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Corona: Kulturbranche in Not - "Die Ärzte" befürchten langfristigen Schaden

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Die Band "Die Ärzte" warnt davor, Kultur als gegeben hinzunehmen. Sie appellieren an die Politiker, die Branche mit 1,4 Millionen Menschen in den Blick zu nehmen.

Die Mitglieder der Rockgruppe "Die Ärzte" eröffnen "Tagesthemen"
Bei dem ungewöhnlichen Auftritt hat die Berliner Band an die Politik appelliert, in der Corona-Krise die Kulturbranche nicht zu vergessen.
Quelle: dpa

Die normalerweise eher unernsten Punk-Musiker der "Die Ärzte" als Interviewpartner mit einem ernsten Anliegen in den "Tagesthemen": Bei einem Auftritt in der ARD-Nachrichtensendung hat die Berliner Band an die Politik appelliert, in der Corona-Krise die Kulturbranche nicht zu vergessen.

Die Menschen, die in der Musikszene arbeiten, würden in Zeiten von Corona ignoriert, sagte Ärzte-Sänger Farin Urlaub. Die Band hatte die Tagesthemen am Freitagabend mit einem Mini-Auftritt eröffnet - damit gab es erstmals Live-Musik in der Sendung.

"Ärzte" befürchten "langfristigen Schaden" für die Branche

Das Problem ist tatsächlich, wir nehmen Kultur als gegeben hin, Kultur ist einfach immer da.
Farin Urlaub

Dabei falle zu wenig auf, dass Kultur nicht nur kommerziell erfolgreiche Bandmusiker wie sie selbst brauche, sondern einen ganzen Unterbau: Clubbetreiber, sogenannte Roadies, also Technik- und Aufbauhelfer, sowie kleinere Bands, die noch keine Plattenverträge haben. Wenn das wegbreche, sei das ein "langfristiger Schaden".

Vor dem Düsseldorfer Landtag Vertreter der Veranstaltungsbranche demonstriert – wegen der Corona-Schutzmaßnahmen fürchten viele eine Pleitewelle.

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Schlagzeuger Bela B. berichtete, dass wegen der fehlenden Auftrittmöglichkeiten in der Krise viele dieser Menschen seit sieben Monaten keine Arbeit hätten.

Wir hoffen, die Politiker dazu zu bringen, diese Branche mit 1,4 Millionen Menschen auch zu sehen.
Bela B.

Autokonzerte oder Stream-Konzerte spielten für die Band als Überbrückungsmöglichkeit in der Corona-Krise keine Rolle. "Das passt nicht zu uns. Unser Publikum muss sich aneinander reiben", sagt Bela B.

Der Auftritt hat der Berliner Rockband im Netz viel Zuspruch beschert.

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Ihre geplante Tour hatten "Die Ärzte" auf das nächste Jahr verschoben. "Wir müssen uns wahrscheinlich damit abfinden, dass solange Corona so wütet wie jetzt gerade, dass die Art von Konzerten, die wir gerne spielen, einfach nicht möglich sind", sagte Urlaub.

Für kleinere, weniger bekannte Bands oder Clubbetreiber und die Techniker sei die Situation aber schlimmer.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier fordert neue Corona-Hilfen

Auch die Regierung will die Branche nicht aus den Augen verlieren: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erklärte in den Zeitrungen der Funke Mediengruppe, der Veranstaltungsbranche verstärkt unter die Arme greifen zu wollen.

Wir haben ein Interesse daran, dass Künstler, Kreative oder Konzertveranstalter nicht aufgeben müssen, nur weil wir Corona haben.
Peter Altmaier

Dazu will er als eine von mehreren Maßnahmen die derzeit bis zum Jahresende laufenden Überbrückungshilfen verlängern.

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