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Warum Kliniken Covid-Intensivbetten kürzen

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Trotz steigender Corona-Fälle - Warum Kliniken Covid-Intensivbetten kürzen

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In vielen Bundesländern halten Krankenhäuser inzwischen weniger Intensivbetten für Covid-19-Patienten frei. Auf eine zweite Welle fühlen sich die Kliniken dennoch vorbereitet.

Intensivbett mit Beatmungseinheit steht auf der Corona-Station am 11.05.2020 in Dresden
Intensivbett mit Beatmungseinheit in Dresden: Überall in Deutschland haben Kliniken aufgerüstet. (Archivbild)
Quelle: dpa

Aktuell steigen die Infektionszahlen deutschlandweit an, die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten ist aber anhaltend niedrig. Die deutschen Krankenhäuser halten einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) zufolge immer weniger Betten auf ihren Intensivstationen für Corona-Patienten frei.

So hält Baden-Württemberg statt 35 Prozent nur noch zehn Prozent der Intensivbetten bereit. In Berlin seien bereits seit Juni nur noch zehn Prozent der Betten für Covid-Patienten reserviert, Niedersachsen sei Mitte Juli gefolgt, so die "FAS". In Bayern und Brandenburg müssten die Krankenhäuser seit dem Sommer gar keine Intensivbetten mehr freihalten, Hamburg habe die Quote im August abgeschafft, Sachsen-Anhalt Anfang September.

Lediglich Rheinland-Pfalz bleibt bei einem Anteil von 20 Prozent. Es sei nicht geplant, daran etwas zu ändern, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Mainz.

Klinikum Stuttgart: Nur ein Covid-19-Patient wird beatmet

Der Präsident der Bundesärztekammer Klaus Reinhardt bezeichnete einen Zehn-Prozent-Anteil als richtig: "Trotz leicht angestiegener Infektionszahlen gab es keine erhebliche Belastung der Intensivstationen."

Auch Jan Steffen Jürgensen, Vorstandsvorsitzender des Klinikums Stuttgart, begrüßt gegenüber ZDFheute die Absenkung der Freihaltequote auf zehn Prozent in seinem Bundesland. Die Freihaltepauschale habe die richtige Intention gehabt und sei in der Frühphase in Ordnung gewesen, so Jürgensen. Inzwischen sehe die Lage anders aus:

Vermutlich würde es auch ohne Quote gehen.
Jan Steffen Jürgensen, Klinikum Stuttgart

Große Auswirkungen auf den aktuellen Klinikalltag habe die neue Regelung nicht. "Trotz gestiegener Zahlen von Neuinfektionen sind die Zahlen von stationären Patienten mit Covid-19 relativ gering. Im Klinikum Stuttgart werden aktuell nur sieben Patienten auf Intermediate-Care-Stationen überwacht und nur ein Patient mit Covid-19 maschinell beatmet", berichtet Jürgensen.

Mit mehr als 2.000 Betten ist das Klinikum Stuttgart das größte Krankenhaus in Baden-Württemberg.

Belegung auf Vor-Pandemie-Niveau

Seit Beginn der Pandemie habe man am Klinikum Stuttgart die Kapazität an Intensivbetten von 90 auf 315 Plätze ausgebaut. "Das schafft eine Sicherheitskapazität, auf die wir im Notfall zugreifen können", betont Jürgensen. Bei Bedarf könnten Beatmungsplätze jederzeit wieder aktiviert werden.

Wir können beides vorhalten: ein Routineprogramm quasi auf Volllast und einen Sicherheitspuffer.
Prof. Jürgensen, Klinikum Stuttgart

Diese Reservekapazitäten würden auch verhindern, dass man bei einem erneuten Anstieg schwerer Covid-19-Erkrankungen wie zu Beginn der Pandemie planbare Operationen in großem Umfang verschieben müsste. Die planbaren Operationen machten am Klinikum Stuttgart rund die Hälfte aller Operationen aus - über 2.000 pro Monat, erklärt Klinik-Chef Jürgensen.

Auch ohne Corona-Patienten ist der Bedarf an Krankenhausbetten in Stuttgart derzeit hoch. "Die Belegung im Klinikum Stuttgart liegt seit vielen Wochen auf dem Vor-Pandemie-Niveau bei etwa 85 Prozent." Das OP-Programm laufe normal.

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Vorbereitung auf Erkältungssaison

"Eine Herausforderung wird die Erkältungssaison, wenn Atemwegsinfekte unterschiedliche Ursachen haben können und sich das Leben wieder stärker in geschlossenen Räumen abspielt", betont Jürgensen. Darum baue man gezielt Schnelltestkapazitäten auf, die mehrere Erreger gleichzeitig nachweisen könnten - etwa Influenza und Sars-CoV-2. 10.000 der 60.000 am Klinikum Stuttgart durchgeführten Tests waren an den eigenen Beschäftigten.

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von Tai Becker
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