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Frankreich: Neuinfektionen steigen rasant

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Corona-Pandemie - Frankreich: Neuinfektionen steigen rasant

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Die Corona-Fälle steigen im ehemaligen Corona-Hotspot Frankreich wieder extrem an. Ein Blick auf die Zahlen, Ursachen und Maßnahmen der Regierung.

Aufgrund steigender Corona-Zahlen herrscht in Frankreich mittlerweile fast überall eine Maskenpflicht. ZDF-Korrespondentin Christel Haas berichtet über die aktuelle Lage.

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In Frankreich steigt die Zahl der Neuinfektionen seit August wieder stark an. Jeden Tag registrieren die Behörden Tausende neue Corona-Fälle. In den vergangenen 24 Stunden seien 8.550 Neuinfektionen festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Samstagabend mit. Am Vortag war mit 8.975 Neuansteckungen ein neuer Tagesrekord erreicht worden.

"Es sind vor allem viele Jüngere, die sich anstecken, die das Virus nicht ernstnehmen", berichtet ZDF-Korrespondentin Christel Haas aus Paris. "Aber es gibt auch viele Infektionen in den Firmen."

Mögliche Ursachen für den Anstieg von Neuinfektionen

Genauso wie Deutschland hat auch Frankreich entsprechende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus unternommen. Trotzdem steigen die Zahlen in Frankreich aktuell wieder stark an. "Ein wahrscheinlich hinreichender Grund ist, dass in Frankreich einfach viel mehr Infektionstätigkeit war während der ersten Welle", sagt Virologe Christian Drosten im "Coronavirus-Update" von NDR-Info.

Ich glaube nicht, dass irgendjemand in Frankreich etwas falsch gemacht hat.
Virologe Christian Drosten im "Coronavirus-Update" von NDR-Info

Der französische Lockdown sei aggressiver als der deutsche gewesen, möglicherweise sei aber im Hintergrund mehr an Rest-Infektionsmasse übriggeblieben, so Drosten. "Ich glaube, dass es solche Perkolationseffekte gibt und dass die möglicherweise in Frankreich erreicht worden sind und bei uns diese Perkolationsschwelle nicht erreicht worden ist - bisher", so Drosten im NDR-Podcast.

Maßnahmen der Regierung: Maskenpflicht, Risikogebiete

Die meisten Franzosen halten sich an die Maskenpflicht.

Die Maske ist allgegenwärtig in Frankreich.
Christel Haas, ZDF-Korrespondentin in Paris

"[Die Maske] ist Pflicht in allen Büros und muss auch in vielen Städten auf der Straße getragen werden", sagt ZDF-Korrespondentin Haas. Proteste dagegen gebe es derzeit kaum. "Das ist erstaunlich für ein Land, indem die Menschen ihre persönlichen Freiheiten sehr hochhalten."

Frankreichs Regierung hatte bereits Ende August 21 seiner 96 europäischen Départements zum Risikogebiet erklärt. Am Sonntag folgten siebe weitere Regionen. Die insgesamt 28 Départements liegen vor allem an der Mittelmeerküste und rund um die Hauptstadt Paris. Die Bundesregierung hat für die Regionen Provence-Alpes-Côte d’Azur am Mittelmeer und den Großraum Paris eine Reisewarnung ausgesprochen.

Schulschließungen wegen neuer Corona-Fälle

Wenige Tage nach Schulstart sind in Frankreich zudem bereits zwölf Schulen wegen der Coronavirus-Epidemie wieder geschlossen worden. Das teilte Bildungsminister Jean-Michel Blanquer am Freitag im Radiosender Europe 1 mit.

In Frankreich kehren Millionen Schüler in die Klassenzimmer zurück – mit Maske, auf Abstand und unter besorgten Blicken der Eltern.

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Nach den Sommerferien hatten die Schulen den Unterricht am Dienstag wiederaufgenommen. Es gibt in Frankreich rund 60.000 Schulen. Die Schüler müssen ab elf Jahren eine Maske tragen und die Abstandsregeln einhalten.

Für Frankreich gilt das Prinzip Hoffnung

"Die Politik wirkt hilflos", sagt Haas. "Fast flehentlich sagte Präsident Macron, auch er möge die Maske nicht, aber sie sei nun mal das Gebot der Stunde. Die Regierung hat viel Vertrauen verspielt, vor allem was die Masken anbelangt. Zuerst hieß es, sie seien nicht nützlich. Jetzt sind sie fast überall Pflicht. Es wurde zu spät und zu wenig getestet."

"Jetzt gilt das Prinzip Hoffnung, dass die verschärften Maßnahmen nun endlich greifen, denn einen neuen Lockdown würde das Land nicht vertragen", berichtet ZDF-Korrespondentin Haas.

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