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Konzert als Corona-Studie - Trotz Tests und Tracer: Nach Konzert angefühlt

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Endlich wieder ein Konzert: Für 1.500 Menschen wurde dieser Wunsch in Leipzig wahr. Sie waren nicht nur Konzertbesucher bei Tim Bendzko, sondern Corona-Probanden.

Großveranstaltungen in Corona-Zeiten sind nicht erlaubt. Nun hat Tim Bendzko in Leipzig ein Konzert als Teil einer wissenschaftlichen Studie gegeben.

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Caroline Neuber ist extra aus Stuttgart nach Leipzig gekommen. Fünf Stunden mit dem Auto, um Tim Bendzko live zu sehen. Aber vor allem um Teil einer Studie zu sein, in die die Veranstaltungsindustrie und viele Sportvereine große Hoffnung setzten.

Dieses Konzert in der Arena Leipzig hat die Universitätsklinik Halle organisiert. Es ist Teil einer Studie, die herausfinden soll, inwiefern Großveranstaltungen trotz Covid-19-Pandemie wieder stattfinden könnten.

Alle mit Trace Device ausgestattet 

Deswegen tragen alle Besucherinnen und Besucherinnen ein sogenanntes Trace Device, ein kleines schwarzes Kästchen mit grün blinkendem Lämpchen, das an einem Schlüsselband um ihren Hals hängt. Es wird den ganzen Tag über ihre Bewegungen aufzeichnen, damit die Wissenschaftlerinnen feststellen können, inwiefern die Teilnehmenden bei der Veranstaltung miteinander in Kontakt kommen, wie nah und wie lange.

Ein Popkonzert mit 1.400 Zuhörern – trotz Corona? Für dieses Konzert war das Virus sogar der Auslöser. Forscher möchten das Infektionsrisiko bei Großveranstaltungen ermitteln.

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Bedingung für ihre Teilnahme war nicht etwa, ob ein Ticket ergattert werden konnte, sondern ob der Coronatest im Vorhinein negativ war. Nur bei einer Person sei er positiv gewesen, teilte die Unikinik mit. 1.500 Probanden seien mit einem Trace Device ausstattet worden. 

Einlass nur mit Maske 

Damit um den Hals, einer FFP2-Maske über Mund und Nase und einem eigenen Fläschchen Desinfektionsmittel in der Tasche geht es zum Einlass. "Ich fühle mich sicher", sagt Neuber. 

Die Menschen halten, soweit es geht hier draußen, Abstand und jeder hat ja eine Maske.  
Caroline Neuber, Konzert-Probandin

In der Halle erwartet sie und die anderen eine Bestuhlung und statt Vorband begrüßt der Leiter der Studie, Stefan Moritz, die Menge. Sie seien eingeladen sich Getränke und Würstchen an den Ständen vor der Halle zu holen, dafür gibt es Gutscheine. Sie sollen sich so wie sonst frei in der Halle bewegen, jede Bewegung sei relevant, auch der Gang zur Toilette und welche Oberflächen wie häufig angefasst werden.  

Gute Stimmung in der Halle 

Dann startet Tim Bendzkos Part im ersten Szenario. Sein Publikum sitzt dicht an dicht. Vereinzelt stehen ein paar Leute auf und klatschen. Spätestens bei "Nur kurz die Welt retten" singen die Leute mit. Der Sänger hat dabei ein "überraschend gutes Gefühl", sagt er später. Er habe damit gerechnet, "dass sich alles etwas steriler anfühlt, wenn alle mit Maske vor einem sitzen." Es habe aber richtig Spaß gemacht.

Tim Bendzko bei PK zu Großversuch der Uniklinik Halle/Saale
Tim Bendzko bei PK zu Großversuch der Uniklinik Halle/Saale
Quelle: dpa

 

Caroline Neuber findet danach:

Er hat schon gut Stimmung gemacht, es hat sich nach Konzert angefühlt.

"Schon aber auch wie ein Experiment",  berichtet Sara Böhme, eine andere Probandin. Der Grund dafür sei vor allem die Maske. Diese verursache Druck auf den Ohren, es sei warm und lästig.  

Es folgen zwei weitere Szenarien. Dabei müssen sich die Teilnehmer restriktiver verhalten, mehr Anstand halten, haben weniger Bewegungsfreiraum. Das drückt dann doch die Stimmung. Rico Gottlob berichtet:

Beim zweiten Szenario ist die Stimmung schon etwas abgeflacht. 

Gottlob ist Geschäftsführer der Dresden Titans und hier mit der Hoffnung, dass diese Studie Ergebnisse liefert, die erlauben, dass in der nächsten Basketball-Saison wieder Fans in die Halle dürfen.

Ob das klappt und unter welchen Bedingungen wird sich schon bald zeigen. In sechs Wochen will die Uniklinik Halle ihre Ergebnisse präsentieren.

In der Arena Leipzig geht am Samstag ein deutschlandweit bislang einmaliges Experiment über die Bühne: Mitten in der Corona-Pandemie wollen Mediziner mit Freiwilligen das Ansteckungsrisiko bei Großveranstaltungen in Hallen untersuchen.

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