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Corona-Leugner instrumentalisieren Übung

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Statisten-Video aus Krankenhaus - Corona-Leugner instrumentalisieren Übung

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In einem Berliner Krankenhaus haben Statisten Corona-Notfälle geprobt. Verschwörungs-Anhänger nutzen Videos der Übung, um über angebliche Inszenierungen der Pandemie zu mutmaßen.

officialmelisa
Screenshot aus einem Video der Instagram-Nutzerin "officialmelisa", der sie bei der Übung zeigt.
Quelle: instagram/officialmelisa

Eine Corona-Übung an einem Berliner Krankenhaus sorgt unter Gegnern der Corona-Maßnahmen für Wirbel. Am 10. September trainierten Ärzte und Statisten am Berliner Corona-Behandlungszentrum Jafféstraße (CBZJ) verschiedene Betriebsabläufe, um sicherzustellen, dass die bislang nicht zur Patientenversorgung genutzte Reserveeinrichtung im Notfall einsatzbereit ist.

Die auf dem Berliner Messegelände gelegene Einrichtung soll in Berlin Corona-Patienten aufnehmen, sollten die Fallzahlen in Zukunft deutlich ansteigen. Rund 50 Mitarbeiter des Klinikbetreibers Vivantes und rund 70 Statisten waren laut Vivantes an der zweistündigen Übung beteiligt.

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Hildmann und Co. posten Gerüchte über Corona-Übung

Mehrere der Statisten posteten in den sozialen Medien Videoaufnahmen der Übung, die zeigen, wie sie mit Gesichtsmaske in Krankenhausbetten liegen oder mit Freunden herumalberten. Diese Aufnahmen sollen in den Augen verschiedener Verschwörungsideologen belegen, dass im CBZJ inszenierte Fernsehbilder produziert werden sollten.

Die Urheberin des Videos distanziert sich klar von den Vorwürfen der Pandemie-Leugner.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

"Im Corona Zentum wird tüchtig gedreht für ARD, ZDF und RTL. Für alle die gerne etwas nebenbei verdienen möchten. Drehbuch wird vorgegeben. Etwas auf Corona tun und Posen und schon kriegt man vom Staat Geld", behauptet ein Nutzer in einer Facebook-Gruppe. Auch Verschwörungs-Ideologe Attila Hildmann verbreitet die Aufnahmen einer Instagram-Nutzerin und schreibt dazu: "Fake Corona-Krankenhaus-Aufnahmen. Diese Betrüger haben die Bilder aus den Krankenhäusern inszeniert. Teilen!!"

Es ist nicht das erste mal, dass falsch dargestellte Bilder aus Krankenhäusern bei Corona-Leugnern die Runde machen.

Keine Hinweise auf eine mediale Inszenierung

Diese Vorwürfe sind jedoch haltlos. Eine Vivantes-Sprecherin betonte gegenüber ZDFheute, dass bei der Übung keinerlei externe Kamerateams oder Journalisten anwesend waren.

Für interne Zwecke hat ein Vivantes-Kamerateam die Übung aufgezeichnet.
Eine Vivantes-Sprecherin

In den kursierenden Social-Media-Videos war kurzzeitig eine Person mit einer Handkamera zu sehen, die Aufnahmen von den Statisten angefertigt hat. Diese Aufnahmen seien laut Vivantes-Sprecherin weder an Nachrichtenangenturen oder an Fernsehsender weitergegeben worden.

officialmelisa
Dieser Kameramann hat laut Vivantes die Übung nur für interne Zwecke dokumentiert.
Quelle: instagram/officialmelisa

Auch im Social-Media-Video sagt die Filmerin eindeutig: "Wir liegen und simulieren, wie man gut sehen kann. Weil das das neue Corona-Zentrum ist und jetzt ein Testdurchlauf vorgenommen wird." Dieser Satz wird von Leugnern der Pandemie gezielt missverstanden.

Den freiwilligen Teilnehmern wurde laut Vivantes eine Aufwandsentschädigung gezahlt und Verpflegung ausgehändigt. "Das war eine Übung, wie sie sehr häufig in Krankenhäusern vorkommen", so die Sprecherin. Hinweise darauf, dass eine gezielte mediale Inszenierung stattfinden sollte, konnte ZDFheute nicht finden.

officialmelisa
Details zu ihren Aufgaben konnten die Teilnehmer wie bei solchen Übungen üblich ausgehändigten Zetteln entnehmen.
Quelle: instagram/officialmelisa

Urheberin des Videos distanziert sich von Verschwörungen

Die Instagram-Nutzerin, von der die viralen Videos stammen, hat am Montagabend eine Klarstellung auf ihrem Profil veröffentlicht: "Mein Video, welches eine Minute und vierzig ging, wurde um eine Minute verkürzt, bearbeitet und instrumentalisiert, um die Weltanschauung und Interessen einer bestimmten Zielgruppe zu verbreiten. Und davon möchte ich mich klar distanzieren."

Es stimmt, dass wir Geld dafür bekommen haben. Wir waren drei Stunden insgesamt dort und haben 50 Euro bekommen. Aber nicht, weil wir Schauspieler sind, sondern einfach nur als Entschädigung für den Weg, den wir uns gemacht haben.
Instagram-Nutzerin officialmelisa

Auch sie erwähnt das Vivantes-Kamerateam, dessen Zweck es gewesen sei, mögliche Fehler oder schlechte Organisation des Klinikpersonals festzuhalten. "Ihr werdet das Video nicht in irgendwelchen Nachrichten finden, wo gesagt wird, dass wir alle Infizierte seien."

Über eine Rundmail ihrer Universität seien die Freundinnen auf die Übung und die Suche nach Statisten ursprünglich aufmerksam geworden. Am Telefon erzählte sie ZDFheute, dass sie wegen der Videos aktuell zahlreiche Hassnachrichten in den sozialen Medien erhalte. "Allein auf TikTok haben das Video schon mehr als 100.000 gesehen. Und so Leute wie Hildmann posten dazu."

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