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Küssen in Corona-Zeiten

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Internationaler Tag des Kusses - Küssen in Corona-Zeiten

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Küssen gibt uns Kraft. Und entfacht in unserem Gehirn ein wahres Feuerwerk. Glück hat, wer in Corona-Zeiten küssen kann.

Paar küsst sich in Barcelona
Ein Paar küsst sich in Barcelona.
Quelle: AP

An den ersten Kuss mit seiner Freundin Esther kann sich Markus noch genau erinnern. Denn streng genommen war dieser illegal. Die beiden hatten sich kurz vor der Corona-Pandemie in Leipzig kennengelernt, doch es dauerte bis zum dritten Date, bis sie sich endlich küssten.

"Damals galten schon die Abstandsregeln, wir fühlten uns wie Bonny und Clyde. Wir wollten uns nah sein, aber waren ja noch kein Paar". Und der Kuss? "Wahnsinnig schön und auch erleichternd", erinnert er sich. Ein idealer Zeitpunkt, um eine Beziehung zu beginnen.

Auf dem Foto ist eine Hand zu sehen, die ein Handy hält. Auf dem Handy leuchtet ein Herz.

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"Die intensivste Fom einer sinnlich körperlichen Beziehung"

Für den Berliner Psychologen und Kussforscher Wolfgang Krüger ist das Küssen "die intensivste Fom einer sinnlich körperlichen Beziehung. Immerhin gibt es keinen Bereich des Körpers, an dem mehr Sinneszellen sind als am Mund", weiß er zu berichten. Denn Küssen passiert im Gesicht, an dem Teil des Körpers, mit dem wir reden, wo wir besonders empfindlich und empfänglich sind.

Neurologen haben das Küssen untersucht und so liest sich das, was im Gehirn passiert: Leichter Druck auf den Lippen wird zunächst in kleine elektrische Impulse verwandelt. Diese Impulse werden ins Gehirn gejagt.

Dort durchlaufen sie blitzschnell mehrere Stationen im Gehirn. Dabei werden verschiedene Hormone gebildet: Das Bindungs- und Kuschelhormon Oxytocin etwa, oder die Glückshormone Serotonin und Dopamin.

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Ein Stabilisator für die Partnerschaft

"Das alles erklärt aber noch nicht das Küssen", meint Wolfgang Krüger. Küssen sei eben viel mehr ein Gespräch, man spürt etwas, nimmt es auf, erwidert es. Küssen stabilisiert die Partnerschaft, es gibt unendliche Nähe und Vertrautheit und Geborgenheit.

Paare, wie Markus und Esther, prüfen laut Kussforscher und Buchautor Krüger schon beim ersten Kuss den Partner: Ist sie teamfähig? Ist er leidenschaftlich? Und wie steht es um ihre Sozialkompetenz? All das lässt sich, laut Krüger, schon beim Küssen rausfinden. "Scheint gut zu funktionieren", sagt Markus heute, nach den ersten Monaten der Beziehung.

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Küssen: Auch unter Freunden wichtig

Doch nicht nur in Paarbeziehungen ist das Küssen wichtig. Auch der freundschaftliche Kuss auf die Wange zwischen Freunden habe sich in Deutschland in den vergangenen Jahren verbreitet, hat Wolfgang Krüger beobachtet.

Doch Corona hat das deutlich eingeschränkt. "Das ist unendlich schade", meint Wolfgang Krüger. "Wir spüren einander nicht mehr".

Besonders dramatisch sei die Situation oft für ältere Leute, erzählt Krüger. Die 93-jährige Gerda aus Brandenburg ist dafür ein Beispiel von vielen. Sie ist stark dement und es kommt vor, dass sie in einer Viertelstunde zehn Mal dasselbe fragt.

Fast vier Monate durfte sie keinen Besuch erhalten aufgrund der Corona-Maßnahmen. Jetzt konnten die Enkel ihre Oma endlich wieder sehen. “Ich habe ihr Küsschen auf die Wange gegeben. Und jedes Mal hat sie verschmitzt gelächelt”, erzählt ihre Enkelin freudig.

Besonders betroffen von der Corona-Krise sind ältere Menschen. Als "Risikogruppe" müssen sie besonders geschützt werden. Das bedeutet häufig notweniger Rückzug und Einsamkeit, ob zuhause oder im Heim. Es sind Großeltern, Mütter und Väter.

Beitragslänge:
3 min
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