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Warum Rekord nicht gleich Rekord ist

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Corona-Neuinfektionen - Warum Rekord nicht gleich Rekord ist

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So viele Fälle wie seit Monaten nicht mehr? Nicht unbedingt. Die täglichen Corona-Neuinfektionszahlen können in die Irre führen.

Ein Abstrich für einen Coronavirus-Test. Archivbild
Ein Abstrich für einen Corona-Test. Archivbild
Quelle: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Eine neue Rekordzahl ist nicht gleich ein neuer Rekord. Immer wieder werden neue Höchststände bei Corona-Zahlen verzeichnet - diese täglichen Neuinfektionszahlen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen.

So meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) jeden Tag, wie viele gemeldete Corona-Fälle im Vergleich zum Vortag hinzugekommen sind. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass das Infektionsgeschehen am Vortag besonders schlimm war.

Corona: Meldeverzug verzerrt die Zahlen

Bei der Übermittlung der Neuinfektionen von den Gesundheitsämtern an das Robert-Koch-Institut kann es zu einem Meldeverzug von einigen Tagen kommen. Arzt oder Labor müssen den Fall innerhalb von 24 Stunden an das Gesundheitsamt melden.

Dieses leitet die Infos innerhalb eines Tages an die zuständige Landesbehörde, diese dann auch innerhalb eines Tages an das RKI. In der aktuellen Lage geschieht das häufig schneller. Im Extremfall können zwischen Testergebnis und Meldung beim RKI aber mehrere Tage vergehen.

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Zudem ist das Meldedatum nicht gleichbedeutend mit dem Erkrankungsbeginn. Zwischen den ersten Symptomen und der Infektionsmeldung an das RKI vergeht Zeit. Außerdem liegen nicht bei jedem Fall auch Informationen zum Erkrankungsbeginn vor, weshalb das RKI dann auf das Meldedatum zurückgreift.

Weniger Corona-Tests und -Meldungen am Wochenende

Hinzu kommt, dass am Wochenende grundsätzlich weniger getestet und gemeldet wird. An manchen Tagen werden aus einigen Bundesländern sogar keine neuen Fälle vermeldet. Diese Fälle fließen dann erst später als Nachmeldungen in die Statistik ein.

Aussagekräftiger ist deshalb der 7-Tage-Schnitt, der solche Schwankungen ausgleicht. Er gibt an, wie viele Fälle in den vergangenen sieben Tagen durchschnittlich hinzugekommen sind.

Corona-Höchstwerte auch beim 7-Tage-Schnitt

Neue Rekorde gibt es trotzdem. So war der 7-Tage-Schnitt Ende September so hoch wie seit April nicht mehr. Diese Höchstwerte fallen aufgrund des ausgeglichenen Meldeverzugs allerdings etwas geringer aus als die vermeldeten Rekorde bei den täglich hinzugekommenen Neuinfektionen.

Um die Lage der Pandemie einschätzen zu können, reicht eine Zahl alleine nie aus. Gemeldete Neuinfektionen sind nur einer von vielen Hinweisen. Es müssen zum Beispiel auch Zahlen wie die Todesfälle oder die Auslastung der Intensivbetten betrachtet werden. Die wichtigsten Daten zur Corona-Pandemie gibt es hier:

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