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Corona-Einbrüche in der Kultur - Mehr Geld für Musik- und Buchbranche

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Nach einigem Zögern legt der Bund das Konjunkturprogramm „Neustart Kultur“ auf, das eine Milliarde Euro nur für Kultur enthält. Auch die Buch- und Musikbranche sollen profitieren.

Archiv: Ein Stapel neuer Bücher liegt auf einem Verkaufstisch in einer Buchhandlung
Ein Stapel neuer Bücher liegt auf einem Verkaufstisch in einer Buchhandlung.
Quelle: dpa

In der Coronakrise will der Bund die Buch- und Verlagsbranche nachhaltig unterstützen. "Das Verlagswesen ist Grundlage für viele andere Bereiche", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

Die CDU-Politikerin verwies auf das eine Milliarde Euro umfassende Hilfsprogramm für die Kulturszene.

Ich kann die Probleme mit einer Milliarde nicht lösen, wir können das Geld aber relativ schnell und gerecht auf die Straße bringen.
Monika Grütters, Kulturstaatsministerin (CDU)

Unterstützung für Buchmessen in Corona-Krise

Grütters zeigte sich erfreut, dass die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr stattfinden soll. Der Bund unterstütze das mit vier Millionen Euro. Für Verlage solle es Abschläge auf die Standmieten geben.

Die in diesem Jahr abgesagte Leipziger Buchmesse soll laut Grütters mit einer Million Euro unterstützt werden, wenn sie im kommenden Jahr stattfinden kann.

Mit zehn Millionen Euro soll der Verlagsbranche geholfen werden. Verlage können Druck- und Produktionskostenzuschüsse in Höhe von bis zu 10.000 Euro bekommen.

Weitere zehn Millionen Euro stehen für kleinere und mittlere Buchhandlungen bereit. Sie können bis zu 7.500 Euro für die Digitalisierung ihrer Vertriebswege beantragen.

Bücher finden Leser nicht

Verleger Jo Lendle vom Münchner Carl Hanser Verlag sagte: "Wir haben keine Krise der Produktion oder des Verlegens, wir haben eine Krise der Distribution und der Präsentation. Das hängt aber alles extrem nah beieinander."

Laut Lendle hat die Branche mit einem Minus von zwölf Prozent beim Umsatz zu rechnen. "Weil die Puffer so klein sind, trifft das alle: Verlage, Handel, Autoren, Veranstalter." Besonders gefährdet seien besonders oft Bücher, die "schwerer vermittelbar" seien.

Man verbringt keine Nachmittage mehr in den Buchhandlungen. Da haben es Bücher schwerer, die Erläuterung brauchen.
Jo Lendle, Carl Hanser Verlag

Gelder für Clubs und Livemusik-Orte

Der Bund will außerdem kleinere und mittlere Musikclubs und Livemusik-Spielstätten mit insgesamt 27 Millionen Euro fördern. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie sei das Musikleben in Deutschland weitgehend zum Erliegen gekommen, erklärte Grütters weiter. Clubs und Konzerte würden schmerzlich vermisst. Viele Betreiber seien in eine existenzielle Notlage geraten.

Ziel der Maßnahmen der Bundesregierung ist es, die Clublandschaft in ihrer Vielfalt zu erhalten.
Monika Grütters, Kulturstaatsministerin (CDU)

Fördermittel können jeweils bis zu 150.000 Euro abgerufen werden. Im Fokus stünden vor allem Programme zur Wiederaufnahme des Betriebs, aber auch pandemiegerechte Formate zur Nachwuchsförderung und zur Gleichstellung der Geschlechter.

Mit persönlichen Konzerten im 1-zu-1 Format sammeln Musiker aus aller Welt Spenden für freischaffende Künstler während der Corona-Pandemie - mit gebotenem Abstand natürlich. Die Idee dazu kommt aus Thüringen.

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Zudem sollen Projekte für eine bessere Vernetzung der Clubs gefördert werden. Zusätzlich zu diesen Maßnahmen könnten Clubs aus einem anderen Förderprogramm auch Gelder für pandemiebedingte Investitionen beantragen. Das Programm für die Clubs und Livemusik-Spielstätten startet am 27. August 2020.

Milliardenprogramm für die Kultur

Der Bund hatte nach einigem Zögern ein Milliardenprogramm nur für die Kultur aufgelegt. 250 Millionen Euro stehen etwa für Hygienekonzepte, Online-Ticket-Systeme oder Belüftungssysteme bereit.

Mit bis zu 480 Millionen Euro sollen Kulturschaffende aus der Kurzarbeit geholt werden, stattdessen wird künstlerisches Wirken finanziert. Für digitale Angebote stehen 150 Millionen Euro bereit. Nochmal 100 Millionen gibt es für coronabedingte Einnahmeausfälle.

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