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ZDFheute-Umfrage bei LKA - Weniger Kriminalität in Corona-Zeiten

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Der Lockdown hat auch etwas Gutes: Es gibt weniger Kriminalität. Viele Bereiche unseres Lebens sind sicherer geworden. Das zeigt eine ZDFheute-Umfrage bei Polizei und LKA.

Jemand steckt in einem Laden eine Kamera in seine Hosentasche
Kaum mehr Gelegenheit mehr zu Diebstählen: durch Corona sinkt die Kriminalitätsrate.
Quelle: dpa

Es gibt aktuell weniger Einbrüche, Diebstähle oder Gewaltverbrechen in Deutschland: Eine aktuelle Bestandsaufnahme von ZDFheute bei der Polizei quer durch Deutschland zeigt: In vielen Lebensbereichen hat Kriminalität in den vergangenen Wochen teils stark abgenommen. Auch wenn diese Zahlen vorläufig sind und genaue Statistiken noch ausstehen, zeigen sie doch eine deutliche Tendenz.

Deutlich weniger Diebstähle

Bis zu 90 Prozent weniger Taschendiebstähle in Niedersachsen, nur die Hälfte an Fahrraddiebstählen in Berlin: Der Trend ist klar. Wenn das Leben im öffentlichen Raum so stark eingeschränkt ist wie aktuell, fehlen natürlich die Gelegenheiten zum Diebstahl.

Im Video: Wegen der Ausgangsbeschränkungen ist auch viel Polizei unterwegs

Das gilt, so die Polizei Sachsen, übrigens auch für "die registrierten Diebstähle aus Dienst-, Büro-, Fabrikations-, Werkstatt- und Lagerräumen". Heißt also: Weniger Diebstahl in Unternehmen durch eigene Mitarbeiter.

Ein Drittel weniger Einbrüche

Gefühlt halb Deutschland ist im Homeoffice oder erfindet zu Hause mit dem Nachwuchs das Thema Schule neu – und Einbrecher haben das Nachsehen. Wer steigt auch schon in eine belebte Wohnung ein? Auch hier sprechen Rückgänge bei Wohnungseinbrüchen um 25 bis 30 Prozent (Hamburg), 35 Prozent (NRW) bis 50 Prozent (Niedersachsen) eine deutliche Sprache.

Das sagen Polizei und LKA im einzelnen:

Aber warum erscheinen in Berlin nun vermehrt Diebstähle aus Kellern in der Statistik? Die Berliner Polizei vermutet, dass viele jetzt die Gelegenheit nutzen und die Keller aufräumen. Dabei entdecken sie wohl auch eine Menge Diebstähle, die schon länger zurückliegen.

Häusliche Gewalt: Entwicklung noch unklar

Weniger Raubüberfälle oder Körperverletzungen im öffentlichen Raum: Solche Taten kann die Polizei gut erfassen. Viel schwieriger ist das bei der häuslichen Gewalt, die häufig gar nicht angezeigt wird. Während Beratungsstellen und Sozialarbeiter gerade einen sprunghaften Anstieg befürchten, spiegeln Polizeizahlen dies aktuell nicht wider.

"Derzeit ist keine Zunahme von Fällen der häuslichen Gewalt zu verzeichnen", so die Polizei Thüringen. In NRW gab es zwischen dem 1. März und dem 5. April sogar fast ein Drittel weniger angezeigte Fälle als in derselben Zeitspanne 2019. Fehlt da – angesichts der häuslichen Enge – oft gerade einfach die Möglichkeit um Hilfe zu rufen?

Ältere Menschen jetzt stärker betroffen?

Gerade jetzt, wo Senioren oft alleine in ihren Häusern und Wohnungen sind, liegt natürlich die Vermutung nahe, dass (wie es im Amtsdeutsch heißt) "Straftaten zum Nachteil älterer Menschen" Konjunktur haben könnten. Auch diese Zahl ist recht kompliziert zu benennen, da sie unterschiedliche Tatbereiche mit einer Opfergruppe kombiniert. "Um hierzu Aussagen treffen zu können, bedarf es einer zeitaufwendigen, teilweise händischen Einzelfallauswertung", heißt es bei der Polizei Sachsen. Ein Anhaltspunkt für den aktuellen Trend kommt aus NRW: Demnach ist Kriminalität gegen Ältere in den vergangenen Wochen um knapp ein Drittel zurückgegangen.

Starker Anstieg bei Cybercrime erwartet

Homeoffice auf der einen Seite, digitale Freizeitgestaltung auf der anderen: Aktuell sieht das Bundeskriminalamt einen "massiven Anstieg von potenziellen Angriffszielen im Netz". Dabei geht das BKA davon aus, dass Kriminelle verstärkt "die aktuelle Besorgnis der Bevölkerung" ausnutzen. Fake-Shops, falsche Spendenaufrufe und mehr Phishing-Mails sollten demnach im Umlauf sein.

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Darüber hinaus rechnet das BKA auch mit möglichen Cyber-Attacken auf das Gesundheitssystem. Noch liegen keine aktuellen Zahlen vor. Aber die vielen Fake-Seiten zum Abfischen von Soforthilfen des Bundes zeigen zumindest: Kriminalität ist auch in Zeiten von Corona sehr kreativ.

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