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Die Mehrfachbelastung der Mütter

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Arbeiten in Corona-Zeiten - Die Mehrfachbelastung der Mütter

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Haushalt, Homeoffice, Homeschooling: Eine soziologische Studie zeigt, wie Frauen durch die Corona-Krise belastet sind.

Eine Mutter arbeitet Zuhause und betreut parallel ihre beiden Kinder am 17.04.2020 in Kaufbeuren
Corona-Krise: Mutter im Homeoffice mit schulpflichtigen Kindern
Quelle: dpa

Das bisschen Haushalt ist doch kein Problem - wären nicht nebenbei noch: Homeoffice, Kinderbetreuung und Home-Teaching. Die Corona-Krise trifft gerade erwerbstätige Eltern geballt.

Die Krise hat das Arbeits- und Familienleben der Menschen in Deutschland grundlegend verändert.
Mareike Bünning, Soziologin

Zu diesem Schluss kommt die Soziologin Mareike Bünning. Sie ist gemeinsam mit zwei Kollegen verantwortlich für die seit Ende März laufende Umfrage "Corona Alltag" des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB). Die drei wichtigsten Zwischenergebnisse:

Die Arbeitszufriedenheit nimmt ab

Bei Eltern sei die Zufriedenheit dabei stärker zurückgegangen als bei Kinderlosen. Und was besonders auffällt: bei Müttern sogar mehr als bei Vätern. Soziologin Mareike Bünning sagt:

Vor allem Mütter üben aktuell zwei Jobs gleichzeitig aus und da bleibt immer etwas auf der Strecke. Das schlägt sich dann in der Zufriedenheit nieder.
Mareike Bünning, Soziologin

Im Vergleich zu Kinderlosen arbeiten Mütter und Väter deutlich häufiger mit reduziertem Stundenumfang.


Mütter haben eine etwas höhere Wahrscheinlichkeit als Väter, temporär gar nicht zu arbeiten. "Gerade erwerbstätige Eltern tragen in der Krise eine hohe Last. Das betrifft auch die Väter, aber die Mütter trifft es eben ein bisschen härter", betont die Wissenschaftlerin.

Es gebe zwar auch Wechselmodelle - also, dass beide Partner sich um das Kind kümmern und bei der Arbeit zurückstecken. Aber Männer und Frauen arbeiten in unterschiedlichen Berufen mit unterschiedlichen Verdiensten. Und das Finanzielle spielt immer eine Rolle.

Da Frauen oft weniger verdienen, ist es aus finanzieller Sicht naheliegend, wenn sie zu Hause die Hauptlast übernehmen.
Mareike Bünning

Die finanziellen Sorgen sind bei Frauen während der Pandemie stärker gestiegen als bei Männern.


"Das liegt daran, dass sie entweder berufsbedingt ein kleineres Einkommen haben oder als Mütter in Teilzeit sind", erklärt Soziologin Bünning. Die finanziellen Belastungen kommen derzeit zusätzlich auf Familien zu - und so manche haben mit existenziellen finanziellen Ängsten zu kämpfen.

Ein ganz besonderer Muttertag: Für viele Mütter waren die letzten Wochen zwischen Haushalt, Homeoffice, Erziehung und Homeschooling eine Herausforderung.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

"Mutterschaft wird eher mit Kümmern und Vaterschaft stärker mit finanzieller Sicherheit verknüpft", weiß die Soziologin Anna Dechant. Gründe dafür sind kulturelle Vorstellungen und Normen, wie Familie gelebt wird.

Dechant befasst sich beim Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung mit Geschlechterrollen. Gerade in unsicheren Situationen orientieren sich Menschen an bekannten Mustern, die ihnen Sicherheit geben.

War die Mutter bereits vor der Krise für die Kinder die erste Ansprechpartnerin, dann bleibt sie es auch während der Krise - unabhängig davon, ob der Vater zu Hause ist,
Anna Dechant, Soziologin

Die Lebenswege, die Paare vor Corona eingeschlagen haben, kommen während der Krise zum Tragen. "Und daraus resultiert dann oftmals die Mehrfachbelastung für Frauen - als Mutter, Erwerbstätige und Home-Teacher", fügt Dechant hinzu.

Drei Fragen an Soziologin Mareike Bünning

Ein Computermodell des Coronavirus

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