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"Wir haben Hunger"

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Proteste in Lateinamerika - "Wir haben Hunger"

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In Lateinamerika treffen die Maßnahmen gegen das Coronavirus vor allem die armen Bevölkerungsgruppen. Sie fürchten ums Überleben.

Coronavirus: Proteste in Brasilien (Archivbild vom 30.03.2020)
Coronavirus: Proteste in Brasilien (Archivbild vom 30.03.2020)
Quelle: Reuters

Im Rotlichtviertel "Vila Mimosa" von Rio de Janeiro geht die Angst um. "Es gibt nur noch wenig Menschen hier. Wir setzen nur noch zehn Prozent von dem um, was wir normalerweise verkaufen", berichtet Kiosk-Besitzer Benedito (59) dem Portal "UOL" vor wenigen Tagen.

Zuvor hatte es bereits eine spontane Demonstration der Prostituierten und der Arbeiter der Zone gegeben. "Wir wollen arbeiten", stand auf den handgemalten Plakaten.

Ein paar Hundert Demonstrantinnen und Demonstranten hatten sich zusammengefunden, wie ein Video in den sozialen Netzwerken zeigt. Für sie geht es ums Überleben.

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"Wir haben Hunger"

Ähnliche Proteste gab es in Kolumbien. Arbeiter aus dem informellen Sektor, für die bereits das Überleben vor der Coronavirus-Krise eine tägliche Herausforderung war, protestieren gegen die Quarantäne und die schleppende Verteilung von Hilfszahlungen.

"Wie bevorzugen es an Grippe zu sterben, anstatt zu verhängen, während ihr darüber diskutiert, wie die Hilfe verteilt werden soll", stand auf einem Plakat. Das Nachrichtenmagazin "semana" berichtet von verschiedenen Protestaktionen informeller Arbeiter, die auf der Plaza de Bolivar riefen: "Wir haben Hunger, wir haben Hunger."

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Streit um Flüchtlinge aus Venezuela

Inzwischen haben die Verteilungskämpfe schon begonnen. Die grüne Bürgermeisterin von Bogota, Claudia Lopez, will die Verantwortung für die vielen Flüchtlinge aus Venezuela, die sich in der kolumbianischen Hauptstadt befinden, an die Nationalregierung weiterleiten.

Bogotas Einwohner hätten in den letzten drei Jahren mit ihren Steuern bereits genug Hilfe geleistet, nun sei der Staat an der Reihe.

Ausgangsbeschränkungen treffen die Ärmsten

Zwei Beispiele aus Lateinamerika, die zeigen, dass die Ausgangsbeschränkungen vor allem jene Bevölkerungsschichten treffen, die von der Hand in den Mund leben.

Zwar hat die brasilianische Regierung angekündigt, Hilfszahlungen in Höhe von 600 Reais (umgerechnet etwa 120 Euro) an Bedürftige auszuzahlen, doch längst nicht jeder aus den Armenvierteln ist bezugsberechtigt.

Auch in Chile und Kolumbien gibt es Hilfspakete, doch ob diese ausreichen und auch tatsächlich dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden, ist unklar.

In Folge der Corona-Pandemie rechnet Brasilien mit einem starken Anstieg der Todesfälle – daher wurden auf dem Friedhof Sao Paulos vorsorglich Dutzende Gräber ausgehoben.

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Fußballer wollen helfen

In Rio de Janeiro greifen die Menschen deshalb zur Selbsthilfe. Die Nichtregierungsorganisation CUFA organisiert eine Spendenaktion. Helfer bringen Hygieneartikel und Lebensmittel in die Favelas.

Die Spieler der brasilianischen Nationalmannschaft von 1982, unter ihnen Fußballlegende Zico, unterstützen die Aktion mit Video-Aufrufen. Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein.

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