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Wie sich das Coronavirus verbreitet hat

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Entwicklung im Überblick - Wie sich das Coronavirus verbreitet hat

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Gefährliches Virus auf dem Vormarsch: Ende Dezember informierte China über eine neue Lungenkrankheit - seither steigen die Infektionsfälle rasant. Die Entwicklung im Überblick.

Passantin vor dem geschlossenen Fischmarkt in Wuhan
Es wird vermutet, dass die Quelle des Coronavirus ein Wildtier auf einem Fischmarkt in Wuhan war. Der Markt ist mittlerweile geschlossen.
Quelle: epa

31. Dezember: Erste Warnung aus Peking

Die chinesischen Behörden informieren die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über mehrere Fälle einer mysteriösen Lungenkrankheit in Wuhan, der Hauptstadt der zentralchinesischen Provinz Hubei. Ihren Angaben zufolge wurde der erste Fall bereits am 12. Dezember registriert. Der Erreger der Krankheit sei unbekannt.

Mehrere der Erkrankten arbeiteten auf einem Großmarkt für Fische und Meeresfrüchte, auf dem aber auch andere Tiere wie etwa Ratten, Krokodile, Schlangen und vor allem auch Larvenroller angeboten wurden. Die Schleichkatzen sind in China eine Delikatesse, von der vermutlich der Erreger der gefährlichen Lungenkrankheit Sars stammt, an der in den Jahren 2002/2003 über 700 Menschen weltweit starben.

7. Januar: Neues Coronavirus als Erreger identifiziert

Laut WHO gelingt es chinesischen Experten, den Erreger zu identifizieren. Er gehört demnach zur großen Familie der Coronaviren, die harmlose Erkältungen auslösen können - aber auch Sars.

Ein Coronavirus unter dem Mikroskop. Symbolbild
Coronaviren gelten als anpassungsfähig und wandelbar -- Veränderungen im Erbgut könnten das neue Virus gefährlicher und ansteckender machen.
Quelle: Center for Disease Control/epa/dpa

11. Januar: Erster Todesfall wird vermeldet

Die chinesischen Behörden berichten von einem ersten Toten, einem 61-jährigen Kunden des Fischmarkts in Wuhan.

13. Januar: Beginn der Ausbreitung außerhalb Chinas

Die WHO bestätigt einen ersten Fall außerhalb Chinas; eine Patientin in Thailand, die aus Wuhan kam. Am 16. Januar bestätigt Japan seinen ersten Krankheitsfall - einen ebenfalls aus Wuhan eingereisten Mann. In den folgenden Tagen melden Nepal, Australien, Malaysia, Singapur, Südkorea, Vietnam, Taiwan und schließlich auch die USA und Frankreich erste Krankheitsfälle.

Behandlung eines infizierten Patienten in Wuhan (China).
Behandlung eines infizierten Patienten in Wuhan.
Quelle: Xiong Qi/XinHua/dpa

20. Januar: Chinesischer Experte bestätigt Mensch-zu-Mensch-Übertragung

Ein Mitglied der nationalen Gesundheitskommission Chinas, der weltweit anerkannte Experte Zhong Nanshan, erklärt, dass es erstmals auch eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Virus gegeben habe.

22. Januar: Behörden warnen vor Mutation des Virus

Die chinesischen Behörden warnen, dass der Erreger mutieren und damit deutlich ansteckender werden könnte.

Menschen tragen Schutzmasken in der U-Bahn in Peking, China
Angst vor Ansteckung: Menschen tragen Schutzmasken in der U-Bahn in Peking.
Quelle: epa

23. Januar: Wuhan wird unter Quarantäne gestellt

Kurz vor Beginn des chinesischen Neujahrs, das in China einer Völkerwanderung gleichkommt, stellen die Behörden Wuhan mit seinen elf Millionen Einwohnern unter Quarantäne. Peking sagt vorsorglich alle größeren Neujahrsfeiern ab.

Viele Feierlichkeiten, wie hier in Peking, wurden wegen des Coronavirus abgesagt
Viele Feierlichkeiten, wie hier in Peking, wurden wegen des Coronavirus abgesagt.
Quelle: epa


Die WHO beschließt nach einer zweitägigen Krisensitzung, vorerst keinen weltweiten Gesundheitsnotstand auszurufen. Zur Begründung heißt es, bisher gebe es außerhalb Chinas "keine Hinweise" auf eine Übertragung des Krankheitserregers von Mensch zu Mensch.

25. Januar: China weitet Maßnahmen massiv aus

In China werden weitere Städte isoliert. De facto stehen nun 56 Millionen Menschen unter Quarantäne. Im gesamten öffentlichen Verkehr der Volksrepublik werden Fiebermessstationen eingerichtet.

Polizisten kontrollieren Bahnhof in Peking
China reagiert vehement auf die neue Lungenkrankheit. Besonders betroffene Städte sind abgeschottet.
Quelle: epa

In Wuhan soll eine weitere Klinik für infizierte Patienten entstehen. Wie die staatliche Zeitung "People's Daily" berichtete, planen die Behörden den Bau eines Krankenhauses mit 1.300 Betten binnen 14 Tagen. Dies ist bereits die zweite Klinik, die extra für das Virus errichtet werden soll. Zuvor hatten die Behörden angekündigt, dass am 3. Februar in Wuhan ein erstes auf die Epidemie spezialisiertes Krankenhaus mit tausend Betten in Betrieb gehen soll.

China baut Krankenhaus für Infizierte in Wuhan
In Wuhan soll binnen weniger Tage eine Spezialklinik entstehen. Auf der Baustelle sind Dutzende Bagger und Lastwagen im Einsatz.
Quelle: dpa

26. Januar: USA, Frankreich und Japan wollen Bürger aus Wuhan ausfliegen lassen

Das US-Außenministerium kündigt an, seine Bürger aus Wuhan auszufliegen. Frankreich und Japan verkünden ähnliche Pläne. Chinas Behörden melden mittlerweile 56 Tote und knapp 2.000 Infizierte. Außerhalb des Landes gibt es nach Angaben der europäischen Gesundheitsbehörde ECDC 38 bestätigte Fälle.

27. Januar: Erster Fall in Deutschland

Das bayerische Gesundheitsministerium meldet den ersten 2019-nCov-Fall in Deutschland. Der Patient im oberbayerischen Landkreis Starnberg werde medizinisch überwacht, sei isoliert untergebracht und befinde sich "klinisch in einem guten Zustand".

Zudem bereitet die Bundesregierung sich auf eine mögliche Rückholaktion für Deutsche aus Wuhan vor, wie Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) mitteilt. Im Raum Wuhan halten sich laut Auswärtigem Amt etwa 90 Deutsche auf.

Bayerischer Coronavirus-Fall -
Erste Mensch-zu-Mensch-Ansteckung außerhalb Asiens
 

Bei dem Mann, der in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert ist, handelt es sich um einen 33-Jährigen. Er habe sich bei einem chinesischen Gast angesteckt, so die Behörden.

Videolänge:
1 min

28. Januar: Bestätigung von erster Mensch-zu-Mensch-Übertragung außerhalb Asiens

Der Fall in Deutschland erweist sich als der erste bekannte Fall einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung außerhalb Asiens. Der 33-jährige Patient steckte sich nach Behördenangaben wohl bei einer aus China angereisten Kollegin an.

In China steigt die Zahl der offiziell registrierten Todesopfer auf 106, mehr als 4.500 Menschen infizierten sich dort. Die Schul- und Semesterferien zum chinesischen Neujahr werden für unbestimmte Zeit verlängert.

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