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Will "Querdenken" Kinder instrumentalisieren?

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Maskenskeptiker am Schulweg - Will "Querdenken" Kinder instrumentalisieren?

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Behörden warnen vor einer Aktion, bei der die Initiative "Querdenken" Kinder zu Maskenskeptikern machen möchte. Wo sie stattfindet und wie sich Kinder verhalten sollten.

Ein Kind mit einerm Mundschutz
Auf dem Schulweg könnten Kinder am Montag Aktivisten der Initative "Querdenken" begegnen.
Quelle: Imago

"Eine perfide Aktion" nennt es das Kinderhilfswerk: Corona-Leugner, die Kinder auf dem Schulweg auflauern, um sie zum Tragen einer Fake-Maske zu überzeugen. Oder sind das nur Schauergeschichten.

Die Initative "Querdenken 711" bestreitet jedenfalls die Aktion, eine Million "Solidfacts-Mundbedeckungen" - weitmaschige Masken ohne medizinische Schutzwirkung - am Montag an 1.000 Schulen zu verteilen. Bei der Aktion handele es sich um einen Test ihrer Kommunikationsstrukturen, steht auf der Website. In Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz warnen allerdings Behörden vor der Aktion.

Kinderhilfswerk: "Perfide Instrumentalisierung"

Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) zeigt sich alarmiert: "Nach unseren Informationen sollen Kinder nächsten Montag auf dem Schulweg angesprochen und ihnen eine unwirksame Maske mit einem Logo der Initiative und eine CO2-Messung unter dieser Maske angeboten werden, um auf die angebliche Gefährlichkeit und Unwirksamkeit der Masken hinzuweisen", sagt DKHW-Präsident Thomas Krüger.

Er nannte dies eine "perfide Instrumentalisierung von Kindern zur Durchsetzung politischer Interessen".

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Maskenpflicht halte die Schulen offen

Auch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz (ADD) hat ein Schreiben an die Schulen herausgegeben, um vor der Aktion zu warnen - Schulleitungen schickten daraufhin Rundmails an die Eltern.

"Auch wenn die Aktion nicht stattfindet, halten wir es für wichtig, nochmal für das Thema Masken zu sensibilisieren", sagt ADD-Sprecherin Miriam Lange. "Nur weil wir die Maskenpflicht haben, können wir die Schulen offenhalten".

Teams und CO2-Messungen sollen Corona-Ausbreitung verhindern

In dem Warnschreiben empfiehlt die ADD nochmal im Unterricht auf die infektionsschutzbedingte Notwendigkeit einer Mund- und Nasenschutzmaske hinzuweisen.

Was die Initiative "Querdenken" vermeintlich vorhat, sei außerhalb des Schulgeländes laut ADD nicht verboten: Es sollten Aktivisten vor Ort (gewünscht ist jeweils ein Elternteil, ein Arzt und ein Anwalt) gezielt Kinder und ihre Angehörigen auf dem Schulweg ansprechen.

Die Teams sollten vor den Schulen an ihren Verteilerposten eine CO2-Messung der Atemluft der Kinder unter deren eigenen Masken anbieten, um die potenzielle Schädlichkeit von Masken plakativ darzustellen.

Nach den Herbstferien kehren Schüler aus mehreren Bundesländern zurück in den Unterricht - teils mit neuen Corona-Auflagen. In Nordrhein-Westfalen gilt nun auch im Unterricht eine Maskenpflicht.

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Keine Gesundheitsschäden durch Masken

Uwe Kamp vom Deutschen Kinderhilfswerk sagt: "Wir arbeiten eng mit dem Berufsverband der Kinderärzte zusammen - sie sagen, auch wenn die Maske lästig ist, haben Kinder über sechs Jahre keine gesundheitlichen Folgen davon zu tragen". Das Kinderhilfswerk ist sich jetzt zwar unsicher, ob die Aktion stattfindet, möchte aber trotzdem vorsichtshalber warnen.

"Querdenken versucht natürlich alles, um die Öffentlichkeit zu beeinflussen und Zwietracht und Unsicherheit zu säen", sagt Kamp.

Kindern kann in Corona-Krise leicht Angst gemacht werden

Kinder seien da leicht zu beeinflussen - zum Beispiel indem man ihnen Angst mache, es seien schon Kinder beim Maske-Tragen gestorben. "Deswegen sagen wir: 'Finger weg von unseren Kindern'", sagt Kamp.

Er rät dazu, dass Eltern mit ihren Kindern nochmal über das Maskentragen reden und ihnen sagen, sie sollen sich nicht ansprechen lassen. "Kinder sagen am besten laut und deutlich 'Nein, ich will von Ihnen nicht angesprochen werden' und gehen weiter, um ihren Schulweg fortzusetzen", empfiehlt Kamp, falls die Aktion in irgendeiner Form durchgeführt wird.

Man sieht verschiedene Menschengruppen, also Cluster, die mit dem Corona-Virus (symbolisch) infiziert sind.

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