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Umgang mit Corona-Pandemie - Was wir von Japan lernen können

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Ein Blick nach Japan zeigt, wie man Corona erfolgreich in Schach hält. Er zeigt aber auch: Eigentlich wissen wir Deutsche, wie es geht.

Archiv: Besucher in Kimono-Kleidung, die Schutzmasken tragen, in einer Einkaufspassage im Bezirk Asakusa, Tokyo, Japan
Japan hat die Corona-Pandemie im Griff, kein G7-Staat hat so niedrige Infektionszahlen.
Quelle: AP

Disziplin, Sauberkeit, Ordnung - deutsche Tugenden, möchte man meinen. So gesehen leben die wahren Deutschen in Japan. Und womöglich ist das einer der Gründe, warum das Land auf der anderen Seite der Welt mit der Corona-Pandemie besser klarkommt als Deutschland.

Bevölkerungsdichte spricht gegen Japan

Während die Johns-Hopkins-Universität (JHU) am 29. Oktober 11.382 Neuinfektionen in Deutschland zählte, waren es in Japan 797. Der bislang registrierte Höchstwert datiert auf den 30. Juli mit 1.762 Neuansteckungen.

Dabei leben in Japan viel mehr Menschen auf dichtem Raum als bei uns. Im Schnitt teilen sich dort 348 Menschen einen Quadratkilometer, in Deutschland sind es 237. Das Coronavirus müsste es somit schwerer haben einen deutschen Wirt zu finden, als einen japanischen. Das Gegenteil ist der Fall.

Das zeigt sich auch bei der Zahl der Toten im Zusammenhang mit Corona. Bis zum 30. Oktober zählte die JHU 1.748 Todesopfer in Japan, in Deutschland 10.359. Und das, obwohl in Japan – gemessen am Alter – fast doppelt so viele Risikopatienten leben: Mehr als 34,2 Millionen Menschen in Japan sind 65 Jahre oder älter, in Deutschland sind es etwa 17,8 Millionen.

Inzwischen gibt es in Deutschland mehr als 10.000 Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Wie es im internationalen Vergleich aussieht.

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Geografische Lage: Deutschland hat Nachteile

Ein Vorteil, der schon beim Blick auf die Karte klar wird: Japan lässt sich einfach abschotten. Potenzielle Infektionen von außen können nur über den Luft- oder Seeweg herein. Offene Grenzen und ständiger Verkehr zwischen den Nachbarländern – wie in Deutschland – gehören allein deswegen nicht zur wirtschaftlichen DNA des Landes.

Karte Japan - Hauptstadt Tokio
Karte Japan - Hauptstadt Tokio
Quelle: ZDF

Die Regierung hatte es daher vergleichsweise leicht, die Grenzen bis heute dicht zu machen. Seit der Aufhebung des Notstands am 25. Mai galten inländisch bislang so gut wie keine Beschränkungen. Und selbst in dieser Zeit wurden die Bürger nur gebeten, zu Hause zu bleiben: Ausgangssperren wurden nicht ausgerufen, und wären rechtlich auch nicht möglich gewesen.

Lesen Sie hier, welche Corona-Regeln aktuell in Deutschland gelten:

Entscheidende Unterschiede bei Klima und Kultur

Die Lage mitten im Ozean spielt den Japanern auch klimatisch in die Hände: Selbst in den Wintermonaten fallen die Temperaturen im Tagesmittel in Tokyo nicht unter 5 Grad Celsius. In Berlin passiert das von November bis März über fünf Monate am Stück. Und die Sonne scheint in dieser Zeit täglich rund dreieinhalb Stunden weniger als in der japanischen Hauptstadt. Alltag im Freien und Lüften ist in Japan einfacher.

Das heißt nicht, dass die Japaner im Januar draußen feiern oder generell darauf verzichten. Schon im Sommer wurde Tokios Amüsierviertel Kabukicho als Problemzone ausgemacht. Die Gouverneurin Yuriko Koike appellierte an die Menschen, das Nachtleben zu meiden. Betreiber von Nachtclubs sollten Prämien bekommen, wenn sie ihre Bars vorsorglich mehr als zehn Tage absperrten. Die Infektionszahlen sanken.

Maske tragen - in Japan selbstverständlich

Dazu trug sicher auch das Tragen von Masken bei, das in Japan schon vor der Corona-Pandemie üblich war. Kaum jemand käme auf die Idee, Verschwörungsmythen über Masken in die Welt zu setzen. Mittlerweile gibt es sie sogar to go im Getränkeautomaten, neben Feuchttüchern zum Desinfizieren.

Im Video: Die Probleme mit der Maskenpflicht bzw. Menschen, die sie verweigern.

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7 min
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Was Deutschland von Japan lernen kann

Für den Kampf gegen Covid-19 genügt in Japan das, was in Deutschland im Frühjahr und Frühsommer genügte: Abstand halten, Kontakte einschränken, Menschenmengen meiden und Maske tragen. Überhaupt scheint das, was im Deutschen etwas abfällig als obrigkeitshörig bezeichnet wird, eine Tugend der Japaner zu sein.

Auf der Homepage des Auswärtigen Amtes heißt es dazu: "Einschränkungen des öffentlichen Lebens haben die Form eines dringenden Appells, der zwar nicht rechtlich bindend ist, aber von weitgehender Befolgung durch die Bevölkerung ausgeht."

Man sieht verschiedene Menschengruppen, also Cluster, die mit dem Corona-Virus (symbolisch) infiziert sind.

Nachrichten | Panorama - Wie Corona-Cluster entstehen 

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