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Wiederansteckungen? Experten winken ab

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Berichte aus Asien - Wiederansteckungen? Experten winken ab

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Als geheilt entlassen und dann doch wieder positiv auf Corona getestet? Solche Meldungen kamen zuletzt häufiger aus Asien. Kein Grund zur Sorge, sagen Virologen.

Ein medizinischer Mitarbeiter sammelt einen Bbstrich in einem Corona-Testzentrum in Köln am 31.03.2020
Werden Patienten getestet, bei denen Covid-19 langsam abklingt, können die Virusmengen schon mal schwanken.
Quelle: Reuters

Zuletzt gab es eine Mitteilung der südkoreanischen Seuchenschutzbehörde KCDC zu 91 Fällen, in denen Corona-Patienten als geheilt entlassen und dann wieder positiv auf das Virus getestet worden waren. Waren sie nicht immun und steckten sich direkt wieder an? Oder kam der Erreger zurück?

Beim Abklingen unterschiedliche Ergebnisse normal

Sehr wahrscheinlich ist ein anderes, ganz harmloses Phänomen die Hauptursache für das vermeintliche Wiederaufflammen. "In der Abklingphase der Krankheit liegen die verbliebenen Virusmengen mal über, mal unter der Nachweisgrenze des PCR-Tests", erläutern Melanie Brinkmann von der Technischen Universität Braunschweig und Friedemann Weber von der Universität Gießen in einer gemeinsamen Stellungnahme:

In dieser Phase funktioniert der Test eher nach dem Zufallsprinzip.
Stellungnahme der Unis Braunschweig und Gießen

Auch der Berliner Virologe Christian Drosten von der Charité betont, dass der Erreger gerade zum Ende der Erkrankung zeitweise nachweisbar sein könne und zwischendurch an einigen Tagen nicht. Im NDR-Podcast sagte er:

Das Virus ist schon die ganze Zeit da, aber der Test kann das nicht immer erfassen.
Christian Drosten

Drosten nutzt zur Veranschaulichung ein plastisches Bild: Goldfische in einem Planschbecken. Nehme jemand daraus mit einem Eimer eine Probe, sei mal ein Goldfisch - als Bild für einen Viruspartikel - darin und mal nicht. Am Ende der Krankheit sei die Virenlast nur noch gering, im Vergleich seien also immer weniger Goldfische im Becken.

Coronaviren werden weniger, sind aber noch nicht weg

Damit nehme die Wahrscheinlichkeit zu, dass ein Test auch mal negativ ausfalle - obwohl es durchaus noch Virenmaterial im Patienten gebe. Gerade bei Abstrichproben aus dem Hals sei das nicht verwunderlich, erklärt Drosten.

Ein Computermodell des Coronavirus

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Vereinzelt könnte Brinkmann und Weber zufolge auch ein gewisses Wieder-Aufflackern des Virus eine Rolle spielen. So etwas wie Latenz - ein Verstecken des Virus in Körperzellen und Reaktivierung etwa bei Stress - wie bei Herpesviren gebe es bei Coronaviren jedoch nicht, betont Brinkmann. Eine Neuansteckung ist unwahrscheinlich.

Der Mediziner Prof. Dr. Matthias Schrappe kritisiert er die bisherige Testpraxis in der Corona-Krise:

Gesundheitsexperte kritisiert Testpraxis

Beitragslänge:
4 min
Datum:

Direkte Neuansteckung mit Coronavirus unwahrscheinlich

Nicht als vollkommen ausgeschlossen, aber sehr unwahrscheinlich gilt unter Experten eine direkte Neuansteckung. Bei den bislang getesteten Patienten seien üblicherweise etwa zehn bis 14 Tage nach dem Beginn der Symptome Antikörper gegen Sars-CoV-2 im Blut nachgewiesen worden, die genesene Menschen prinzipiell zumindest einige Zeit vor einer Neuinfektion schützen sollten.

Wie gut und wie lange? "Das kann zum derzeitigen Zeitpunkt keiner sicher beurteilen", erläutern Brinkmann und Weber.

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