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Kritik an Corona-Maßnahmen: Papier im Check

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Medizin-Verband eckt an - Kritik an Corona-Maßnahmen: Papier im Check

Datum:

Der Verband "Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin" kritisiert Pandemie-Maßnahmen und -Forschung. Das Papier wird unter Virologen hitzig diskutiert. Ein Überblick.

Mobile Corona-Teststation in Mannheim.
Von Corona-Tests bis zur Pandemie-Forschung - an nichts davon lässt das Papier ein gutes Haar.
Quelle: dpa

Immer wieder meldet sich die Fachorganisation "Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin" (EbM) mit kritischen Anmerkungen in der Corona-Pandemie zu Wort. Ihr am vergangenen Dienstag veröffentlichtes Positionspapier ist ein Rundumschlag gegen den bisherigen Umgang mit Covid-19 und der einhergehenden Virus-Forschung.

Um die Frage, ob diese Kritik berechtigt ist, hat sich unter bekannten Forschern und Fachärzten eine öffentliche Debatte entwickelt:

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Was kritisiert das Papier?

Viele der Kernpunkte des sieben Seiten umfassenden Berichts sind unter Kritikern der Corona-Maßnahmen bis hin zu völligen Leugnern der Pandemie bereits gut bekannt. Zu einigen dieser Thesen hat ZDFheute in den vergangenen Monaten bereits Faktenchecks erstellt:

  • Die geringen Todeszahlen rechtfertigten die aktuellen Gegenmaßnahmen nicht.
  • Der Schaden durch vorübergehende Schulschließungen oder Veranstaltungsverbote sei größer als durch die Pandemie selbst.
  • Gesichtsmasken seien kaum effektiv, um eine Verbreitung zu verhindern.
  • PCR-Tests könnten zu ungenau sein und das massenhafte Testen von Hunderttausenden Menschen pro Woche kontraproduktiv.
  • Medien schürten Panik, indem sie ungenaue oder problematische Daten nutzten.
  • Gesicherte Erkenntnisse über das Virus, seine Letalität und andere Faktoren würden nicht vorliegen.
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Wie glaubwürdig ist die Kritik?

Seine Aussagen begründet das Papier mit einer Vielzahl wissenschaftlicher Studien. Jedoch deutet EbM die von ihnen zitierten Quellen teils anders als deren eigentliche Autoren.

Dass eine Studie im Fachjournal BMJ zu dem Ergebnis kommt, dass ein Mix aus verschiedenen Maßnahmen die Covid-19-Fallzahlen in 149 Ländern um 13 Prozent senken konnte, werten die EbM-Vertreter als Argument gegen die Maßnahmen und sprechen von "nur 13 Prozent". Die Autoren der BMJ-Studie selbst sahen die Effektivität vieler Schutzmaßnahmen wie sozialer Distanz durch ihre Zahlen aber bestätigt.

Auch der Virologe Christian Drosten wirft dem EbM-Team auf Twitter vor, unsauber zitiert zu haben:

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Für andere Thesen nennt das EbM-Papier keine Belege: Etwa die Sorge, das Zulassungsverfahren für einen möglichen Impfstoff berge Sicherheitsrisiken, da Kriterien aufgeweicht werden könnten.

Zuständige Institutionen wie das mit der Zulassung von Impfstoffen beauftragte Paul-Ehrlich-Institut haben das immer wieder zugesichert. So nährt das EbM-Netzwerk diffuse Ängste und liefert Impfgegnern Argumente.

Gibt es tatsächlich kaum gesicherte Erkenntnisse zu Covid-19?

Der Vorwurf des EbM-Papiers wiegt schwer:

Es gibt insgesamt noch sehr wenig belastbare Evidenz, weder zu Covid-19 selbst noch zur Effektivität der derzeit ergriffenen Maßnahmen.
Kernthese des EbM-Papiers

Der Virologe Hendrik Streeck widerspricht dem im ZDFheute-Interview:

Wir haben trotz allem sehr viele Daten gesammelt in den letzten sechs Monaten. Und wir verstehen mittlerweile sehr gut, worauf wir achten müssen, wie wir das Virus kontrollieren können. Wir können mittlerweile sehr gute Prognosen erstellen, nach denen wir uns richten können, um weiter Lockerungen oder Maßnahmen zu beschließen.
Virologe Hendrik Streeck

Sehen Sie hier das komplette Interview:

Virologe Hendrick Streeck im Gespräch mit ZDFheute live über die aktuelle Corona-Lage in Deutschland und über die Entwicklung eines Impfstoffes.

Beitragslänge:
22 min
Datum:

Warum sind Corona-Studien so kompliziert?

In zahlreichen Bundesländern wurden und werden derzeit Studien durchgeführt, die genau solche Daten liefern.

Eine für die Gesamtbevölkerung repräsentative Studie ist jedoch nur schwer möglich. Das liegt vor allem an dem enormen Aufwand und daran, dass die sich die aktuelle Lage in den Corona-Hotspots so deutlich von den restlichen Regionen unterscheidet. Ergebnisse aus wenig betroffenen Gebieten ließen kaum Rückschlüsse auf Gefahren bei einem erneuten Aufflammen der Pandemie zu.

Stattdessen untersuchen Forscher entweder konkrete Gruppen (zum Beispiel die auch im Paper erwähnte Schul-Studie in Sachsen), oder Hotspots wie die Orte Kupferzell und Bad Feilnbach. Erste Studienergebnisse wurden bereits vorgelegt und über die Erkenntnisse umfangreich berichtet.

Zu anderen Bereichen, insbesondere zu den Langzeitschäden einer Covid-19-Erkrankung, fehlen tatsächlich noch viele Erkenntnisse - was aber vor allem daran liegt, dass es sich um ein neues Virus handelt und Langzeitstudien schlicht Zeit benötigen.

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