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2.194 Infektionen: Höchster Wert seit April

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Drosten zur Corona-Lage - 2.194 Infektionen: Höchster Wert seit April

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Die Corona-Neuinfektionen sind so hoch wie seit April nicht mehr. Das sei "keine beliebige Schwankung" sagt Virologe Drosten. Vergleichbar mit dem Frühjahr sei die Lage noch nicht.

Virologe Christian Drosten. Archivbild
Virologe Drosten glaubt nicht, dass ein neuer Lockdown nötig wird.
Quelle: Christian Charisius/dpa

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen hat den höchsten Tageswert seit April erreicht. Das geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstagmorgen hervor. Der Virologe Christian Drosten sieht darin "schon nicht so eine beliebige Schwankung". Er stellt klar:

Wir sind jetzt wieder im Anstieg.
Christian Drosten, Virologe

Infektionen nur im August einmal über 2.000

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 2.194 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen.

Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2.000 (2034).

Laut RKI treten weiterhin bundesweit zahlreiche kleinere Corona-Ausbrüche auf, zum Beispiel in Verbindung mit Reiserückkehrern und im Zusammenhang mit Feiern im Familien- und Freundeskreis. Der Anteil der Coronavirus-Fälle unter Reiserückkehrern sei jedoch seit Mitte August deutlich zurückgegangen. Laut RKI stecken sich zunehmend wieder Menschen in Deutschland an.

Drosten: Ansteckung nicht über Reiserückkehrer

Drosten unterscheidet die jetzige Situation von der Lage im August. Damals sei das kurze An- und Abschwellen der Zahl der Neuinfektionen mit großer Sicherheit auf aus dem Ausland importierte Fälle zurückzuführen gewesen, "die in Deutschland nicht weitergegangen sind", sagte Drosten. Die jetzt neu diagnostizierten Fälle seien aber in Deutschland aufgetretene Infektionen.

Diese Unterscheidung ist laut Drosten wichtig. Denn der jetzt diagnostizierte Fall sei in erster Linie ein Hinweis auf das Cluster, in dem der Mensch sich vor einer Woche angesteckt hat. Ein Cluster kann beispielsweise eine Gruppe von Menschen bei einer Familienfeier oder eine Bürogemeinschaft sein.

Nicht vergleichbar mit der Situation im März

Bei Reiserückkehrern liege dieses Cluster im Ausland. Anders bei den aktuellen Fällen: "Und da ist im Hintergrund ein unerkanntes Cluster. Das heißt wir müssen uns eigentlich jetzt so drauf einstellen, dass das, was wir sehen, der Beginn einer Inzidenzzunahme ist, die man irgendwann auch dann wieder kontrollieren muss."

Drosten betonte, dass die Situation nicht mit der im März vergleichbar sei. Selbst wenn demnächst - wie damals Ende März/Anfang April - mehr als 6.000 Neudiagnosen pro Tag gemeldet würden, sei das nicht dasselbe, weil viel mehr getestet werde. Man müsse dann nicht wie im März einen "Lockdown" machen.

Die WHO meldete letzten Sonntag einen weltweiten Rekordanstieg mit über 300.000 Neuinfektionen. Doch wie ist die aktuelle Lage in Deutschland?

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"Wir zählen viel empfindlicher", sagt Drosten. Es dürften also mehr der vorhandenen Infektionen auch erkannt werden als im Frühjahr. Zum anderen sind jetzt mehr jüngere Leute infiziert, die nicht schwer krank werden. Trotzdem gebe es aber keine Entwarnung, sagte Drosten.

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