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Corona-Pandemie - Wie die zweite Welle den Iran trifft

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Volle Krankenhäuser, viele Tote: Die Corona-Lage im Iran wird wieder schlimmer. Die Maßnahmen der Regierung greifen nicht - auch weil das Misstrauen in der Bevölkerung groß ist.

Ärzte in Schutzkleidung bei einem COVID-19-Patienten.
Iran: Ärzte versorgen einen Covid-19-Patienten im Shohadaye Tajrish Hospital in Tehran.
Quelle: dpa

In den sozialen Medien schreiben Bewohner des Landes von chaotischen Szenen in überlasteten Krankenhäusern. Im Staatsfernsehen war zu sehen, wie auf Friedhöfen neue Gräber geschaufelt wurden - am vergangenen Sonntag, am Montag und am Mittwoch hatte die Zahl der Opfer im Iran jeweils einen neuen Höchstwert erreicht.

Der Iran erlebt derzeit eine zweite Infektionswelle, die noch schlimmer als die erste Corona-Welle zu sein scheint. Die Intensivstationen sind überfüllt, die Zahl der täglichen Toten steigt und steigt.

Mit der Pandemie wird es in unserem Land so schnell nicht besser werden. Es wird von Tag zu Tag schlimmer.
Mohadesseh Karim, iranischer Student

Die Krankenhäuser sind überlastet

"Die Lage ist sehr kritisch", sagt Mino Mohras, Mitglied einer nationalen Coronavirus-Taskforce. In den Kliniken der Hauptstadt gebe es "kein einziges freies Bett für neue Patienten".

Offiziell liegt die Gesamtzahl der Toten im Iran inzwischen bei mehr als 30.000. Die Dunkelziffer könnte aber noch deutlich höher sein.

Acht Monate nach der ersten verheerenden Ausbreitung des Coronavirus wirkt die Führung in Teheran noch immer planlos. Weil die Wirtschaft wegen internationaler Sanktionen ohnehin am Boden liegt, schrecken die Behörden vor drastischen Beschränkungen zurück. Die Bevölkerung wird mit widersprüchlichen Botschaften eher verwirrt als besänftigt.

Die iranische Führung wirkt planlos im Kampf gegen Corona

Anfangs hatte die Regierung versucht, die vom Virus ausgehende Gefahr herunterzuspielen. Internationale Experten warfen Teheran lange vor, das wahre Ausmaß der Ausbreitung im Land zu vertuschen. Sogar Massenveranstaltungen blieben zunächst erlaubt.

Als die Infektionszahlen im März rapide stiegen, mussten Büros und nicht essenzielle Betriebe schließen. Bereits zwei Wochen später durften Geschäfte und Restaurants in den Städten aber wieder öffnen.

Die Schulen, die im März ebenfalls geschlossen worden waren, wurden erst im September wieder geöffnet, einige nun wieder geschlossen. Gleichzeitig wurden in anderen Bereichen aber neue Maßnahmen angekündigt - und neue Warnungen ausgesprochen.

Man sieht verschiedene Menschengruppen, also Cluster, die mit dem Corona-Virus (symbolisch) infiziert sind.

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Viele Iraner trauen den staatlichen Medien nicht

Weil die Regierung in ihrem Kurs hin und her schwanke, wüssten die Iraner inzwischen nicht mehr, "was richtig und was falsch" sei, sagt Kamiar Alaei, Experte für iranische Gesundheitspolitik an der California State University in Long Beach. Da viele Iraner den staatlich kontrollierten Medien des Landes misstrauen, nehmen sie auch die darüber verbreiteten Warnungen offenbar nicht sehr ernst.

Das Ausmaß der zweiten Welle im Iran sei ein Zeichen für "Missmanagement" auf höchster Ebene, sagt der in Teheran ansässige Politik-Experte Abbas Abdi.

Die Bewältigung der Krise erfordert Einigkeit, Macht, effizientes Management und letztlich Vertrauen in die politischen Entscheidungsträger und Amtspersonen.
Abbas Abdi, Politik-Experte

Im Iran existiere aber "nichts davon", so Abdi.

Ein Modell eines Körpers mit Organen.

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