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Waldabenteuer - "Meditativ, entspannend, befreiend"

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Die Corona-Pandemie zerstört Reisepläne. Keiner kann sagen, was im Sommer möglich ist. Für den Biologen Manuel Larbig ist der deutsche Wald eine gute Alternative.

Wanderer mit Rucksack im Taunus
Wanderer mit Rucksack im Taunus
Quelle: dpa

ZDFheute: Hinter jedem Baum ein Mensch: Die stadtnahen Wälder rings um Mainz sind seit Corona gesteckt voll. Der Förster macht sich schon Sorgen. Ist das bei Ihnen auch so?

Manuel Larbig: In den Stadtwäldern von Berlin ist es auch dicht gedrängt, aber ich selbst wohne in Eberswalde und wir haben hier in Brandenburg so große Wälder, da ist es entspannter. Je weiter man rausfährt, desto ruhiger wird es.

ZDFheute: Sie zieht es nicht nur in Krisenzeiten in den Wald: Was finden Sie dort, was Ihnen die Stadt nicht geben kann?

Larbig: Also, ich umgebe mich gern mit Menschen, ich bin kein Einsiedler, aber in der Natur finde ich als Biologe sehr viele faszinierende Dinge. Außerdem finde ich draußen zu mir selbst, kann besser darüber nachdenken, was mir wirklich wichtig ist im Leben und wie ich meinen Idealen näherkomme. Das Waldwandern hat für mich etwas Meditatives, Entspannendes und Befreiendes.

ZDFheute: Dabei mögen Sie es auch gern etwas härter als gewöhnliche Wanderer. Minimal ausgerüstet, sind Sie auch schon mal sechs Wochen mehr als 1.000 Kilometer quer durch 50 deutsche Wälder gewandert. Sich von Beeren, Regenwürmern und Kräutern ernähren, für Trinkwasser Bäche suchen müssen, in selbstgebauten Laubhütten schlafen, durchgefroren in klammen Klamotten aufwachen. Ist das nicht schrecklich mühsam?

Larbig: Ja, und es gab auch mehrere völlig verregnete Tage hintereinander, an denen ich mich gefragt habe: Warum machst du das eigentlich? Ich habe da meine Grenzen gespürt, aber auch das unglaublich tolle und prägende Gefühl, weiterzukommen, weil der Körper seine Kraftreserven mobilisiert. Es gab außerdem auch herrlich sonnige Tage und milde Nächte, in denen ich geschlafen habe wie ein Baby.

Deutschlands ältester Nationalpark entfaltet im Herbst einen ganz eigenen Reiz. Beim Wandern auf nebelumhüllte Gipfel, durch buntbelaubte Wälder oder auf dem längsten Baumwipfelpfad der Welt können Besucher die Natur von ihrer schönsten Seite erleben.

Beitragslänge:
5 min
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ZDFheute: Nachts allein im Wald, bei dem Gedanken gruselt es viele Menschen. Wie empfinden Sie Nächte unter freiem Himmel?

Larbig: Ich glaube, die Ängste vieler Menschen rühren unter anderem daher, dass sie die nächtlichen Geräusche nicht gut einordnen können, weil sie keine Erfahrungen damit haben. Der Ruf einer Schleiereule etwa klingt wie der eines gequälten Kleinkinds. Für den, der den Ruf des Vogels nicht kennt, ist das natürlich zum Fürchten.

Wenn ich nachts den Ruf der Schleiereule höre, freue ich mich dagegen einfach, weil diese Tiere ziemlich selten sind. Natürlich gibt es auch einige reale Gefahren im Wald und über die sollte man Bescheid wissen, um etwa zu vermeiden, Wildschweine aufzuscheuchen. Insgesamt aber denke ich, dass wir im urbanen Umfeld größeren Gefahren ausgeliefert sind als in der Natur.

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