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Ärzte warnen vor Mangel an Pflegepersonal

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Versorgung von Corona-Patienten - Ärzte warnen vor Mangel an Pflegepersonal

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Angesichts rapide steigender Infektionszahlen warnen Intensivmediziner vor Engpässen in Kliniken. Es mangele an Pflegekräften für die Versorgung von Corona-Patienten.

Ein Patient an einem Beatmungsgerät im Münchner Klinikum Großhadern.
Das Münchner Klinikum Großhadern.
Quelle: dpa

Der Mangel an Pflegepersonal in deutschen Krankenhäusern entwickelt sich nach Ansicht von Ärztevertretern zum zentralen Problem bei der Versorgung von Covid-19-Patienten. Intensivmediziner sind alarmiert. Zwar gibt es laut Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), inzwischen genügend Betten, das nütze aber nichts bei einem massiven Pflegekräftemangel.

Janssens: Tausende Pflegekräfte fehlen

Es gebe inzwischen "ausreichend Kapazitäten an freien Intensivbetten und Beatmungsgeräten", sagt Janssens den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". "Das viel größere Problem", sei aber, dass grob geschätzt bundesweit 3.500 bis 4.000 Fachkräfte für die Intensivpflege fehlten, sagt Janssens. Er warnt:

Wir haben einen dramatischen Mangel an Pflegekräften.
Uwe Janssens, DIVI-Präsident

Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, rechnet damit, dass der Personalmangel in den Krankenhäusern bald massiv zutage tritt.

"Sechs bis neun Prozent der Infizierten von heute werden in zwei Wochen im Krankenhaus behandelt werden müssen", prognostizierte Johna. "Pro schwer krankem Covid-Patienten auf der Intensivstation wird eigentlich eine Pflegekraft benötigt", sagte sie den Funke-Zeitungen.

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Gaß: Zentrale Herausforderung ist Pflegepersonal

Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, bezeichnete den Engpass beim Pflegepersonal als "die zentrale Herausforderung, wenn die Patientenzahlen steigen." Er warnt vor Wartezeiten bei der Regelversorgung.

Die Kliniken müssen dann Personal umbesetzen und sich wie im Frühjahr auf die Versorgung von dringenden Fällen konzentrieren, sagte Gaß den Funke-Blättern. Man müsse sich auf die Verlegung von Patienten aus hoch belasteten Standorten in entferntere Krankenhäuser einstellen. Er schätzt:

Wir werden uns auf Wartezeiten bei der Regelversorgung einstellen müssen.
Gerald Gaß, Präsident Deutsche Krankenhausgesellschaft

Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Schmidtke (CDU), riet Patienten mit anderen Krankheiten, sich trotz der Corona-Pandemie nicht von einem Klinikbesuch abhalten zu lassen.

Niemand müsse sich "Sorgen machen, in einer Notfallsituation wie bei Herzinfarkt oder Schlaganfall nicht versorgt zu werden", sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

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WHO: Entwicklung auf Nordhalbkugel kritisch

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland war zuletzt deutlich angestiegen. Laut dem DIVI-Intensivregister stieg die Zahl der Covid-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung um weitere 66 auf 1.362, die Zahl der Fälle mit invasiver Beatmung stieg bis Montagmittag um 44 auf 622.

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation Tedros Adhanom Ghebreyesus warnt vor einer Überlastung von Intensivstationen vor allem in Europa und Nordamerika. "Viele Länder auf der Nordhalbkugel sehen derzeit einen besorgniserregenden Anstieg von Fällen und Einweisungen ins Krankenhaus".

Man sieht verschiedene Menschengruppen, also Cluster, die mit dem Corona-Virus (symbolisch) infiziert sind.

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