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Wie haben die Deutschen Corona verkraftet?

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Studie zu Kontaktbeschränkungen - Wie haben die Deutschen Corona verkraftet?

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Studien zeigen: Die Deutschen kommen bislang besser durch die Corona-Krise als erwartet, vor allem die Angst um die Gesundheit schwindet. Nur eine Sache fürchten die Menschen.

Frau sitzt allein an einem Baum
Einsamkeitsgefühle sind im April gestiegen, die Häufigkeit von Depressionssymptomen blieb aber weitgehend unverändert.
Quelle: dpa

"Soziale Kontakte können tödlich sein": Bei Schlagzeilen wie dieser konnte es einem Mitte März 2020 in Deutschland angst und bange werden. Nun zeigt sich: Die strengen Maßnahmen, die ein Ausbreiten des Coronavirus verlangsamen sollten, haben sich geringer auf die Psyche der Deutschen ausgewirkt als befürchtet.

In der Corona-Krise bangten die Menschen wenig um ihre Gesundheit

Zwar berichten Forschende der Universität Bielefeld und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in ihrer "SOEP-CoV"-Studie von einem "auffälligen Anstieg der Einsamkeit" vor allem bei Frauen und jungen Menschen unter 30 Jahren im Monat April, als das öffentliche Leben eingefroren wurde.

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Trotz vermehrter Einsamkeitsgefühle seien allerdings Lebenszufriedenheit und Depressionssymptome weitgehend unverändert geblieben. Überraschend zudem, dass sich die Menschen während des Lockdowns offenbar weniger Sorgen um ihre Gesundheit machten als in den Jahren zuvor.

Demnach sank der Anteil der Menschen, die angaben, sich große Sorgen um ihre Gesundheit zu machen, im April 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat um neun Prozentpunkte von 19 Prozent auf zehn Prozent.

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Die Angst vor dem Coronavirus hat stark abgenommen

Ähnliches berichtet die Forscherin Annelies Blom, die mit ihrem Team der Uni Mannheim seit Mitte März in einer groß angelegten Studie  jede Woche circa 3.600 Menschen befragt, wie deren Leben in der Corona-Krise aussieht.

Die Deutschen fühlten sich durch das Virus inzwischen weit weniger bedroht als noch vor wenigen Wochen, sagt Annelies Blom:

Der Anteil der Befragten mit ernstzunehmenden Ängsten hat im Laufe der vergangenen Monate wieder deutlich abgenommen.

"Mitte März hatte 18 Prozent der Bevölkerung noch ziemlich oder sehr große Angst, nach einem Monat ist dieser Wert auf acht Prozent gesunken und nimmt weiterhin ab", sagte Blom.

Dass Deutschland bislang so robust durch die Krise kommt, hängt laut DIW eng zusammen mit den Hilfspaketen des Bundes und der Länder und der Möglichkeit der Kurzarbeit, wodurch Arbeitsplätze erhalten werden sollen.

In Großbritannien sieht es ganz anders aus

Auf diesen Zusammenhang verweist auch Martin Schröder, Professor für die Soziologie der Wirtschaft und Arbeit an der Uni Marburg. Er hat untersucht, wie die Briten bislang durch die Corona-Krise gekommen sind, die mit deutlich weniger staatlicher Hilfe als die Deutschen auskommen müssen.

Martin Schröders Fazit mit Blick auf Großbritannien:

Der Bevölkerungsanteil, der von besonders niedriger Lebenszufriedenheit berichtet, erhöhte sich während der Pandemie dramatisch von 15 auf 24 Prozent.

Für Menschen, die für Schlafprobleme oder depressive Verstimmungen anfällig sind, verdoppele sich sogar die Wahrscheinlichkeit, unter Schlaflosigkeit, Depressionen oder allgemein niedrigerer Lebensqualität zu leiden.

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Sorgen über wirtschaftlichen Schaden wachsen

Schröders Ergebnisse stehen im starken Kontrast zu den Studien über Deutschland: Doch auch in der Bundesrepublik wächst die Sorge vor harten wirtschaftlichen Konsequenzen des Lockdowns. "Aktuell sagen in etwa 50 Prozent der Befragten, dass der wirtschaftliche Schaden der Maßnahmen den gesellschaftlichen Nutzen übersteige – Ende März sagten das nur 27 Prozent der Befragten", berichtet Blom.

Das Konjunkturpaket soll den Konsum anregen und die geschwächte Wirtschaft in der Corona-Krise stärken.

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Dies, so die Wissenschaftlerin, könnte daran liegen, dass viele Menschen inzwischen persönlich von wirtschaftlichem Schaden und Einkommensverlusten betroffen sind.

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