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Kinder in Corona-Nöten - Jugendämter fordern mehr Stellen

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Die Corona-Krise trifft vor allem auch Kinder in ärmeren Familien. Gefordert sind dadurch auch die Jugendämter. Doch auch die brauchen Hilfe.

Jugendamt in Stuttgart. Archivbild
"Kinder sind die größten Verlierer in der Corona-Pandemie", sagen die Jugendämter.
Quelle: Bernd Weissbrod/dpa/Archivbild

Die Jugendämter in Deutschland fordern, dass in der Corona-Krise deutlich mehr auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen eingegangen wird. Mit Blick auf ärmere Kinder müsse zudem die Kinder- und Jugendhilfe gestärkt werden, sagte der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter (BAG), Lorenz Bahr.

Kinder sind "die größten Verlierer"

Diese Kinder seien "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die größten Verlierer der Corona-Pandemie".

Was macht Corona mit den Kindern? Eine Frage, die oft in den Hintergrund rückt. Dringlicher scheinen die Sorgen rund um ausufernde Partys, die zu Schul- und Kitaschließungen führen. Doch Kinder sind nicht einfach nur kleine Erwachsene. Kinder reagieren …

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Jugendämter fordern 5.000 Stellen

Bahr forderte ein Unterstützungsprogramm für die Jugendämter mit 5.000 zusätzlichen Stellen. "Man müsste ähnlich wie bei der Lufthansa neun Milliarden Euro in die Jugendämter investieren."

Diese hätten eine große Bedeutung für den Zusammenhalt der Gesellschaft. "Sie sind die zentralen Ansprechpartner und Ohren nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für deren Familien."

Mehr Digitalisierung für Schulen gefordert

Die Jugendämter fordern zudem ein Programm zur digitalen Ausstattung und Weiterbildung der Mitarbeiter, so wie das für die Schulen angeschoben wurde.

Der Leiter des Instituts für Sozialpädagogische Forschung Mainz, Heinz Müller, bemängelt:

Wir leben in einer digitalen Welt, nutzen digitale Formen der Kommunikation und habe eine nicht-digitale Kinder- und Jugendhilfe.

Kindern werden die Alltagsräume genommen

Grundsätzlich kritisieren Vertreter der Jugendämter den Stil der Debatte in der Corona-Pandemie: Es werde darüber geschimpft, dass die Jugend Partys feiere, aber es werde nicht gesehen, dass ihnen ihre Alltagsräume genommen worden seien, sagte Birgit Zeller, Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter (BAG) und Leiterin des Landesjugendamtes Rheinland-Pfalz.

"Das war zunächst die Schule, aber das sind auch alle Freizeitgestaltungsmöglichkeiten. Die Kneipe, der Club, der Sportverein. All das, wo Gemeinschaft stattfindet, das entfällt und das ist etwas, das junge Menschen ganz anders trifft, als Erwachsene."

In der weiteren Diskussion um Maßnahmen der Pandemiebekämpfung müsse das viel stärkere Berücksichtigung finden, sagte Zeller.

Ein Jahr ist für Kinder mehr als für Erwachsene

Bahr verwies darauf, dass durch Schließungen von Kitas und Schulen wichtige Tagesstrukturen für junge Menschen verloren gingen. Zudem sind die Auswirkungen der Pandemie nach Ansicht der Jugendamtsmitarbeiter und Experten allein schon wegen ihrer Dauer für Kinder und Jugendliche viel schwerwiegender als für Erwachsene.

"Ein Jahr ist für die Entwicklung von Kindern etwas völlig anderes als ein Jahr im Erwachsenenleben", sagte Rainer Schwarz, Jugendamtsdirektor des Berliner Bezirks Tempelhof-Schöneberg für die Jugendämter in Berlin.

"Kinder lernen jetzt, das Abstand halten, Kontaktbegrenzungen, Maske-Tragen, Distanzierung quasi normal sind", sagte Müller. Über die Folgen dieser neuen Normalität müsse man öffentlich diskutieren.

Das Umweltbundesamt hat Empfehlungen für die Belüftung von Schulen in der Corona-Pandemie vorgelegt und empfiehlt das sogenannte Stoßlüften. Ob Luftfilter eine Alternative sind, zeigt Sandra Schuhen.

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Aktuelles zur Coronavirus-Krise

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