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Coronavirus - "Sterberate bei Älteren zehnmal so hoch"

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Viele Reiserückkehrer bringen unabsichtlich eine Corona-Infektion mit heim. Darum sei es, erklärt Expertin Protzer, gerade jetzt wichtig, auf Risikogruppen Rücksicht zu nehmen.

ZDFheute: Machen Ihnen die zuletzt wieder steigenden Infektionszahlen Sorgen?

Ulrike Protzer: Ein bisschen schon. Vor allem deshalb, weil die Zahl derjenigen, die das Virus von Reisen mitbringen, inzwischen einen ganz erheblichen Beitrag hat. Das, was hier in Deutschland passiert, haben wir scheinbar gut im Griff. Aber wenn man sich die Zahlen derer anschaut, die an der Grenze positiv getestet wurden, stellt man fest: Es sind 1,5 bis zwei Prozent der Tests positiv. Das ist schon relativ viel.

ZDFheute: Welche Rolle spielt die Altersstruktur bei den Neuinfektionen?

Protzer: Von der Krankheitslast her ist es, wenn sich Jüngere infizieren, natürlich nicht so schlimm. Aber die Infektionen unter Kontrolle zu halten, ist ja auch ein wichtiges Ziel und da gehört jeder dazu.

Wir müssen für den Herbst überdenken:  Was ist unsere Messlatte? Worauf schauen wir? Weil da insgesamt die Zahl der Atemwegsinfekte wieder ansteigt.

Schauen wir weiter auf das, was wir absolut kontrollieren können, oder sagen wir: Wir schauen etwas mehr auf die wirklich relevanten Infektionen. Also auf die Infektionen, die unser Gesundheitssystem belasten.

ZDFheute: Wie groß ist der Unterschied der Jüngeren im Vergleich zu älteren Altersgruppen, was das Risiko einen schweren Erkrankung angeht?

Protzer: Der Unterschied ist deutlich. Bei Kindern ist es wirklich die Ausnahme, dass ein Kind mal schwerer erkrankt. Ab dem 16. Lebensjahr sieht man dann - aber in einem ganz geringen Prozentsatz - schwere Erkrankungen. Wirklich mehr wird es dann bei den 60- und über 70-Jährigen. Da gibt es schon einen sehr deutlichen Unterschied bei denen, die schwerer erkranken und auch ins Krankenhaus müssen. Oder sogar beatmet werden müssen.

Den Unterschied sieht man zum Beispiel bei der Sterberate deutlich.  Bei den ganz Jungen liegt sie unter 0,1 Prozent, bei den Älteren bei einem Prozent und bei den über 80-Jährigen bei über einem Prozent. Also mehr als zehnmal so hoch. Das heißt nicht, dass das Sterberisiko bei den Jungen null ist, aber das heißt: Es ist viel unwahrscheinlicher, dass man daran stirbt.

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ZDFheute: Welche Maßnahmen würden Sie empfehlen, um weitere Ausbreitungen und gerade den Übersprung auf ältere Altersgruppen zu verhindern?

Protzer: Zum einen ist natürlich wichtig, dass man in den Pflegeheimen die Hygienemaßnahmen sehr strikt einhält. Das hat man am Anfang sicherlich nicht so getan, weil man es unterschätzt hat. Hygienemaßnahmen heißt: konsequent Maske tragen, konsequente Händedesinfektion und - soweit es geht - Abstand halten.

Aber es gibt ja nicht nur ältere Mitbürger in Senioren- oder Pflegeheimen. Sondern viele wohnen ja auch zuhause. Und die wollen sich auch frei bewegen können. Da ist es wirklich essenziell, dass auch die Jüngeren Rücksicht nehmen: Beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln, wo auch jemand Älteres hingehen muss.

Das finde ich extrem wichtig und das ist etwas, was sich jeder vielleicht nochmal klar machen muss. Mir sagen immer viele: Ich kann diese Maske nicht leiden. Kann ich gut verstehen. Ich kann die auch nicht leiden. Ich finde das auch unangenehm. Aber ich glaube nicht, dass ich damit die persönliche Freiheit einschränke.

Wenn ich eine Maske aufziehe, dann schütze ich mich selber, aber vor allem auch andere. Diese gesellschaftliche Verantwortung sollten wir schon übernehmen.

Das Interview führte Svenja Bergerhoff.

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