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Was das Coronavirus für Operationen bedeutet

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Krankenhäuser und Kliniken - Was das Coronavirus für Operationen bedeutet

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Aus Mangel an Intensivbetten verschieben Kliniken OP-Termine für den erwarteten Ansturm durch Corona-Patienten. Doch wer entscheidet, welche OPs verschoben werden können?

Operationssaal (Archivbild)
Ärzte in Kliniken müssen immer öfter entscheiden, ob OPs verschoben werden.
Quelle: dpa

Ein neues Hüftgelenk, die Polypen-OP bei Kindern oder der Eingriff an der Schulter - Deutschlands Kliniken sollen alle planbaren Eingriffe bis auf unbestimmte Zeit verschieben. So sollen freie Kapazitäten für Corona-Patienten geschaffen werden, sagt die Deutsche Krankenhausgesellschaft.

Wichtige OPs werden durchgeführt, versichert ein Funktionär

Dringende Behandlungen von Krebspatienten oder schwer chronisch Kranken, die keinen Aufschub erlauben, sollen hingegen nicht verschoben werden. Genauso wenig wie ein entzündeter Blinddarm oder eine akute Gallenblasenentzündung. Christian Höftberger, Präsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft, versichert: "Die stationäre Betreuung und Therapie dieser Patienten ist nicht diskutierbar und auch nicht aufschiebbar, sie ist in den Krankenhäusern sichergestellt." Und er betont:

Niemand muss davor Angst haben, dass er akut nicht behandelt wird.

Möglicherweise sei das nicht in der nächstgelegenen oder der jeweiligen Wunsch-Klinik möglich, weil es dort zu einer Häufung von Covid19-Fällen kommen kann. Die Notfallversorgung sei aber trotzdem sichergestellt.

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Jeder Arzt muss jeden Tag neu entscheiden

"Die Ärzte in den Kliniken entscheiden das jeden Tag aufs Neue, abhängig von der aktuellen Bettensituation und der Dringlichkeit der anstehenden Eingriffe", sagt Andreas Meier-Hellmann, Chef des Corona-Krisenstabs der privaten Helios-Kliniken.

Das kann Christian Höftberger nur bestätigen: "Wir vertrauen darauf, dass die Ärzte - auch mit dem Blick auf die derzeit ungewisse Dauer der notwendigen Aufschiebung - die richtigen Entscheidungen treffen", sagt Höftberger.

Die Patienten haben Verständnis, so die Erfahrung

Die Patienten reagieren in der Regel verständnisvoll, erzäht Höftberger. Es gebe auch Patienten, die geplante Eingriffe von sich aus absagen. So wie Johannes Steger aus Dornach bei München.

Corona und die Folgen: Wenn die Medikamente knapp werden. Hier ein Video zum Thema:

Corona und die Nebenwirkungen

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Seit Wochen wartet der 34-Jährige auf seine OP: Achskorrektur am Knie inklusive einer Arthrose. Kein kleiner Eingriff. Doch für ihn gibt es derzeit nur eine Lösung: die OP absagen.

Ich hatte einfach Angst, keine richtige Nachbehandlung zu bekommen.

Die Physiotherapeuten hätten weitestgehend geschlossen, seine Eltern hätten ihn in der Klinik nicht besuchen können. Auch eine Ansteckung im Krankenhaus mit dem Coronavirus wollte Johannes Steger unbedingt vermeiden.

Leere OP-Säle kann sich niemand leisten

Aber was bedeutet das Verschieben von OPs für Krankenhäuser und Kliniken? Unter regulären Umständen werden Kliniken für die Leistungen bezahlt, die sie auch erbracht haben.

Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft ist zuversichtlich, "dass die Kapazitäten an Beatmungsgeräten auf jeden Fall reichen".

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Leerstehende OP-Säle können sich Deutschlands Krankenhäuser kaum leisten. "Rund zwei Drittel aller Aufwendungen sind Personalkosten. Ob man mit dieser Ressource Umsatz generiert oder nicht", so Höftberger von der Hessischen Krankenhausgesellschaft.

Das neue Gesetz von Spahn sei "akzeptabel"

Das Krankenhausentlastungsgesetz soll Kliniken mit Milliardenhilfen vor dem Kollaps bewahren. "Das Gesetz ist für uns in der aktuellen Situation akzeptabel und nimmt den meisten Häusern die größten und akuten Sorgen, längst aber nicht allen. Nichtsdestotrotz werden wir uns auf die Vorbereitung in den Häusern konzentrieren, Mitarbeiter schulen," sagt Höftberger.

Unklar, wie lange die Staus in den OP-Sälen andauern werden

Mit welchen Herausforderungen die Kliniken nach der Corona-Krise rechnen müssen, ist derzeit unklar. Zahlreiche Eingriffe werden nun aufgeschoben, so viel steht fest. Aktuelle Zahlen dazu gibt es bisher nicht.

"Wie lange die "Aufschiebe-Situation" andauern wird, können wir heute nicht sagen, deshalb lässt sich auch noch nicht mit Sicherheit abschätzen, in welchem Umfang sich ein "Stau" aufgebaut haben wird", so Prof. Meier-Hellmann von den Helios-Kliniken.

Im Telemedizinzentrum der Unikliniken Aachen und Münster arbeiten 30 Ärzte als Spezialisten der Intensiv-Medizin. Aus der Ferne unterstützen sie Kollegen in kleineren Krankenhäusern.

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Von einem "OP-Stau" möchte der Präsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft nicht sprechen: "Eine gewisse Welle wird nicht zu verhindern sein. Das bekommen wir in der "post-Covid-Zeit" auch abgearbeitet", sagt Höftberger zuversichtlich.

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