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Teurer - aber nicht immer gut

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FFP2-Masken - Teurer - aber nicht immer gut

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FFP2-Masken versprechen größeren Schutz als normale Mund-Nasen-Masken. Sie sind meist viel teurer, halten aber nicht immer, was sie versprechen. Wie Sie Fälschungen erkennen.

FFP2-Masken: Worauf Käufer achten sollten.

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Gerade jetzt, da die Corona-Pandemie wieder an Fahrt gewinnt, setzen viele Verbraucher auf FFP2-Masken. Die sind oft viel teurer als Alltagsmasken, versprechen aber größeren Schutz - auch und gerade für den Träger. Optimal also für Menschen, die zur Risikogruppe gehören oder in Situationen, in denen das Abstandhalten schwerfällt, etwa in Bus und Bahn. Aber halten die Masken denn, was sie versprechen? WISO hat den Test gemacht.

Milliarden minderwertige Masken im Handel

In Deutschland sind Milliarden ‎minderwertige Masken im Handel, angeblich FFP2-Standard. Wie ist das möglich? Zu Beginn der Pandemie wurde auf Tests verzichtet. Weil überall Masken fehlten. Deshalb durften sogar ungeprüfte auf den Markt. Erst ‎Wochen später wurde ein Schnelltest ‎vorgeschrieben, mit geringeren Prüfvorgaben.

Ein wichtiger Prüfpunkt: die Durchlassprüfung. Um festzustellen, ob die Maske nicht ‎mehr als sechs Prozent Aerosole durchlässt. Die Dekra ist eine der sogenannten notifizierten Stellen, die importierte ‎Masken einem Schnelltest unterziehen durften:

Wir gehen davon aus, dass ungefähr acht Milliarden Masken in Deutschland ‎angeliefert worden sind. Und davon, glauben wir, sind vier Milliarden getestet worden ‎und eben vier Milliarden nicht. Als Endverbraucher haben Sie gar keine ‎Möglichkeit, das zu unterscheiden. Es sei denn, der Verkäufer legt Ihnen die ‎entsprechenden Dokumente vor.
Jörg-Timm Kilisch, Dekra

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WISO testet FFP2-Masken

Aber wer weiß von der amtlichen Test-Bestätigung und fragt ‎danach?‎ Anders ist es bei echten FFP2-Masken, die sind CE-zertifiziert. Die haben deutlich mehr Tests zu bestehen. Das dauert nicht wenige Stunden, das läuft über sechs Wochen. Und nur solche, die alle Tests bestehen, erhalten von der Dekra ‎das CE-Zeichen mit der Kennzahl 0158 für deren Prüfstelle.‎ ‎Das Problem: Die vier Milliarden ohne Prüfung sind legal auf den Markt gekommen und dürfen deshalb auch weiter verkauft werden.

WISO machte deshalb eine aktuelle Stichprobe und kaufte Masken ein - online und in ‎Apotheken, dort, wo man höchste Qualität erwartet. Auf ‎Nachfrage zeigte uns keine die amtliche Bestätigung. Auch online fehlte sie oft. ‎Die Preise der gekauften ‎Masken: zwischen drei und zehn Euro.

Viele Masken erfüllen Standards nicht‎

WISO entdeckte bei einigen Masken CE-Kennungen ohne die vier Ziffern für die Prüfstelle. ‎Diese sind aber verpflichtend. Denn damit ist zu ‎erkennen, wo geprüft wurde. Einmal wurde uns sogar eine Baumwollmaske als FFP2-Maske verkauft. "Die Ausweisung FFP2 in Verbindung von Baumwollgewebe, die gibt es gar nicht", so Dekra-Mann Kilisch.

Weitere 24 wurden dann getestet. Das Ergebnis war ernüchternd: Zwölf erfüllten nicht mal ‎den Schnelltest-Standard und fielen durch.‎ Auch jede zweite Apothekenmaske. Und eine davon ließ sogar die ‎meisten Aerosole durch - nämlich 63 Prozent. Auf WISO-Anfrage bedauerte die Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände e.V. (ABDA) dies, ‎relativierte aber: ‎"Allerdings kann unseres Erachtens von dieser ‎Stichprobe nicht auf alle in Apotheken abgegebenen Masken ‎gefolgert werden."

Prüfung seit 1. Oktober

Tipp für alle Verbraucher: Seit dem 1. Oktober müssen alle neu in den Handel gebrachten Masken richtig CE-geprüft ‎sein - mehr Prüfpunkte, aufwendigere Prüfungen. Achten Sie also bei einer FFP2-Maske auf eine komplette CE-Kennzeichnung. Um zu prüfen, ob die Kennzeichnung keine Fälschung ist, können Sie die CE-Nummer auf dieser Seite der EU-Kommission eingeben. Wenn das Prüfinstitut erschienen ist, nehmen Sie Kontakt per Mail oder Telefon auf, um sich bestätigen zu lassen, dass die Masken dort geprüft wurden.

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