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Erster Todesfall in Hongkong

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Über 20.000 Infizierte in China - Erster Todesfall in Hongkong

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In China sind weitere 64 Menschen an den Folgen einer Erkrankung durch das Coronavirus gestorben. Erstmals ist auch ein Patient aus Hongkong ums Leben gekommen.

Die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus in China ist abermals stark gestiegen. Wie die Regierung in Peking am Dienstag mitteilte, wurden seit dem Vortag weitere 64 Todesfälle - allesamt in der Provinz Hubei - verzeichnet. Die offizielle Gesamtzahl der Todesopfer in China wächst damit auf 425. Das Zentrum der Epidemie ist die Millionenmetropole Wuhan in Hubei. Die chinesischen Behörden haben die Provinz weitgehend von der Außenwelt abgeriegelt.

Auch die Zahl der Infektionen ist weiter gestiegen: Wie der Gesundheitsausschuss der chinesischen Regierung mitteilte, wurden weitere 3.235 bestätigte Fälle registriert. Damit liegt die Zahl der Infizierten mittlerweile bei 20.438.

Erster Todesfall in Hongkong

Mit einem Streik erzwangen mehr als 2.000 Krankenhausmitarbeiter im halbautonomen Hongkong eine weitgehende Schließung der See- und Landgrenze zu Festlandchina. Ihre Gewerkschaft hatte für Dienstag mit einer Ausweitung des Streiks gedroht, die Behörden gaben jedoch schließlich nach.

 Medizinisches Personal streikt vor der Krankenhausbehörde, und fordern, die Grenze zu China zu schließen, aufgenommen am 03.02.2020 in Hongkong
In Hongkong streiken Krankenhausmitarbeiter, um die Schließung der Grenze zu China zu erzwingen.
Quelle: Reuters

Erstmals ist auch ein Patient aus Hongkong ums Leben gekommen. Die Krankenhausbehörde der chinesischen Sonderverwaltungsregionen bestätigte heute den Tod eines 39-Jährigen. Wie die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" berichtete, hatte der Mann zuvor die besonders schwer vom Virus betroffene Stadt Wuhan besucht. Seit Ausbruch der neuen Lungenkrankheit ist es erst der zweite bestätigte Todesfall außerhalb des chinesischen Festlands. Zuvor war auch ein Patient auf den Philippinen ums Leben gekommen.

Casinos in Macau geschlossen, Shows in K-Pop-Szene gestrichen

Die chinesische Sonderverwaltungszone Macau schließt wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zwei Wochen lang ihre Casinos. Dies teilte der Regierungschef von Macau, Ho Iat-seng, am Dienstag mit. Die Glücksspielmetropole ist ein beliebtes Ziel von Reisenden aus dem chinesischen Festland.

Nicht nur in Hongkong, auch in anderen Teilen Asiens verdirbt das Coronavirus Entertainern und Künstlern das Geschäft. Zahlreiche Konzerte und Shows werden nicht nur in China abgesagt. Bereits Ende Dezember hatte das renommierte Bostoner Symphonieorchester seine Tour auf dem Kontinent verschoben, das Hongkong Philharmonic Orchestra strich fünf Konzerte. In Südkorea leidet die auch international angesagte K-Pop-Szene. Im In- und Ausland sind Shows auf Wunsch von Fans, die sich um das Wohl der Stars sorgen, gestrichen worden.

Auch die Kunstwelt Asiens leidet, besonders in Hongkong, dessen Wirtschaft durch die anhaltenden regierungskritischen Proteste ohnehin gelähmt ist. Art Basel Hongkong, eine der renommiertesten Kunstmessen Asiens, prüft aktuell, ob eine für März geplante jährliche Veranstaltung stattfinden soll.

China räumt erstmal "Fehler" im Umgang mit der Epidemie ein

Am Montag hatte die chinesische Führung angesichts der rasant steigenden Ansteckungszahlen in einem ungewöhnlichen Schritt erstmals "Fehler" im Umgang mit der Epidemie eingeräumt. Der Ständige Ausschuss des Politbüros der regierenden Kommunistischen Partei erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua, die Reaktion auf die Epidemie habe "Fehler und Schwierigkeiten" beim nationalen Notfallmanagement offengelegt.

Von China aus hat sich das Virus inzwischen in mindestens 24 andere Länder ausgebreitet. In Deutschland gibt es mittlerweile zwölf Ansteckungsfälle. Die ersten Fälle des Coronavirus traten im Dezember in Wuhan auf. Viele Betroffene hatten zuvor den Fischmarkt der Metropole besucht oder dort gearbeitet. Vertreter der chinesischen Gesundheitsbehörden teilten mit, dass das Virus zunächst von Tier zu Mensch übertragen worden sei, nun sprechen sie von einer Übertragung von Mensch zu Mensch. In der Regel treten Fieber, Husten und Kurzatmigkeit auf. Im Ernstfall kann das Virus eine Lungenentzündung verursachen. Noch lässt sich nicht sagen, ob das neue Virus mit dem Ende des Winters abebbt, wie es bei Erkältungen und Grippe der Fall ist.

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