherapie.

Forscher der Uniklinik Köln suchen mit Unterstützung des DZIF geeignete Antikörper in Blutproben bereits genesener Patienten. Bereits fündig wurden nach eigenen Angaben Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Braunschweig und dem Unternehmen YUMAB.

Sie haben in der Antikörper-Bibliothek von YUMAB unter 6.000 Antikörpern einen neutralisierenden Antikörper identifiziert. Auch das Israelische Institut für biologische Forschung verkündete kürzlich, einen neutralisierenden Antikörper gefunden zu haben und die Pandemie beenden zu können.

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