Sie sind hier:

Wissenschaftler alarmiert - Corona-Ausbrüche in Nerzfarmen

Datum:

Mehr als 1 Million Tiere wurden in spanischen und niederländischen Betrieben getötet. Vermutlich wurde das Virus von Mitarbeitern auf die Nerze übertragen - und wieder zurück.

Nach dem Ausbruch von Corona in einer Nerztierfarm in den Niederlanden werden tausende Tiere getötet (Juli 2020)
Nach dem Ausbruch von Corona in einer Nerztierfarm in den Niederlanden wurden im Juli 2020 tausende Tiere getötet.
Quelle: epa

Die Coronavirus-Ausbrüche in Nerzfarmen in den Niederlanden und Spanien haben Behörden und Wissenschaftler in beiden Ländern alarmiert. Sie gehen jetzt der Frage nach, wie das Virus in die Farmen gelangte, und fast alle dort gefangen gehaltenen Tiere infizierte.

Die Pandemie begann Ende 2019 in China, als das neue Virus von einem Tier auf Menschen übertragen worden sein soll. Danach verbreitete sich Sars-CoV-2 wie zuvor auch andere Coronaviren von Mensch zu Mensch.

Gelbfiebermücke

Coronavirus - Forscher warnen vor mehr Tierkrankheiten 

Das Coronavirus ist wohl auf Tiere zurückzuführen. Forscher warnen, dass es immer mehr solcher Pandemien geben könnte. Den Grund haben sie auch schon ausgemacht.

Gefahr für Bevölkerung noch unklar

Bekannt ist, dass einige Tiere, darunter Katzen, Hunde und Tiger, sich durch Kontakt mit Menschen mit dem Virus infiziert haben. Die Coronavirus-Ausbrüche in den Niederlanden und in Spanien begannen wahrscheinlich durch Kontakt der Nerze mit infizierten Mitarbeitern der Zuchtbetriebe. Bewiesen ist die Vermutung allerdings noch nicht.

Es sei aber plausibel, dass einige Mitarbeiter sich danach bei infizierten Nerzen ansteckten, sagen die niederländische Regierung und ein Wissenschaftler. Die Untersuchungen der Forscher laufen noch, die auch der Frage nachgehen, was für Gefahren für die Bevölkerung von einer solchen Infektionskette ausgehen.

Affen aus dem Tierpark Gettorf.

"planet e."-Dokumentation - Exotische Wildtiere: Gefahr im Wohnzimmer 

Sie sind exotisch, begehrt - und gefährlich. Denn sie können Krankheiten auf den Menschen übertragen. Exotische Wildtiere sind in Deutschland sehr gefragt. Artenschützer warnen.

von Andrea Rehmsmeier und Bernd Reufels

Ansteckungen auch nach Farmschließungen noch

Der Ausbruch auf einer spanischen Nerzfarm bei La Puebla de Valverde, einem 500-Einwohner-Dorf in der nordwestlichen Region Aragón, wurde entdeckt, nachdem Ende Mai 14 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Das teilte der Regionalchef für Landwirtschaft und Umwelt, Joaquin Olona, mit.

Zwei weitere Mitarbeiter wurden noch infiziert, nachdem die Nerzfarm geschlossen worden war. Mehr als 92.000 Nerze des Betriebs wurden auf Weisung der Behörden getötet. 90 Prozent waren mit dem Coronavirus infiziert.

Erste Ausbrüche schon im April

Die Ausbrüche in den Niederlanden begannen im April, berichtet Professor Wim van der Poel von der Universität Wagingen. Van der Poel ist Veterinär und arbeitet in der Virusforschung. Er stellte fest, dass der bei den Nerzen gefundene Virusstamm dem ähnelt, der unter Menschen zirkuliert.

Wir vermuteten, dass es möglich ist, dass es wieder (von den Tieren) auf Menschen übertragen wird.
Wim van der Poel, Veterinär und Virologe, Universität Wagingen, Niederlande

Bei mindestens zwei Farm-Mitarbeitern sei das auch passiert. Richard Ostfeld, ein Forscher am Cary-Institut für Ökosystemstudien in Milbrook, New York, sagte, wenn das durch weitere Untersuchungen bestätigt würde, wären das die ersten exakt nachgewiesenen Tier-zu-Mensch-Infektionen.

Infektionsrisiko Tierhaltung

"Mit dem Beweis von der Übertragung von gefangenen Nerzen auf Menschen müssen wir definitiv über das Potenzial bezüglich domestizierter infizierter Tiere besorgt sein, die ihre Infektion auf uns übertragen", schrieb Osterfeld in einer E-Mail.

Wissenschaftler vermuten, dass das neue Coronavirus in China von Fledermäusen stammt. Es könnte von Fledermäusen zunächst auf andere Tierarten gesprungen sein, bevor Menschen damit angesteckt wurden. Ein WHO-Team geht dem derzeit in China nach.

Fledermäuse sind Wirte für diverse Viren. Ob sie auch das Coronavirus auf den Menschen übertragen können ist fraglich.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Niederlande viertgrößter Pelzproduzent

Allein in den Niederlanden wurden mehr als 1,1 Millionen Nerze in 26 Farmen getötet, in denen sich das Virus ausgebreitet hatte, teilte die niederländische Behörde für Lebensmittel und Sicherheit von Konsumprodukten mit. Die Regierung teilte am Donnerstag mit, dass Nerze in einem 27. Betrieb ebenfalls infiziert seien und gekeult werden.

In den Niederlanden gibt es rund 160 Nerzfarmen; sie sind der viertgrößte Produzent der Pelze weltweit nach Dänemark, China und Polen, sagte Wim Verhagen, Direktor des niederländischen Verbands der Nerzfarmer. Spanien hat 38 Nerzfarmen, die meisten in Galicien.

Das Virus als Modell

Nachrichten | Politik - Corona in 3D: Wie ist das Virus aufgebaut? 

Corona bestimmt seit Monaten weltweit den Alltag der Menschen. Doch wie ist das Virus aufgebaut, was passiert im Körper und wie kann es bekämpft werden? Ein Überblick in 3D.

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.