ZDFheute

Immer mehr Infizierte - Städte abgeriegelt

Sie sind hier:

Coronavirus in Italien - Immer mehr Infizierte - Städte abgeriegelt

Datum:

Ungeachtet drastischer Maßnahmen infizieren sich immer mehr Norditaliener mit dem Coronavirus. Die Regierung isoliert Städte; in Venedig wird der Karneval abgebrochen.

Italien hat innerhalb weniger Tage mehr als 130 Fälle des Coronavirus registriert, zwei Menschen sind gestorben. Mehrere Städte im Norden des Landes stehen unter Quarantäne.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Bis zum Sonntagnachmittag wurden italienweit bereits mehr als 130 Sars-CoV-2-Fälle erfasst. Allein in der Lombardei sind inzwischen rund 90 Infektionen nachgewiesen, berichtete der Präsident der Region, Attilio Fontana, dem Sender SkyTG24. In Venetien gab es nach letzten Zahlen 24 Infizierte. Darunter seien zwei ältere Personen, die in Venedig im Krankenhaus behandelt würden, sagte der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia. Hinzu kamen mehr als ein Dutzend Nachweise in den Regionen Emilia-Romagna und Piemont.

Ausmaß des Ausbruchs lässt aufhorchen

Zahlreiche Veranstaltungen wurden vorsorglich abgesagt; auch der berühmte Karneval in Venedig soll vorzeitig beendet werden. Luca Zaia, Regionalpräsident von Venetien, kündigte eine entsprechende Maßnahme an. Die Feste und Umzüge in der Lagunenstadt hätten eigentlich noch bis Dienstag dauern sollen.

Das Ausmaß des Ausbruchs in Italien lässt auch die europäischen Nachbarländer aufhorchen. Zum Vergleich: In Deutschland wurden bisher 16 Fälle gemeldet, in Frankreich zwölf. Italiens Vize-Gesundheitsminister Pierpaolo Sileri sagte dem Sender SkyTG24, er gehe von weiter steigenden Fallzahlen aus:

Es ist klar, dass wir mehr Fälle haben werden.
Vize-Gesundheitsminister Pierpaolo Sileri

Bis zum Sonntag waren zwei Tote als Covid-19-Opfer erfasst: ein 78-Jähriger in Vo (Venetien) und eine 77-Jährige in der Lombardei.

Wenn nötig, wird die Armee eingesetzt

Die Regierung reagierte mit scharfen Maßnahmen. Um die weitere Ausbreitung im wirtschaftlich wichtigen Norden des Landes zu unterbinden, werden die am stärksten betroffenen Städte abgeriegelt. Betroffen ist die Provinz Lodi (Lombardei) rund 60 Kilometer südöstlich der Metropole Mailand, wo rund 50.000 Menschen leben, sowie die Stadt Vo in der Provinz Padua (Venetien) mit rund 3.000 Einwohnern.

Zunächst sollten Sicherheitskräfte die Regionen abriegeln, erklärte Ministerpräsident Giuseppe Conte: "Wenn nötig, werden es auch die Streitkräfte sein." Wer versuche, die Absperrungen zu umgehen, dem drohe "strafrechtliche Verfolgung". In vielen Städten und Gemeinden wurden Schulen und ein Großteil der Geschäfte vorübergehend geschlossen. Großveranstaltungen wie Gottesdienste, Karnevalsfeste und Sportevents wurden abgesagt.

Auf dem Foto ist eine Warntafel vor dem Rathaus der Stadt Casalpusterlengo zu sehen mit der die Bevölkerung aufgrund des kursierenden Coronavirus aufgefordert werden, ihre Häuser nicht zu verlassen.
In der norditalienschen Stadt Casalpusterlengo und in anderen vom Coronavirus betroffenen Gemeinden Italiens werden die Bürger aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen.

Modeschau in Mailand nur als Livestream

In Mailand kündigte Modezar Giorgio Armani im Gespräch mit der Agentur Ansa an, dass seine geplante Modeschau im Rahmen der Modewoche vor leeren Rängen abgehalten werde. Die Show werde lediglich als Livestream zu sehen sein, um die Gefahr einer Ansteckung mit dem Virus zu minimieren.

In Südtirol bereiteten sich die Behörden auf mögliche eingeschleppte Infektionen vor. Gesundheitsbehörden empfahlen, die Universität Bozen sowie Kitas in der kommenden Woche zu schließen.

Ein Aussetzen der innereuropäischen Reisefreiheit im Rahmen der Schengen-Zone sei vorerst aber nicht vorgesehen, sagte Ministerpräsident Conte. Frankreich bereitet sich bereits verstärkt auf eine Ausbreitung von Sars-CoV-2 vor. Die Lage in Italien werde "aufmerksam verfolgt", sagte Gesundheitsminister Olivier Véran.

Weltkarte mit angegebenen Corona-Fällen

Zugespitzte Lage in Südkorea

Auch auf der koreanischen Halbinsel spitzte sich die Lage zu: Die Regierung Südkoreas rief wegen des rasanten Anstiegs der Fallzahlen im Land die höchste Warnstufe für Infektionskrankheiten aus. In einigen Tagen werde ein "kritischer Moment" im Kampf gegen Covid-19 erreicht sein, sagte Präsident Moon Jae In am Sonntag. Die Zentralregierung wie auch die Lokalregierungen sollten nicht zögern, beispiellose Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Die Zahl nachgewiesener Infektionen im Land lag am Sonntag bei gut 600, mindestens fünf Menschen starben. Damit ist Südkorea nach China das am stärksten betroffene Land.

Das chinesische Coronavirus.

Nachrichten - Das Coronavirus

Das Coronavirus - Schutz, Symptome, Übertragung und Verlauf.

Hohe Dunkelziffer in China wahrscheinlich

Noch weitgehend unklar ist die Situation im Iran. Bis Sonntag waren dort 40 Infektionen erfasst. Acht Menschen starben bisher an Covid-19, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die tatsächlichen Fallzahlen könnten aber weitaus höher liegen, wird befürchtet. Nach Angaben des Ministeriums wurden in mehreren Städten die Schulen und Universitäten vorläufig geschlossen. Auch Kinos bleiben bis auf weiteres zu, Theater- und Konzertveranstaltungen wurden abgesagt.

In China, dem Ursprungsland von des Coronavirus, lag die Zahl offiziell erfasster Infektionen am Sonntag bei rund 77.000, mehr als 2.400 Menschen sind demnach an der Lungenerkrankung gestorben. Experten gehen aber von einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle aus.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.