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Charité prüft weitere Variante - Neue Virus-Mutation in Garmisch entdeckt?

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Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden weltweit etliche Veränderungen in den Erbgut-Sequenzen des Virus erfasst. Nun möglicherweise auch in einer Klinik in Garmisch-Partenkirchen.

Im Garmisch-Partenkirchener Klinikum ist eine Corona-Variante aufgefallen. Die Relevanz der Mutation sei unklar, so der stellvertretende Ärztliche Direktor, Dr. Stockklausner.

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Am Klinikum Garmisch-Partenkirchen ist möglicherweise eine weitere neue Variante des Coronavirus entdeckt worden. Derzeit würden Proben an der Berliner Charité untersucht, teilte das Klinikum mit.

35 Menschen mit möglicher Corona-Variante

Bei einem Ausbruch in dem Krankenhaus habe der Verdacht bestanden, dass bei den Infektionen eine veränderte Variante eine Rolle spielen könnte. "Dies hat sich in einer ersten Zwischenmeldung der Charité bestätigt", erklärt Dr. Clemens Stockklausner vom Klinikum in Garmisch-Partenkirchen.

In dem Klinikum waren 53 Patienten und Patientinnen und 24 Angestellte positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden - davon 35 auf eine möglicherweise neue Variante. Am 12. Januar wäre zum ersten Mal eine "Auffälligkeit" festgestellt worden, die auf eine Virus-Variante hinweisen könnte, so Stockklausner.

Ist die Corona-Mutation ansteckender?

Noch ist aber unklar, ob die Veränderung wirklich neu ist und ob sie Auswirkungen auf die Ansteckungsrate oder die Schwere der Erkrankung hat. Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden weltweit etliche Veränderungen in den Erbgut-Sequenzen des Virus erfasst.

Wir haben im Moment eine kleine Punkt-Mutation [...] Es ist absolut nicht klar, ob daraus eine klinische Relevanz entsteht.
Clemens Stockklausner, Klinikum Garmisch-Partenkirchen

Als für Europa relevant gelten derzeit vor allem zwei zunächst in Großbritannien und Südafrika nachgewiesene Varianten (B.1.1.7 und B.1.351), die nach derzeitigem Kenntnisstand merklich ansteckender sind als das Ursprungsvirus.

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Verbindungen zu Mutationen aus Südafrika und Großbritannien?

Bei dem am Klinikum Garmisch-Partenkirchen nachgewiesenen Erreger handele es sich nicht um eine dieser beiden Varianten, erläutert Stockklausner, stellvertretender Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin an dem Klinikum.

An der Position 501 gebe es keine Mutation - diese wäre typisch für die britische und die südafrikanische Mutation. Es fehle aber ein Stück im Spikeprotein an den Stellen 69 und 70. Dies sei bei der britischen Variante der Fall, komme aber auch bei mehreren anderen Varianten vor und sei auch in Deutschland schon mehrfach nachgewiesen worden.

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Mehr Klarheit wohl erst Ende Januar

"Nun kommt es darauf an, welche weiteren Veränderungen sich in dem Erbgut des Virus finden lassen, um eine fundierte Einordnung treffen zu können", sagte Stockklausner. Man müsse die vollständige Sequenzierung der Virus-Variante abwarten.

Was diese Mutation für sich allein genommen bedeutet, ist völlig unklar. Es ist ganz wichtig, die vollständige Sequenzierung abzuwarten. Eine Mutation allein macht noch nichts aus.
Clemens Stockklausner, Klinikum Garmisch-Partenkirchen

Das ganze Genom zu sequenzieren dauere rund zehn Tage. "Wir erwarten bis Ende Januar eine Rückmeldung mit weiteren und aussagekräftigen Details."

Drosten: "Kein Grund zur Sorge"

Auf Twitter verdeutlichte der Charité-Virologe Christian Drosten, dass "kein Grund zur Sorge" aufgrund der Mutation bestünde. Es gäbe keinerlei Hinweis auf eine "besondere Mutation" des Virus, so Drosten.

Die Sequenzierung werde jedoch endgültige Vollständigkeit über mögliche Besonderheiten liefern - auch wenn Drosten "keine Überraschungen" erwarte.

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