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Corona-Mythen im Check - Masken sind keine Gefahr für Kinder

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In Kettenbriefen wird oft von Kindern berichtet, die angeblich wegen Corona-Masken gestorben seien. Belastbare Belege dafür gibt es nicht. Auch für Kinder sind Masken ungefährlich.

Archiv: Eine Schülerin sitzt im Schulunterricht am 17.08.2020 in Mainz
Schülerin mit Schutzmaske (Archivbild)
Quelle: dpa

Seit Monaten nutzen einige bekannte Leugner der Corona-Pandemie angebliche Krankheits- und Todesfälle von Kindern, um nicht belegbare Zusammenhänge mit dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz (MNS) oder Maske zu konstruieren.

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, auch über längere Zeit, bedeutet nach Einschätzung von deutschen wie internationalen Gesundheitsorganisationen keinerlei Gefahr für Menschen nahezu aller Altersgruppen, sofern sie die Bedeckung korrekt tragen können und keine grundsätzlich beeinträchtigende Vorerkrankung etwa der Atemwege haben.

Nein, Schulkinder starben nicht wegen Mund-Nasen-Schutz

Im Fall eines 13-Jährigen aus Ostfriesland haben sich zentrale Elemente viraler Internet-Erzählungen inzwischen als falsch herausgestellt. Er brach nicht wie behauptet in einem Schulbus zusammen. Laut dem zuständigen Bestattungsinstitut trug er zu diesem Zeitpunkt auch keinen MNS.

"Der Tod von Melvin hat rein gar nichts mit dem Coronavirus zu tun", schrieb das Unternehmen am 7. Oktober auf seiner Facebook-Seite. "Wir möchten alle bitten, aus Respekt seiner Familie gegenüber, keine Falschmeldungen zu verbreiten."

Wir decken zahlreiche Irrtümer und Mythen rund um Schutzmasken auf.

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Masken sind ausreichend luftdurchlässig zum Atmen

Am 7. September brach eine ebenfalls 13-jährige Schülerin in einem Schulbus im Landkreis Germersheim zusammen und verstarb anschließend in einem Karlsruher Krankenhaus. Ein von der Staatsanwaltschaft Landau beauftragter Obduktionsbericht fand keinen Zusammenhang:

"Nach den Ausführungen der rechtsmedizinischen Sachverständigen liegen keine Hinweise darauf vor, dass das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes in ursächlichem Zusammenhang mit dem Todeseintritt gestanden haben könnte", teilte die Staatsanwaltschaft Landau am Dienstag mit.

Für die Vermutung, Masken könnten verhindern, dass ausreichend Sauerstoff beim Atmen zur Verfügung steht, gibt es keine Belege. Der dünne Stoff handelsüblicher oder selbstgenähter Masken ist ausreichend durchlässig für Sauerstoff und Kohlendioxid und verringert gleichzeitig die Ausbreitung von Aerosolen etwa beim Husten oder Niesen. Manche dicht sitzenden FFP2-Masken hingegen können Kindern tatsächlich Schwierigkeiten beim Atmen bereiten.

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Keine belegte Zunahme von Lungenpilzen oder Borkenflechten

Immer wieder betonen Kettenbriefe fälschlicherweise, das Tragen einer Maske könne bei Kindern unterschiedliche Krankheiten auslösen. Häufig werden Lungenpilze, Borkenflechten oder andere Formen von Hautausschlag genannt. Dafür gibt es keine belastbaren Belege.

Professorin Ingeborg Krägeloh-Mann, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), sagt ZDFheute, dass das Tragen von Alltagsmasken/MNS "ungefährlich für gesunde Kinder und Jugendliche" sei. "Masken werden ja unter anderem dazu eingesetzt, eine Exposition bezüglich Keimen oder auch Pilzen zu verringern. Es leitet sich daraus also ein Schutz und keine Gefährdung ab."

Schon vor der Pandemie hätten bestimmte Gruppen von Kindern Masken zum Schutz vor Infektionen getragen, betont Krägeloh-Mann. "Dies sind insbesondere Kinder, die eine eingeschränkte Immunkompetenz haben. Hier gibt es meines Wissens keine Berichte zu besonderen Gefährdungen."

Auf korrekte Nutzung von Masken achten

Bei falschem Gebrauch können Masken jedoch ihre Schutzfunktion verlieren – und in bestimmten Fällen sogar Risiken bergen:

MNS regelmäßig wechseln, Alltagsmasken regelmäßig waschen.
DGKJ-Präsidentin Ingeborg Krägeloh-Mann

"MNS sollen regelmäßig gewechselt werden. Spätestens bei Durchfeuchtung muss ein neuer MNS angelegt werden", sagt DGKJ-Präsidentin Krägeloh-Mann. In feuchtem Milieu bestehe ein idealer Nährboden zum Beispiel für Bakterien, die dann vermehrt eingeatmet werden.

Altersabgestuft (ab dem Schulalter) und abhängig von Infektionsgeschehen hätte sich das Tragen von MNS in der Pandemie als sehr sinnvoll erwiesen, um die Ausbreitung von Infektionen zu begrenzen, so das DGKJ-Fazit.

Bund und Länder raten zur Alltagsmaske in Bus, Bahn und im Einzelhandel, um die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Ein Fremd- und Eigenschutz ist allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

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Viele falsche Belege für Erkrankungen im Umlauf

Oft werden virale Nachrichten zu Erkrankungen von Kindern mit Fotos der angeblich Betroffenen versehen. Die Rechercheplattform "Correctiv" weist darauf hin, dass es sich dabei häufig um alte Fotos handelt.

Mit Bilder-Rückwärtssuchen konnte "Correctiv" mehrere alte Fotos in aktuellen Kettenbriefen identifizieren, die schon in sehr unterschiedlichen Zusammenhängen Verwendung fanden. In anderen Kettenbriefen wurden teils sogar Fotos völlig anderer Krankheiten als behauptet gezeigt. Internetnutzer sollten alle Angaben in solchen viralen Nachrichten kritisch überprüfen.

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