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"Aus Angst gar nicht mehr kommunizieren"

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Epidemiologe Krause - "Aus Angst gar nicht mehr kommunizieren"

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Epidemiologe Gérard Krause kritisiert im heute journal den Druck, den Politik und Gesellschaft auf Forscher aufbauten. Aus Angst vor Vorwürfen könnten sie sich ganz zurückziehen.

Die Politik will Handlungsgrundlagen - und die Wissenschaft kann sie nicht immer so schnell liefern, wie benötigt. Wie damit umgehen? Fragen an Professor Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung.

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4 min
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Welche Rolle spielen Kinder bei der Übertragbarkeit des Coronavirus? Darum ist ein erbitterter Streit zwischen bekannten Forschern und einzelnen Medien entstanden. Ein Forscherteam um Christian Drosten, Chefvirologe der Berliner Charité, hatte Mitte April eine Studie vorveröffentlicht, nach der Kinder das Coronavirus ähnlich verbreiten können wie Erwachsene.

Der Epidemiologe Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) hat sich in einem Interview im ZDF heute journal besorgt darüber geäußert, dass sich dieser Druck aus Politik und Öffentlichkeit negativ auf die Kommunikationsarbeit von Forschern auswirken könnte:

Das kann dazu führen, dass wir uns als Wissenschaftler zurückziehen, dass wir noch vorsichtiger sind und dann vielleicht gar nicht mehr kommunizieren - aus der Angst heraus, dass uns das dann vorgeworfen wird, was wir zu einem bestimmten Zeitpunkt gesagt haben.

Das sei ein Verlust für die Gesellschaft, da sie nicht mehr an Diskussionen und Abwägeprozessen teilhaben könnte, so Krause.

Am Montag veröffentlichte die BILD-Zeitung einen Artikel, der die Studie des Virologen Christian Drosten als grob falsch entlarven sollte. Die Berichterstattung wurde jedoch scharf kritisiert.

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2 min
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Krause: "Guter Zeitpunkt zu erwägen, Schulen und Kindergärten zu öffnen"

Das Bedürfnis nach klaren Antworten und schnellen Entscheidungen ist eine Herausforderung für einen Wissenschaftsprozess, der eigentlich über Jahre ausgelegt ist. Man müsse Empfehlungen äußern, auch wenn die gesamte Sachlage noch nicht 100 Prozent klar sei, sagte Krause.

Wir müssen sehr deutlich bleiben und ehrlich kommunizieren, dass bestimmte Ergebnisse einfach noch nicht vorliegen, vielleicht niemals vorliegen werden.
Gérard Krause, Epidemiologe

Krause sprach sich im Interview dafür aus, eine Öffnung von Schulen und Kindergärten zu erwägen:

Jetzt ist glaube ich ein guter Zeitpunkt zu erwägen, die Schulen und die Kindergärten zu öffnen. Warum? Weil zunehmend die Hinweise sich verhärten und verstärken, dass Kinder zum einen gar nicht so stark an der gesamten Übertragung der Gesellschaft beitragen. Zum anderen, gar nicht so häufig infiziert sind, wenn sie Kontakte waren.
Christian Drosten

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Ich fürchte, dass wenn in drei bis vier Monaten nach der Sommerpause der Unterricht überall wieder anfängt, dass dann die Kinder, die immer schon benachteiligt waren, die immer schon schwächer in der Schule waren, dass die noch weiter zurückfallen werden.
Vor einem Liniendiagramm steht der Großbuchstabe R. Im Hintergrund sind zwei große, gezeichnete Viren zu sehen.

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